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Presse - Du siehst Gespenster von Jörg Menke-Peitzmeyer

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Du siehst Gespenster
Du siehst Gespenster
Lena ist 15 und schwer krank. Eine verrückte Freundin besucht sie im Krankenhaus, Angie, die genau das Gegenteil von Lena ist, streitsüchtig, fordernd und aggressiv und Lena guttut. Als sie sich in denselben jungen Mann verliebt, wird es schwierig.

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Presse - Du siehst Gespenster von Jörg Menke-Peitzmeyer

Uraufführung am Theater Ingolstadt

27. September 2007
"Du siehst Gespenster" von Jörg Menke-Peitzmeyer

Zur Uraufführung am Theater Ingolstadt
(UA: 28.09.07; R: Jürg Schlachter; D: Susanne Engelhardt (Lena), Eva Rodekirchen (Angie), Aurel Bereuter (Micha))

Donau Kurier, 29.09.2007
„Der Engel auf der Bettkante. Jürg Schlachter inszeniert 'Du siehst Gespenster'. Gestern war Uraufführung im Kleinen Haus“ von Anja Witzke
Eine kleine Schneekugel schenkt der Regisseur dem Autor kurz vor der Vorstellung. Darin: ein Engel. Sternenstaubumglitzert. Denn ein Engel hat in Jörg Menke-Peitzmeyers Stück „Du siehst Gespenster" schließlich eine tragende Rolle. Er setzt sich eines Tages auf Lenas Bettkante. Er heißt Angie und sieht gar nicht so aus, wie man sich landläufig einen Engel vorstellt. Rote Stiefel, kurze Lederjacke, weiße Hose, Glitzerfummelgürtel, definitiv keine Flügel und grellgrüne Strähnen im Haar. Wie ein Springteufelchen kraxelt er in Jürg Schlachters Inszenierung im Kleinen Haus aus dem Schrank. Schnüffelnd. Und fast erwartet man ein theatralisches Wetterhexenkrächzen. Aber dieser Engel schweigt. Zumindest erst mal. Denn hier, in diesem weiß-sterilen Krankenzimmer (Bühne: Bodo Demelius), hat Lena ihren großen Auftritt.
Lena ist 15 und hat Krebs. Seit vier Monaten ist sie hier. Und ziemlich verzweifelt. Sie hat sich in Micha verknallt. Ihren Pfleger. Die Chemo hat sie geschwächt. Sie hat ihre Haare verloren – und oft ihren Mut. Jetzt kämpft sie an gegen die Metastasen, die Nebenwirkungen der Medikamente, den Kummer der Eltern, die eigene Verzagtheit, die himmelschreiende Ungerechtigkeit. „Ich hab noch nie einen Jungen geküsst. Ich war noch nie auf Ibiza. Ich hab noch nie einen Oscar gekriegt, ich war noch nicht mal nominiert."
Lena ist 15. Und sie kämpft. An guten Tagen, wenn der Kopf klar ist und der Mut groß, dann kann sie über die Diagnose spotten, Witze reißen, Micha in Verlegenheit bringen, mit Angie rumzicken. An schlechten Tagen, wenn sie die Furcht vor dem Sterben befällt, vor dem, was danach kommt, die Wut über das, was sie verpasst, dann krümmt sie sich auf dem kalten Boden und rechtet mit Gott. Warum? Warum ich? Ist es eine Strafe? Oder pure Gleichgültigkeit? 15 Jahre. Ungeküsst. Verzweifelt verliebt. In Micha. In das Leben.
Jörg Menke-Peitzmeyer hat mit „Du siehst Gespenster" ein Stück geschrieben, das unter die Haut geht. Ein Stück über Leben und Tod. Ein Stück ab zwölf Jahren. Und weil er in den Mittelpunkt einen Teenager gestellt hat – der Engel ist ja nur ein Teil von Lenas Selbst –, werden diese existenziellen Fragen so verhandelt, dass ein Kind sie begreift. Aber der Autor ist klug genug, diese schwierigen Themen mit verblüffender Komik zu paaren, zu brechen, zu verweben. Die Zuschauer auf ihrer Reise zu ködern, sie immer wieder durch Lachen zu befreien. Und er wählt dazu eine hoch poetische Sprache: „Ich will auch den Sound hören, wenn mein Herz bricht", lässt er etwa Lena sagen, die Leid gerne in Kauf nehmen würde, wenn sie doch nur leben dürfte.
In Jürg Schlachters Händen gerät diese Uraufführung zu einem überwältigenden Erfolg. Laut beginnt er. Bunt. Mit Knalleffekten. Ein Punk-Engel im Schrank. Olli Kahns Tröstehandschuhe in der Schublade. Theater für junge Zuschauer. Man muss sie einfangen. Mit Witz und Coolness und Leichtigkeit. Aber je weiter das Stück fortschreitet, je emotionaler die Situation wird, je näher wir die Geschichte an uns heranlassen, um so feiner arbeitet er. Umso präziser, differenzierter werden die Töne, die Bilder. „You’re Beautiful", singt James Blunt. Und Teddyknopfaugen behüten ratlos Lenas Schlaf. Übergänge mit Jazz und Spährenklang. Poetisch. Friedlich.
Susanne Engelhardt spielt diese Lena. Und das macht sie herzzerreißend authentisch. Kindlich. Kraftvoll. Schelmisch. Berechnend. Mutig. Mutlos. Müde. Mit Todesfurcht. Und so viel Tapferkeit und Wehmut, dass einem kalt wird dabei. Eva Rodekirchen ist ihr punkiges Spiegelbild. Ist Rivalin, Clown, Beichtvater und Begleiterin – Lenas und die des Publikums. Und Aurel Bereuter gibt den umschwärmten Micha – geduldig, sensibel, ein Ruhepol.
Das Ende: ein zartes Wehen, ein Bild, das langsam verblasst, ein tiefer Schmerz. Stille. Autor Jörg Menke-Peitzmeyer, zur Uraufführung aus Berlin angereist, zeigte sich gestern Abend „sehr bewegt. Ich habe mit den Tränen gekämpft." So wie alle Zuschauer – vor dem großen Applaus.


