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Presse - Let´s play: Ein Spiel für Benny von Bettina Wegenast

Die heilende Wirkung von Computerspielen – Aargauer Zeitung

25. März 2019

von Alice Guldimann

Die Kindertheatergruppe Fabelfabrik zeigt im Theater Tuchlaube, dass Games nicht immer einen schlechten Einfluss haben.

Lizzas Mutter ist nicht mehr dieselbe. Sie ist da, aber dochnicht da und wirkt irgendwie seltsam verschoben. Das ist so, seit Benny gestorben ist. Lizzas kleiner Bruder, der doch noch gar nicht geboren war. Während ihre Mutter in Depressionen versinkt und sich ihr Vater in der Arbeit vergräbt, sucht Lizza nach Antworten in der Game-Welt. Denn dort ist das Mädchen am liebsten unterwegs.

Die Berner Kindertheatergruppe Fabelfabrik bringt mit "Let's play: Ein Spiel für Benny" ein schwieriges Thema auf die Bühne. Das Theaterstück für Kinder ab 9 Jahren feierte am Samstag im Theater Tuchlaube in Aarau Premiere. Das Stück wurde inszeniert von Regisseurin Antonia Brix. Tochter Lizza, gespielt von Annina Polivka, erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Als Setting diesen Lizzas Lieblingsspiele von "Mario Kart" über "Die Sims" bis zum großen Schiebepuzzle. Lizzas Eltern, gespielt von Michael Rath und  Kathrin Bosshard, sind dabei lediglich Figuren in der Erzählung ihrer Tochter. Auch Bruder Benny taucht immer wieder auf und unterstützt Lizza. Er wird gespielt von Tänzer Vittorio Bartolli. Als Requisiten dienen farbig bemalte Holzkisten, die mal zu einer Sitzbank, oder einem Tisch zusammengebaut werden, mal als Spielsteine in einem von Lizzas Games dienen. 

So gibt es viel Bewegung auf der Bühne, die Computerspiel-Welt wird lebendig. Lustige Momente mit Tanz und Musik wechseln sich mit ernsten Sequenzen ab. Lizza weiß, dass es "im Real Life" keine drei Leben gibt, keinen Neustart, keine Rückkehr zum letzten Speicherpunkt. Am Schluss steht die Familie vor dem großen Mama-Puzzle. Und Lizza muss lernen, dass sich ihre Mutter selbst wieder zusammenbauen muss. Nur so findet die Familie wieder zurück ins Leben, trotz dem leeren Feld, das Benny hinterlassen hat. 

Das Stück von Autorin Bettina Wegenast zeigt auf liebevolle Weise, wie Kinder mit Trauer umgehen und welche heilende Wirkung Games dabei haben können. Wegenast entwickelt selbst Computerspiele für alle Altersgruppen und hat sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt. Sprache und Inszenierung sind perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten.


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