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Presse - Ich bin ein guter Vater von Jörg Menke-Peitzmeyer

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Ich bin ein guter Vater
Ich bin ein guter Vater
Ein Vater bringt seinem Sohn die vergessene Sporttasche ins Klassenzimmer und stellt fest, dass er nichts über ihn weiß. Entfremdung und Enttäusuchung auf beiden Seiten sitzen tief.

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Presse - Ich bin ein guter Vater von Jörg Menke-Peitzmeyer

Fesselndes Ein-Mann-Theater im Klassenzimmer – Mühlhäuser Allgemeine

04. Juli 2014

von Iris Henning

Mühlhausen. Das Stück "Ich bin ein guter Vater" aus der 3K-Theaterwerkstatt erlebte seine Premiere in der Georgieschule.

Die Premiere von "Ich bin ein guter Vater" mit Peter Wagner hatte mit einem Klassenzimmer in der Georgieschule einen ungewöhnlichen Aufführungsort.

Der Typ soll ein guter Vater sein? Der mit Aktenkoffer und Krawatte in das Klassenzimmer stürmt und mit bitterböser Mine lauthals seinen Sohn Alex sucht? Der noch nicht einmal weiß, ob er überhaupt in der richtigen Klasse sucht? Der mit einem Schein wedelt, in der Hoffnung, mit Geld das Geheimnis um das vermeintliche Versteck seines Sohnes lüften zu können? Dann ruft dieser Vater-Typ aus dem offenen Fenster seinem auf dem Dach vermuteten Sohn lauthals zu, er möge doch endlich springen!

Aber doch: Der Typ ist ein guter Vater. Davon ist zumindest der Vater felsenfest überzeugt. Er schleppt seinem Sohn sogar die vergessene Sporttasche hinterher, obwohl er deswegen einen wichtigen Geschäftstermin verpassen könnte. Und dann ist Alex nicht zu finden! Das ist doch zum aus der Haut fahren! Schließlich tut er - der Vater - alles, damit es seiner Familie gut geht. Er ist Ehemann und Ernährer. Er bringt das Geld nach Hause.

Wut wandelt sich in Hilflosigkeit

Nur Zeit hat der Vater nicht. Beruf und Karriere fordern ihren Tribut. Von Montag in aller Herrgottfrühe bis späten Freitagabend ist der Vater unterwegs. Bei so viel Arbeit und Verantwortung liegen die Nerven blank. Da kann es doch passieren, dass der Vater den Geburtstag des Sohnes vergisst... "Ihr habt ja kein Ahnung, was so ein Vater heutzutage alles zu leisten hat", schmettert er den Schülern in den Raum.

Alexanders Vater redet sich jedenfalls in Rage. Doch schon bald wandelt sich die anfängliche Wut wegen der Vergesslichkeit seines Sohnes in schiere Hilflosigkeit. Der Vater ist ein Gefangener der gesellschaftliche Umstände, der Zwänge der Zeit. Die anfänglich autoritäre Feststellung "Ich bin ein guter Vater" bröckelt von Minute zu Minute und wandelt sich in die zentrale Frage, wie ein guter Vater zu sein hat.

Das Klassenzimmerstück "Ich bin ein guter Vater" von Jörg Menke-Peitzmeyer brachte die 3K-Theaterwerkstatt am Mittwochnachmittag im Tilesius-Gymnasium, Bereich Georgieschule, vor Schülern und Lehrern zur Premiere.

In die anspruchsvolle Rolle des Vaters begab sich mit viel Einfühlvermögen der langjährigen Mitspieler aus der Amateurtheatergruppe, Peter Wagner. "Ich bin ein guter Vater" - Spielleitung Bernhard Ohnesorge - ist mehr als eine Schulstunde lang fesselndes Theater. So überlassen der tragische Held des Stücks sowie die 3K-Theaterpädagogin Anna Elise Müller nach der Aufführung ihr Schüler-Publikum nicht sich selbst und der unbeantworteten Frage nach einen Gut-Vater. Sie suchen die Diskussion und die Meinung der Jugendlichen über Väter und Söhne, Mütter und Töchter, Eltern und Kinder.

Mit der Inszenierung "Ich bin ein guter Vater" bietet die 3K-Theaterwerkstatt ein Stück Theaterpädagogik für Zuschauer ab Klasse 7 an. Für eine Dreiviertelstunde wird dabei der Klassenraum zur unmittelbaren Bühne.

