Himmelskönig von Norbert Ebel

Himmelskönig

Himmelskönig von Norbert Ebel

Himmelskönig

Ein Theaterstück in einem Bus

„Aber wer fragt mich, ob ich ein Held sein will?“

Yssak freut sich riesig auf den Ausflug mit seinem Vater, der sonst so wenig Zeit für ihn hat. Noch nie sind sie zusammen weg gewesen, weder im Zoo, noch am Meer, noch auf der Wiese bei den Kühen. In die Berge soll es gehen – zum Himmelskönig. Das genaue Ziel der Reise will der Vater dem Jungen aber partout nicht verraten. Umso beredter ist er, wenn er dem Jungen Verhaltensregeln gibt und ihn mit seinen Moralvorstellungen erschreckt, Genuss ist verpönt, ein Schokoriegel unnützes Zeug.

Mit der Reise im Bus in den Norden beginnt die so seltene gemeinsame Zeit für Vater und Sohn und schnell wird deutlich: Hier prallen nicht nur zwei Generationen aufeinander, sondern vollkommen unterschiedliche Auffassungen vom Leben. Yssak liebt das Meer, seine Freunde, der Vater, ein zutiefst religiöser Mensch, verabscheut diese Spaßkultur mit ihrer Disziplin- und Zügellosigkeit, ihrem Egoismus.

Yssak wird dieser Ausflug immer suspekter, Essen und Trinken hat der Vater vergessen, obwohl Yssak sich ein Picknick gewünscht hätte und sogar an die karierte Decke gedacht hat. Stattdessen findet er einen seltsamen Gürtel im Gepäck des Vaters.

Norbert Ebel hat die biblische Geschichte von Abraham und Isaak ins Heute verlegt und dabei eine brisante Aktualität zu Tage gefördert: eine Geschichte über Glauben, Werte und Fanatismus, die ihre Wurzeln keinesfalls in einer fremden, anderen Religion hat, sondern auch Fundament der christlichen Mythologie ist.

Doch „Himmelskönig“ ist aber weit mehr als das: Es ist ein Jugendstück über Vater und Sohn, über einen Konflikt der Generationen und Lebensauffassungen, über Moral und Werte.

 

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