Großvatersessel

Großvatersessel, von Marta Huglen Revheim

Opa ist weg: Die 5jährige Helena wird von ihren Eltern geweckt und bekommt einen Hamster geschenkt. Einfach so! Die Freude wärt nur kurz, denn sie erfährt, dass sie den Hamster bekommt, damit er ihr Gesellschaft leistet. Weil ihr Großvater sie verlassen hat. Damit gibt sich Helena nicht zufrieden; ihr Großvater wäre nie einfach weggegangen, ohne ihr etwas zu sagen. Schon gar nicht, ohne ihr sein Geheimnis endlich anzuvertrauen. Gemeinsam mit dem Hamster macht sie sich auf die Suche nach ihrem Großvater – und seinem Geheimnis.

Marta Huglen Revheim nähert sich dem Tabu-Thema Tod behutsam. Mit viel Sprachwitz werden die Figuren wie der piratenmäßig fluchende Großvater oder der den Buchstaben ‚E‘ hassende Briefträger gezeichnet. Huglen Revheim zeigt aus der Perspektive des Kindes das Unvermögen der Erwachsenen, die keine Worte für den Tod bzw. eine adäquate Erklärung für Helena finden, so dass sie aktiv wird und sich selbst hilft. Mit dem Haustier als Freund an ihrer Seite.

Sie findet rund um den Sessel des Großvaters Gegenstände wie eine Tablettenpackung oder eine alte Büste, die sie an entlegene Orte wie Stalingrad oder Island bringen. Dort treffen sie auf Gestalten wie den merkwürdigen Briefträger, dessen Beruf vom Aussterben bedroht ist, das einsame Islandpony und Oma Maybritt, Großvaters Liebe. Die Reise führt sie immer wieder zum leeren Sessel des Großvaters zurück, bis Helena von sich aus das Geheimnis ihres Großvaters erkennt. Trost findet sie in der Erinnerung an ihn und ihre gemeinsamen lustigen Piratenspiele – und in seinem Sessel.

Ein Stück, das sich behutsam und mit kindlicher Neugier dem Thema Tod nähert und das zeigt, dass trotz der Trauer Erinnerungen fröhlich sein können - und tröstlich.
 

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