I world

I world, von Knut Winkmann

Manchmal willst du einfach nur abtauchen. Flüchten. Komplett verschwinden. Es läuft für Jonas nicht gut im echten Leben. Nach einem Unfall fehlt ihm ein Auge, in der Schule ist er Außenseiter und seine Eltern verstehen ihn nicht. Als Konsequenz schottet er sich komplett ab, lebt eingeschlossen im Kellerraum des Elternhauses und wird zum westlichen Hikikomori. Sein Leben lebt er im Internet und baut sich ein virtuelles Utopia: In dieser Welt ist er furchtlos und stark. Hier nimmt er die Challenge an. Hier fühlt er sich wohl in seiner Haut. Hier wird jeder gebraucht. Doch auch in diesem scheinbar anonymen Rückzugsort lauern Gefahren. Als seine echte Identität im Netz geleakt wird und sein virtuelles Utopia zerfällt, verliert er scheinbar alles - mit fatalen Folgen.

Das Stück geht der Frage nach, was passiert, wenn sich ein Mensch komplett verschließt, sich abschottet und man nicht mehr an ihn rankommt. Es zeigt gleichzeitig eine faszinierende Parallelwelt auf, in der die Sehnsüchte und Träume online gelebt werden können. Aus der Distanz und mit Empathie wird Jonas‘ Geschichte von seinem älteren Bruder erzählt und kommt daher ohne moralischen Zeigefinger aus. Durch den Kontrast und das Spannungsfeld von realer und virtueller Welt wird Jonas' Verzweiflung deutlich – wie auch die Hilflosigkeit der gesamten Familie, die ihn in seiner selbstgewählten Isolation nicht mehr erreicht.

Ein Klassenzimmerstück über den Rückzug eines jungen Menschen in radikaler Konsequenz und die Überforderung seines Umfeldes mit dieser Situation.

  • 20. August 2021
    Junges Studio / Theater Lübeck
    Regie: Knut Winkmann

    Uraufführung (UA)

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