Bin ich ein guter Vater? – RP-Online

27. November 2008

Zum Gastspiel am Theater Kohlenpott in Moers

von Johanna Muschalik

Solo für Schlosstheater-Schauspieler Frank Wickermann: Gestern war er im Klassenzimmerstück „Ich bin ein guter Vater“ zu sehen.
Moers (RP) Schlosstheater-Schauspieler Frank Wickermann bekam von den Schülern der Anne-Frank-Gesamtschule tosenden Applaus für sein Klassenzimmer-Solo „Ich bin ein guter Vater“. Geschrieben hat es Autor Jörg Menke-Peitzmeyer.

„Habt ihr meinen Sohn Alexander gesehen?“ – mit dieser Frage beginnt das Stück „Ich bin ein guter Vater“ vom Theater Kohlenpott in einem Klassenzimmer der Moerser Anne-Frank-Gesamtschule. Das Klassenzimmer-Stück gehört zum Programm der „Penguin‘s Days“.

Die Frage stellt „Blomberg“ , ein berufstätigen Vater, der seinem Sohn Alexander nur schnell das Sportzeug in die Schule bringen will, bevor er zu einer wichtigen Besprechung muss. Doch Alexander ist nicht da. Suchend geht der Vater durch die ganze Klasse und schaut sogar in den Schränken nach, ob sich sein Sohn dort irgendwo vor ihm versteckt hat. Seine Stimmung ist dabei manchmal ganz fröhlich, und dann schreit er die Kinder auf einmal an, sie sollen ihm endlich sagen, wo sein Sohn ist. Schließlich bietet er ihnen sogar 50 Euro dafür an.

In der falschen Klasse

Das sei eben seine Art, erklärt er den Schülern. Gespielt wird der Vater von Frank Wickermann, Schauspieler am Moerser Schlosstheater. Obwohl eer selbst keine Kinder hat, zeigt er sehr überzeugend, welchem Druck viele Männer ausgesetzt sind, die versuchen, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen. „Ich bin ein guter Vater“, das beteuert Herr Blomberg immer wieder.

„Schließlich bringe ich meinem Sohn sein Sportzeug, obwohl ich gleich einen wichtigen Termin habe.“ Weil er nur am Wochenende zuhause ist, plagt ihn ein schlechtes Gewissen. Bevor er das jedoch zugeben würde, hackt er lieber auf seinem Sohn rum und sucht die Fehler bei ihm. „So schlimm ist es doch auch nicht, wenn man mal den Geburtstag des Sohnes vergisst, oder?!“, fragt er die Kinder auf der Suche nach Unterstützung.

Erst nach einem Anruf bei seiner Frau, merkt er, dass er in der falschen Klasse ist, denn sein Sohn ist nicht mehr in der sechsten Klasse, sondern schon in der Sieben. Geknickt verlässt er die Klasse und beendet damit das sehr lebendige Klassentheaterstück. Die Idee zu dem Stück kam dem Autor Jörg Menke-Peitzmeyer während eines Gesprächs mit einer Lehrerin beim den letzten „Penguin‘s Days“.

„Sie erzählte mir, dass ein Vater seinem Sohn das Sportzeug bringen wollte, und nicht wusste, welches Schuljahr sein Kind besuchte“. Zur Umsetzung des Stücks haben Menke-Peitzmeyer und die Dramaturginnen Gabriele Kloke und Ariane Schön, in Workshops viel mit Vätern und Söhnen zusammengearbeitet, um sich besser in deren Gefühlswelt einfühlen zu können.

Tosenden Applaus bekam Frank Wickermann für sein Solo in der Anne-Frank Gesamtschule. In einer emotionalen und lebendigen Darbietung spielte er einen Vater, dem der Spagat zwischen Arbeit und Familie einfach nicht recht gelingen will. Das Stück wurde ihm Rahmen der diesjährigen „Penguin‘s Days“ aufgeführt.

Das Papa-Problem – Der Westen

13. Oktober 2008

Vorankündigung zur UA, Herne (UA: 17.10.2008; R: Frank Hörner; D: Frank Wickermann)

Von Susanne Meimberg

Die neue Theater-Kohlenpott-Produktion "Ich bin ein guter Vater" feiert am Freitag Premiere.Das Stück wird in Schulen gezeigt. Dort soll es den Dialog über eine sich verändernde Vaterrolle eröffnen.

