Das hässliche junge Entlein

Das hässliche junge Entlein, von Katharina Brankatschk

- ein schöner Schwan

In einer maroden Naturbadeanstalt sitzt der kleine Christian traurig am Wasser und betrachtet sein Spiegelbild. Er fühlt sich allein, ausgegrenzt. Die Kinder sagen, er sei hässlich und arm. Christian weiß, dass sie Recht haben: Er ist nicht so hübsch wie seine Klassenkameraden und seine Eltern verdienen nicht so viel Geld wie die meisten. Wie sehr er sich wirklich von den anderen unterscheidet, behält er aus Angst vor noch mehr Ablehnung lieber für sich. Aber das auszuhalten ist schwer - schon lange spürt er keine Freude mehr und es fehlt ihm der Lebensmut. Bis sich drei besondere Gestalten seiner annehmen: der Bademeister, seine Frau und der Kiosk-Besitzer. Die drei heiteren Senior*innen verbringen ihren Lebensabend an diesem melancholischen Ort. Und sie alle wissen selbst sehr genau, was es bedeutet, sich fremd in der Welt zu fühlen.

Entschlossen, dem kleinen Christian Mut zu machen, an sich selbst zu glauben und seine Träume wahr werden zu lassen, nehmen sie sich seiner an. Sie erzählen ihm die wunderbare Geschichte vom hässlichen jungen Entlein, geschrieben von dem zu Lebzeiten ebenso sonderbaren Zeitgenossen Hans Christian Andersen. Diese heilsame Geschichte eines Geschöpfes, das in eine ihm wesensfremde Umgebung geboren wurde und nach langem Leidensweg schließlich sich selbst findet, wird auch Christian helfen, sich selbst so annehmen zu können wie er ist.

Katharina Brankatschk erzählt den Klassiker über das Anders-Sein neu, indem sie den Kern um Identitätsfindung und Ablehnung ins Zentrum stellt und so kindgerecht die Themen Gender, Rollenbilder und Gesellschaft verhandelt und zu einem heilsamen Abschluss findet. Dazu löst sie Andersens Distanz der Fabel zum wahren Leben auf und besetzt das Märchen ganz konkret mit einem Kind. So wird das Geschehen ganz unmittelbar erlebbar.

Ein hochaktuelles Stück, das Kinder für das Thema Gender sensibilisiert, sie in ihrer Ich-Kompetenz stärkt und das die Diversität feiert.

 

  • 11. September 2019
    Thalia Theater, Halle (Saale)
    Regie: Katharina Brankatschk
    UA (Uraufführung)

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