Donau Kurier 25.09.2007
"Der Geschmack vom Leben. Uraufführung zum Ingolstädter Spielzeitstart: Jürg Schlachter inszeniert "Du siehst Gespenster" Interview mit Karin Derstroff
Am kommenden Freitag um 18 Uhr feiert das erste Jugendstück der Saison Premiere im Kleinen Haus – übrigens als Uraufführung. "Du siehst Gespenster" heißt das Stück des mehrfach preisgekrönten Jugendtheater-Autors Jörg Menke-Peitzmeyer (Foto), das seinen Ausgangspunkt in einer Krebsstation nimmt. Dort erhält die todkranke Lena seltsamen Besuch von "Angie". Ist Angie ein Engel? Man spricht, streitet und eifersüchtelt, denn auch "Angie" verliebt sich in den Krankenpfleger Micha. Mit Susanne Engelhardt, Eva Rodekirchen und Aurel Bereuter inszeniert Regisseur Jürg Schlachter das Stück für Zuschauer ab zwölf Jahren. Wie, darauf ist auch Jörg Menke-Peitzmeyer gespannt. Karin Derstroff sprach mit ihm.

In Ihrem Stück geht es um ein 15-jähriges Mädchen, das im Sterben liegt. Wieso so ein Thema für ein Jugendtheater

Jörg Menke-Peitzmeyer: Mich hat immer schon interessiert ein Stück zu schreiben im weitesten Sinne über Spiritualität oder Transzendenz. Man ist im Jugendtheater gerade mit Fragen des Sozialen beschäftigt, die Figuren definieren sich über ihre Eltern, ihre soziale Herkunft. Ich wollte aus diesem Schema raus. Und diese Fragen, die aufgeworfen werden, stellen sich meistens kurz vor dem Tod. Das ist deshalb die Grundsituation.