Das Klassenzimmer als Bühne: Theater-Kohlenpott-Regisseur Frank Hörner und der Bochumer Schauspieler Frank Wickermann wollen mit dem aktuellen Stück die Schüler direkt in der Schule ansprechen. Foto: WAZ, Wolfgang Quickels

"In einem Klassenraum hat ein Vater eigentlich nichts zu suchen", sagt Regisseur Frank Hörner und erklärt damit auch schon halb die Grundidee der neuen und mittlerweile vierten Klassenzimmerproduktion des Theater Kohlenpott.

Denn der Ausgangspunkt des neuen Theaterstücks "Ich bin ein guter Vater" ist genau der: Ein Vater betritt den Klassenraum seines Sohnes, um ihm die vergessene Sporttasche zu bringen. Den Sohn trifft er nicht an, stattdessen sieht er sich mit dessen Mitschülern und mit seinen eigenen väterlichen Gewissensbissen konfrontiert. Er fängt an zu reden und verstrickt sich und die Schüler schließlich in immer absurdere Situationen.

Das Stück entstammt, wie auch schon "Erste Stunde", der Feder des Berliner Autors Jörg Menke-Peitzmeyer und entstand in enger Kooperation mit dem Herner Theater. Basis für die aktuelle Produktion war ein Stipendium im Rahmen des Deutschen Kindertheaterpreises 2008. Insgesamt gab es vier Stipendien, neben Herne erhielten größere Theater in Hamburg, Berlin und Leipzig die Finanzspritze. Das Besondere am Herner Konzept: Als Ein-Mann- und sogenannte Klassenzimmerproduktion soll es kein klassisches "Vorspielstück" für die Bühne sein, sondern sich im Dialog mit Schülern direkt im Klassenraum entwickeln.

Genau das reizt den Bochumer Schauspieler Frank Wickermann an der Rolle des Herrn Blomberg: "Das Stück entsteht in der Kommunikation mit den Schülern, die Zuschauer werden automatisch zu Mitspielern." Dabei wolle das Stück kein Improvisationstheater sein, der Text stehe fest, lasse aber von Aufführung zu Aufführung vor allem atmosphärische Spielräume zu, die auf die jeweilige Resonanz der Schüler eingehe, so Wickermann weiter. Bei verschiedenen Werkstattvorführungen in Leipzig und bei Proben in zwei Patenklassen der Königin-Luise-Schule und der Realschule Sodingen in Herne wurde das Stück weiterentwickelt, zudem flossen Anregungen aus einem Vater-Kind-Workshop (die WAZ berichtete) in das Drehbuch ein.

Thematisch liegt der Fokus des Stoffs auf einer sich ändernden Vaterrolle: Der Anspruch vieler Männer, zugleich ein guter Vater, ein liebevoller Ehemann und ein erfolgreicher Brötchenverdiener zu sein, sorgt für Stress und bietet Konfliktpotenzial. "Das Gefühl, dass der eigene Vater zu wenig Zeit hat, kennt fast jedes Kind. Mal ist es, dass der Vater zu viel arbeitet, mal ist es der ,Alle-14-Tage-Papa', der an dem einen Wochenende, an dem er das eigene Kind sieht, alles ganz besonders gut machen will", erklärt Kohlenpott-Dramaturgin Gabriele Kloke. "An irgendeinem Punkt", ist

Regisseur Frank Hörner sicher, "spricht das Stück jeden an. Aber es liefert keine Antworten, es ist kein pädagogisches Zeigefingerstück, es soll die Diskussion in den Klassen anregen." Eine Diskussion, die das Kohlenpott-Team zusammen mit Schülern und Lehrern jeweils im Anschluss an die 40-minütige Aufführung in den Schulen (ab Klasse 5) führen will.

Nach "Klamms Krieg", "Escape" und "Erste Stunde" ist "Ich bin ein guter Vater" das vierte Stück dieser Machart, und das Konzept scheint aufzugehen: "Die Resonanz ist insgesamt sehr gut. Leider sind es immer die gleichen Lehrer, die sich engagieren. Ich würde mir wünschen, dass auch Schulen auf uns zukommen, die bislang noch nicht mit uns zusammengearbeitet haben", sagt Frank Hörner.

 


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