Totengespräch zwischen Madame de Pompadour und der Jungfrau Maria von Friedrich II König von Preußen

Totengespräch zwischen Madame de Pompadour und der Jungfrau Maria

Totengespräch zwischen Madame de Pompadour und der Jungfrau Maria von Friedrich II König von Preußen

Totengespräch zwischen Madame de Pompadour und der Jungfrau Maria

Madame de Pompadour kommt in den Himmel und begegnet dort der Jungfrau Maria, die sich mehr als wundert, dass die berühmte Mätresse Ludwig XV aufgenommen wurde. Die zwei ungleichen Schwestern liefern sich ein deftiges und schonungsloses Streitgespräch, wessen lustbestimmte Verführbarkeit moralisch verwerflicher sei.

Friedrich II vergnügte sich um 1772 als Autor mit derlei Plaudereien, die er in Französisch verfasste. Veröffentlicht wurden sie zu seinen Lebzeiten nie, sie waren zu riskant und wurden höchstens im Freundeskreis vorgelesen. Nach seinem Tode verschwanden sie aus seinen Schriften, zu gewagt war die Religionskritik des Freigeistes für die damalige Zeit.

1998 wurde das Stück in einer französischen Ausgabe wiederentdeckt und von Gerhard Knoll übersetzt. Es wurde zum Preußenjubiläum in Potsdam und Cottbus aufgeführt.

„Mein Vorleser Catt hatte Koliken, Gliederreißen, Flüsse, Bräunen, Hämorrhoiden, Blasenkrämpfe und ich weiß nicht, was noch mehr, als er es gelesen hat. Vielleicht hat ihn die heilige Jungfrau gestraft.“ Friedrich II. König von Preußen

Pressestimmen zur Aufführung am Cottbusser Staatstheater:
„Orte wie dieser, Räume mit so viel Potenzial an Fantasie sind selten. Diese Gruft ganz in Weiß, mit schäfchenweichen Hockern vollgestellt für ein Dutzend von uns, und die Wände ganz wie aus Watte – dies muss ein Stück vom Himmel sein! Hier nämlich findet nichts weniger als die furioseste Verzauberung der ausgehenden Spielzeit statt. Wie das? Und warum auf dem Klo? Ganz einfach, wo sonst fände man eine solch öffentliche wie intime Gruft im Theater. Wie in der Toiletten-Gruft, wo sich Madame Pompadour, die einflussreichste Kurtisane, und niemand Geringres als die Jungfrau Maria in wolkig-himmlischen Gefilden ein kleines Streit- und „Totengespräch“ liefern. Das ist ulkig, das passt prima“ Die Welt, 27.06.2001

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