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"Wild, fantasievoll und turbulent - ein Weihnachtsmärchen – Thüringer Allgemeine

Zum Stück: Der Wolf und die sieben Geißlein
21. November 2022

"Der Wolf und die sieben Geißlein": Das Junge Schauspiel lädt zum Grimm-Klassiker ein

Soja-Rösti statt Schweinschwrte, Quinoa stattt Ziegenbraten- so ein Wolf, der mit "Märchenwaldkraut-Fleisch-Fresslust-Blocker" auf vergan umsteigen will, hat es auch nicht leicht - zumal wenn da eine kleine Schar an Zicklein (samt Eichhörnchen Hikmar) herumtobt, die es darauf anlegen vom Wolf gejagt zu werden, "weil ja sonst das Märchen nicht stimmt". Wild, fantasievoll und turbulent geht es zum diesjährigen Weihnachtsmärchen des Landestheaters auf der Bühne zu.

Der Grimm-Klassiker "Der Wolf und die sieben Geisslein" kommt anders daher, wird ordentlich durchgewirbelt. In der Fassung von Katharina Brankatschk, Oberspielleiterin am Thalia Theater in Halle, wird aus dem klassischen Mörchen eine rasante Komödie für die ganze Familie vor einem märchenhaften Bühnenbild.

(...)

von Peter Rossbach

Theater Neustrelitz geht mit Klimawandelstück in Klassenzimmer – Nordkurier / Neustrelitz

Zum Stück: Bär
08. Oktober 2022

Eine Umwelt-Oper hatte jetzt am Neustrelitzer Theater Premiere. Die Inszenierung wurde speziell für Schulen erarbeitet.

Von Heike Sommer

Die Kinderoper „Bär“ feierte Premiere im Landestheater Neustrelitz. Die Hauptrollen werden von Laura Scherwitzl und Robert Merwald gespielt und gesungen.

Neustrelitz

In der Probebühne des Landestheaters Neustrelitz erlebten am Freitagvormittag Schülerinnen und Schüler die Premiere einer Umwelt-Oper mit dem Titel „Bär“. In dem Zweipersonenstück geht es um die ganz große Frage: Wie rettet man die Welt? Und insbesondere die Eisbären. Dem tierischen Arktisbewohner drohen Hunger und Tod, weil das Eis aufgrund der Erderwärmung schmilzt. So jedenfalls verkündet es ein Nachrichtensprecher gleich zu Beginn der minimalistischen Inszenierung.

Alles passt in wenige Koffer

Bühnenbild, Kostümierung, musikalische Begleitung sowie die Technik sind so weit reduziert, dass die gesamte Ausstattung in wenige Koffer passt. So ist es möglich, mit dem Stück in den kommenden Wochen auf Tour zu gehen. „Für die Schulen, gerade im ländlichen Raum, ist es ja ziemlich umständlich, einen Theaterbesuch zu organisieren. Darum kommt das Theater in die Schulen“, erklärt Theatersprecherin Wenke Frankiw.

Dieses Konzept ist nicht neu. Doch durch die Corona-Pandemie und die einhergehenden Kontaktbeschränkungen lagen mobile Produktionen für Schulen auf Eis. „Wir sind froh, dass wir solche Inszenierungen jetzt wieder anbieten können. Die Schulen fragen danach“, sagt Wenke Frankiw. Mit der Umwelt-Oper von Mareike Zimmermann greift das Theater ein Thema auf, das vermutlich an vielen Abendbrottischen diskutiert wird und auf allen Kanälen präsent ist: der Klimawandel.

Ein Schweinebär auf der Bühne

Charlotta, die weibliche Hauptfigur in der Oper und verkörpert von Laura Scherwitzl, geht ihren Mitmenschen damit auf die Nerven, alles richtig machen zu wollen für den Klimaschutz. Ausgerechnet ein Eisbär, gesungen und gespielt von Robert Merwald, kommt ihr dabei in die Quere. Er entpuppt sich schließlich als Schweinebär, der aus Bequemlichkeit alles so weiter laufen lassen möchte wie bisher. „Das Stück basiert auf der Barock-Oper La Calisto von Francesco Cavalli. Dort wird die Hauptfigur in einen Bären verwandelt und muss sich mit den Konsequenzen ihres Tuns oder Nichttuns herumschlagen“, beschreibt Daniel Valero. Es ist seine erste Regiearbeit am Neustrelitzer Theater.