Drei junge Wesen sind die Protagonisten Ihres Stücks: die kranke Lena, der Engel Angie und der quicklebendige Krankenpfleger Micha. Drei Seinszustände des Lebens treffen sich – was für eine Begegnung spielt sich da ab

Menke-Peitzmeyer: Eine reale spielt sich ab zwischen Micha und Lena. Und dieses seltsame Wesen – Engel, Gespenst, das ist ja offen gelassen – was ist das für ein Gegenüber? Vielleicht doch die Ahnung von etwas Spirituellem. Eine spirituelle Begegnung womöglich.

Angie – tatsächlich die spannendeste Figur. Was war Ihnen wichtig bei der Charakterisierung dieses "Geistes"? Flügel hat Angie jedenfalls nicht.

Menke-Peitzmeyer: Mir ging’s darum: Wenn ich etwas erzähle über einen Engel, dann nur, wenn dieser Engel so irdisch wie möglich ist. So ein bisschen die Identität eines Provinzpunks aus Eckernförde hat, wird ja am Anfang gesagt. Je mehr ein Engel nach Engel aussieht, umso gefährlicher wird es, wenn man so eine Geschichte erzählt. Deshalb dachte ich, man macht sie am besten in ihrer überirdischen Existenz so unkenntlich wie möglich. Und eigentlich ist ja Lena durch ihre Krankenhauskleidung und ihre Krankheit – irgendwann sagt sie "meine Schulterblätter sind so spitz, die können glatt als Flügel durchgehen" – also eigentlich ist sie auf dem Weg in die andere Existenz.

Ihr Stück lebt von Monologen, die durchaus auch witzig sind, gerade weil alle Figuren jung sind. Als 41-Jähriger: Wie bleiben Sie dran an diesem jugendlichen Nerv, an der jugendlichen Sprache

Menke-Peitzmeyer: Ich hab natürlich ein bisschen Umgang mit Jugendlichen, aber nicht mehr als jeder andere Mensch in meinem Alter. Die meisten meiner Protagonisten sind so 15, 16 Jahre alt – das ist eine Zeit, die mir noch sehr vertraut ist, und von der auch jetzt noch was in mir drinsteckt. Das ist ja eine Zeit, in der noch alles offen ist, eine gewisse Radikalität da ist, und die pflegt man auch so. Ich merke das manchmal im Umgang mit Freunden, die ich lange kenne. Da kommt plötzlich ein Jargon auf, den man sich bewahrt hat, und der dann mit Sachen, die bei Jugendlichen gerade in sind, angereichert wird.

Sie selbst sind ausgebildeter Schauspieler und wissen schon beim Schreiben, welche Anforderungen die Rollen an die Darsteller stellen. Was würden Sie Eva Rodekirchen und Susanne Engelhardt raten?

Menke-Peitzmeyer: Ich hab das Stück ziemlich eruptiv geschrieben, ohne lange vorherige Planung, es ist aus mir herausgebrochen. Und es steckt ja auch eine große Verzweiflung drin. Auch sprachlich gibt’s ein paar gefährliche Vergleiche oder sie schießen über das Ziel hinaus – wenn das drin wäre, wenn es so ein Zucken hätte, das wär mir sehr recht. (Lacht.) Aber das kann ich vor der Premiere schlecht sagen: Ich hab keine Ahnung, wie es wird, weil ich nicht bei der Probe dabei war, und es wäre sicher nervig und verunsichernd für die Schauspieler, wenn ich jetzt Wünsche äußere.

Also kein Mitmischen bei der Uraufführung

Menke-Peitzmeyer: Es gab schon früher interessante Gespräche über den Text mit dem Regisseur Jürg Schlachter und dem Dramaturgen Thomas Schwarzer. Dazu war ich in Ingolstadt, und wir haben uns lange unterhalten. Allerdings nicht in dem Sinn von "Das muss so und so uraufgeführt werden". Wir haben über den Text diskutiert und noch ein bisschen was geändert.

