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Vom Hunger nach Liebe – Ostsee Zeitung

11. April 2015

von Johanna Hegermann

„Pro An(n)a“ feierte Freitag im Volkstheater Premiere. Mit einem starken Spiel überzeugte Cornelia Wöß in ihrer Rolle als magersüchtige Jugendliche.

Rostock. Sie rennt über die Bühne, redet sich in den Wahn und schreit markerschütternd, nur um danach vor Schwäche fast umzufallen. Denn Anna – gespielt von Cornelia Wöß – leidet an Anorexia nervosa, kurz „Ana“. Die etwa 16-jährige Jugendliche hat sich bereits von 60 auf 50 Kilogramm runtergehungert und will noch weiter abnehmen. Unterstützung sucht sie bei den Anhängern ihres Pro-Ana-Blogs. Ein Ort im Internet, an dem sich ihre „Schmetterlinge“ über die Vorteile von Magersucht austauschen. Dabei lebt sie nach dem ABC der Magersucht. Es geht von A wie Anorexie bis zu Z – „Zeit zu sterben, fette Anna“.

Das Monodrama „Pro An(n)a“ der polnischen Autorin Marzena Rylko wurde am Freitag im Volkstheater Rostock zum ersten Mal in deutscher Sprache aufgeführt. Cornelia Wöß schafft es in ihrer Rolle spielend, alle Augen auf sich zu konzentrieren. Obwohl sie alleine auf der Bühne steht, interagiert sie mit den Zuschauern, die ihre Internet-Community darstellen sollen. So findet sie einen direkten Zugang zum Publikum. Die Verzweiflung, Wut und der innere Kampf sind damit beinahe direkt spürbar. Locker trifft die 25-jährige Schauspielerin den Ton einer Schülerin, ohne anbiedernd oder aufgesetzt zu wirken.

Die Inszenierung von Sonja Hilberger richtet sich besonders an Jugendliche und soll als Produktion des mobilen Klassenzimmers auch in Schulen aufgeführt werden. Doch mit dieser unmittelbaren Darstellung des Themas Magersucht, ist „Pro An(n)a“ auch für Zuschauer außerhalb des Schulalters zu empfehlen.

 


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