Sprache und Gesang wechseln sich in der einstündigen Inszenierung ab, in deren Verlauf die selbstgerechte Klima-Kämpferin Charlotta zu zweifeln beginnt und zu verzweifeln droht. Der Schweinebär bietet ihr als Ausweg an: „Wenn wir schon keine Zukunft haben, dann sollten wir jetzt Spaß haben. Wir haben keine andere Chance.“ Warum Charlotta dieses Angebot ausschlägt, hat vor allem damit zu tun, dass sie sich zum Schluss der Inszenierung mit dem Publikum verbündet. „Es werden in dem Stück viele Fragen aufgeworfen. Darum bieten wir nach den Aufführungen in den Schulen immer noch eine Gesprächsrunde an“, sagt Theatersprecherin Wenke Frankiw.

 

Zittauer Theater wagt sich an heikles Thema – Sächsische.de/Zittau

Zum Stück: Sieh mich an, wenn ich mit dir rede
03. April 2022

Die Lange Nacht der verbotenen Begierden“ bringt Bedrückendes zur Sprache: zwei Stücke um die Sexualität Minderjähriger die fesseln und bewegen.

Eine überforderte Mutter zwischen Hunderten Plüschtieren, überfordert vom "Mannwerden" ihres Sohnes; zwei Menschen in einem verlassenen Bürogebäude, die einmal fast ein Paar waren, sie mit zwölf, er mit 40. Zwei völlig unterschiedliche Kammerspiele hatten am Sonnabend in Zittau Premiere, vereint durch das gleiche Thema – den Umgang Erwachsener mit der Sexualität Heranwachsender und den damit verbundenen Grenzen, Tabus und leider auch: Begierden.

Das Gerhart-Hauptmann-Theater wagt sich damit an ein Thema heran, das auf der Bühne wohl bei jedem bedrückende Empfindungen auslöst, ob er sich nun an das Erwachen der eigenen Sexualität erinnert oder weil er selber Kinder hat.

Mißbrauch oder Liebe

Im ersten Stück „Blackbird“ geht es wie in Nabokows „Lolita“ um die Beziehung zwischen einer Minderjährigen und einem Mann im besten Alter. (...)

Wenn Verdacht vererbt wird

Im zweiten Stück „Sieh mich an, wenn ich mit dir rede“ von Monica Isakstuen, ist es der Glaube an die Harmonie zwischen Eltern und Kind, der bis aufs Tiefste erschüttert wird. Sabine Krug spielt hier eine Frau, die mit Entsetzen verfolgt, wie ihr Sohn heranreift, schon früh den Vergewaltiger in ihm verdächtigt und hin- und hergerissen ist zwischen Liebe und Wut. In der Rückblende spielt sie das Mädchen, dass diese Frau einst war: aufgewachsen mit der Sorge des Vaters, es könne einem Entführer zum Opfer fallen, aber dadurch erst animiert, Verbotenes auszutesten.

Als Erwachsene trägt sie diese Sorge in die nächste Generation, ohn zu bemerken, dass erst das Einmischen in die Privatsphäre des Kindes genau zu dem führt, was sie befürchtet. Den Vater und den Sohn der Frau süielt Paul-Antoine Nörpe: kindlich, anschmiegsam. Wütend, schreiend, fürsorglich, irritiert und in Rage über seine unkontrollierbaren Gefühle. Beide Darsteller sind enorm überzeugend, sodass auch ihr nicht ganz passendes Alter außer Acht gerät.

Fantasie und Komik erleichtern Tragik

Die fantasievolle Inszenierung von Lisa Pauline Wagner, unterstützt vom ebenso einfallsreichen Bühnenbild von Sven Hansens, basiert mehr auf Andeutungen als auf klarer Erzählungen. Sie traut dem Zuschauer zu, sich die Geschichte assoziativ zusammenzusetzen und eröffnet den Schauspielern Raum ihre Kunst – bei Paul Nörpel bis zur Akrobatik - auszuleben, auch weil sie das Thema auf teils groteske, komische Weise angeht.

Schon in der Pause der „Langen Nacht der verbotenen Begierden“, einer Idee von Dramaturg Martin Stefke, kann man bei Musik einer Band bedrückende Gefühle loswerden. Das zweite Stück schafft es durch seine spielerische Offenheit, dass die Last nicht zu groß wird, die man aus dem Abend mitnimmt.

Von Ines Eifler