Was wünschen Sie sich persönlich für den Uraufführungsabend

Menke-Peitzmeyer: Eine gute Anreise (lacht). Und das, was ich vorher gesagt habe. Diese Lena ist ja noch sehr lebendig, Sexualität ist ein Thema. Als ich das Stück anfing, hatte ich es als Kinderstück mit einer Zehnjährigen konzipiert, aber dann ist es nach oben gerutscht, und diese Lena, die hat schon so einen Geschmack vom Leben auf dem Mund. Das macht die Sache verzweifelter, und wenn das seinen Ausdruck fände, also das wäre toll.

„KULTURKANAL“, 1.10.07
„Jörg-Menke Peitzmeyer, 'Du siehst Gespenster'“ von Dr. Isabella Kreim
„Du siehst Gespenster“, ein wunderbares Jugendstück für Zuschauer ab 12 Jahren und natürlich auch für Erwachsene, hat am Freitag seine Uraufführung im kleinen Haus des Theaters Ingolstadt erlebt.
Ein 15jähriges Mädchen, Lena, liegt seit vier Monaten auf der Krebsstation. Sie weiß, dass sie sterben wird. Ein tristes, trauriges Thema für ein Jugendstück. „Du siehst Gespenster“ dagegen überrascht mit sarkastischem Witz und pfiffigen Pointen - und dennoch werden einige Taschentücher im Zuschauerraum gezückt.
Mit einem genialen Einfall gelingt es dem in Berlin lebenden Autor Jörg-Menke Peitzmeyer, die letzten Fragen nach Tod und Sterben, dem Jenseits und einem Gott, der dies zulässt zu stellen, ohne in sentimentale Wehleidigkeit abzugleiten. Und Regisseur Jürg Schlachter hat die Stärken des Stücks, den kabarettreifen Witz der Dialoge und die subtile Trauer glänzend herausgearbeitet und ausbalanciert.
Wie ein Teufelchen aus der Schachtel taucht ein merkwürdiges Wesen aus dem Schrank in Lenas Krankenzimmer auf. Es schnüffelt wie ein angeekelter Vampir, will eigentlich nicht gesehen werden und nicht sprechen. Ein merkwürdiger Engel, der aussieht wie ein Provinzpunk aus Eckernförde, findet Lena unbeeindruckt.
Lena, die es satt hat, von allen nur noch mitleidig mit Samthandschuhen angefasst zu werden, hat sich dieses Gegenüber erfunden, aber dieser Gegenpart entwickelt ein Eigenleben.
Eva Rodekirchen als diese Angie ist widerborstig wie eine Schwererziehbare, beleidigt, wenn man ihre Klamotten kritisiert wie eine Pubertierende, verdammt wütend über ihren blöden Job, immer nur in Sterbezimmer, auf Intensivstationen und zu Unfällen gerufen zu werden. Sie ist sehr menschlich verlegen, als sie sich auch in Lenas Traummann, ihren Krankenpfleger Micha verliebt und heimlich zu Tränen gerührt, wenn Lenas Zustand sich verschlechtert. Und Angie gibt zu, dass sie genauso viel Angst vor dem Leben hätte, wie Lena vor dem Sterben.
Fast so etwas wie ein Zickenkrieg findet da statt in diesem Krankenzimmer, herzerfrischend frech und ohne Tabus wird da über Religion, Leben und Tod gestritten. Und doch sehen wir im Verlauf dieser halluzinierten Begegnungen mit Angie den Reflex der Verschlechterung von Lenas Zustand. Die reale Spur ist der Pfleger Micha, der das todkranke Mädchen immer wieder beruhigt, zurechtlegt und schließlich nach ihrem „Bewerbungsgespräch“ mit Gott, auf dem Boden liegend findet.
Aurel Bereuter spielt den Pfleger voll professioneller Anteilnahme und schließlich, als Lena bereits im Koma liegt, mit der Verzweiflung eines einsamen jungen Mannes, der eine Freundin verliert. Mit unausgesprochenem Bedauern, ihr ihren letzten Wunsch, nicht ohne sexuelle Erfahrung sterben zu wollen, nicht erfüllt zu haben.
Ausstatter Bodo Demelius hat ein weißes Krankenzimmer mit High-Tech-Bett auf die Bühne gestellt, in den Dunkelphasen zwischen den Szenen werden puppenhafte Kinderaugen auf die weißen Wände projiziert. Die Zwischenmusik verändert sich vom fröhlich You are beautiful-Song zu melancholischen Tönen.
Das Ereignis des Abends ist Susanne Engelhardt als Lena.
Mit kindlichem Ernst, messerscharfer Logik und prononcierter Diktion argumentiert sie über das Leben und den Tod. Die geballte Ladung ihres 4-monatigen Krankenhausgrübelns ficht sie nun glasklar mit diesem merkwürdigen Engelwesen aus. Energisch und vehement fordert sie Antworten auf ihre Fragen. Strahlend schamlos flirtet sie mit ihrem Pfleger Micha, der nahe Tod nimmt ihr alle Unsicherheiten. Wütend legt sie ihre Lebensbeichte ab, noch nie geküsst oder im Suff über die Stränge geschlagen zu haben, noch nie für den Oskar nominiert und noch nie von einem Mann verlassen worden zu sein. Und selbst wenn sie mit diesem Gott hadert, der ihr diese Krankheit geschickt hat, behält sie noch einen Hauch ihrer pfiffig-bitteren Ironie. Leise und still scheint ihre Verzweiflung durch. Herzzerreißend, gerade weil sie ihr Aufbegehren so respektlos und unsentimental spielt.
Eine Aufführung der emotionalen Kontraste. Das Stück, die Inszenierung, die drei Darsteller: „Du siehst Gespenster“ ist einfach großartig!


