Neuigkeiten | Theaterverlag Hofmann-Paul

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Ich und die Anderen – Klassekampen

Zum Stück: Wir sind Krieger
15. November 2021

Eine Aufführung, die mindestens ebenso überzeugt wie Monica Isakstuens letztes Stück (»Sieh mich an, wenn ich mit dir rede«). Sensibel, intim und so schmerzhaft wie humorvoll geht es darin um Beziehungen, in denen wir uns alle wiedererkennen. […] Besonders gelungen ist der Erzählkniff.

 Von Amund Grimstad

Eine ordentliche Unordnung – Mainpost

Zum Stück: Der Nacktputzer
21. Oktober 2021

Er könne "als Putzmann schon ein bisschen Unordnung erwarten", sagt der Nacktputzer in "Der Nacktputzer", bevor Mutti weiß, dass der Putzmann nackt putzen wird. Sie steht nicht als einzige mangelhaft informiert auf der Bühne des Winterhausener Theaters Sommerhaus, wo die Komödie von Jörg Menke-Peitzmeyer seit der heftig umjubelten Premiere am Mittwoch bis Ende Oktober läuft. Also: Penibel ordentliche, rechthaberische und dominante Witwe bekommt zwecks psychischer Auflockerung von ihrem 38-jährigen Sohn und Mitbewohner den Auftritt des Titelhelden geschenkt.

(...)

von Joachim Fildhaut

Gekreuzte Lebenswege – Aachener Zeitung/ Aachener Nachrichten, Kultur

Zum Stück: Sophie & ich
01. Oktober 2021

"Sophie & ich": Im jungen Grenzlandtheater trifft Sophie Scholl auf Traudl Junge

von Rauke Xenia Bornefeld

Nach der einen werden Schulen benannt, die andere erlangte eher traurige Berühmtheit: Sophie Scholl und Traudl Junge sind wichtige Personen der Zeitgeschichte - die eine als Widerstandskämpferin gegen das Naziregime, die andere als persönliche Sekretärin Adolf Hitlers. Beide sind sich nie begegnet. Im Theaterstück "Sophie & ich" lässt die Autorin Ursula Kohlert die beiden sich im Jahr 1936 als junge Mädchen kennenlernen. Es ist das neue Jugendstück, das im Greta, dem jungen Grenzlandtheater, für Jugendliche ab 14 Jahren gezeigt wird. Nun hatte das Stück Premiere im Aachener Geschwister-Scholl-Gymnasium.

Als sich die beiden Teenager beim Bund Deutscher Mädel (BDM) - dem weiblichen Pendant zur Hitlerjugend - kennenlernen, reden sie vor einem überdimensionierten Hakenkreuz über den Frühling, den Beginn des Lebens und ihre eigenen Träume. Die eine (Carolin Leweling als Traudl) will tanzen, die andere (Antonia Marie Waßmund als Sophie) möchte studieren. Noch nichts deutet auf ihre ganz unterschiedlichen Entscheidungen hin, die der einen schließlich den Tod bringt, die andere enttäuscht, aber geläutert in die Nachkriegszeit entlässt.

In vier Szenen begenen sich die beiden Freundinnen: 1936 lernen sie sich im BDM-Lager kennen, 1940 muss Sophie zum Arbeitsdienst, Traudl besteht die Tanzprüfung, 1942 hat Sophie die Flugblätter vorbereitet, die ihr zum Verhängnis werden, Traudl hat den Sekretärinnenposten bei Hitler bekommen, 1945 erscheint die ermordete Sophie in Traudls Gedanken. In jeder Szene drehen die Darstellerinnen einen Teil des Hakenkreuzes um (Bühne: Tom Grasshof). Das Symbol der Widerstandsgruppe Weiße Rose nimmt den Platz des Zeigens des NS-Regimes ein.

Kohlert setzt die Frage nach Entscheidungen, die einem Leben eine wesentliche Richtung geben können, in den Mittelpunkt, die Timo Hübsch mit seiner Regiearbeit bestärkt. Leweling und Waßmund überzeugen erst in jugendlicher Unbekümmertheit, später in der Zerrissenheit durch das politische System, das ihrer Freundschaft ein Ende bereitet - selbst entschieden, aber doch auch fremdbestimmt. Mit Fragezeichen zu versehen ist, ob Jugendliche mit der letzten Szene und ihren moralischen Dialogen tatsächlich erreicht werden, wenn etwa die tote Sophie sagt: "Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Was zählt, ist die Einheit von Denken und Handeln. Und die Freiheit." Das gesamte Stück ist aber ein starkes Statement  für Zivilcourage und Selbstverantwortung.