„Mittelbayrische Zeitung“, 09.07.2008
„Zum Gastspiel des Theater Ingolstadt in Regensburg. Teenager Lena hat Krebs - Schwieriges Thema: 'Du siehst Gespenster'“
Hoffnungslos krebskranker Teenager hadert mit Gott, verliebt sich in seinen Krankenpfleger, sieht einen Engel und fällt schließlich ins Koma. Das ist der Stoff, aus dem Albträume sind. Aber Jörg Menke Peitzmeyer machte daraus ein anrührendes, gut funktionierendes Drei-Personen-Stück, bei dem sogar gelacht werden kann. Für das Theater Ingolstadt hat Jürg Schlachter „Du siehst Gespenster“ inszeniert, und im Rahmen der „Schaulust“ kam es zum Bismarckplatz, unterstützt von der Stiftung für Krebskranke und behinderte Kinder in Bayern. Ab zwölf Jahren stand im Programmheft. Mag sein, das ist etwas niedrig angesetzt. Aber schließlich „erwischt“ es ja auch sehr junge Menschen.
Peitzmeyer setzt auf eine Form von Galgenhumor, der das vorgeführte Elend zwar etwas leichter zu ertragen, aber nicht eine Sekunde lang lächerlich macht. Staubtrocken das Ambiente (Ausstattung: Bodo Demelius) – ein nüchternes Krankenzimmer, vorzüglich und immer eine Gratwanderung die schauspielerische Leistung von Susanne Engelhardt, Eva Rodekirchen und Aurel Bereuter. Engelhardt bringt eine sehr schnodderige, kahlköpfige Lena rüber, die gegen ihr Schicksal rebelliert, sauer auf Gott, die Eltern und Oliver Kahn, der ihr ein paar signierte Torwart-Handschuhe geschenkt hat, weil er aus Versehen ins falsche Zimmer kam.
Als obercooler Engel Angie fungiert Rodekirchen. Angie giftet, die Menschen brauchten Engel nur „um die Scheiße auszubaden, die Ihr angerührt habt“. Harte Töne, aber Lena ist froh, endlich jemanden zu haben, der sie nicht mit Samthandschuhen anpackt. Doch ihr Pfleger kann den Engel nicht sehen. Es wird philosophiert auf Teufel komm raus, und oft tut das richtig weh.


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