Fighter

Fighter von Knut Winkmann, Philipp Romann

Fighter von Knut Winkmann, Philipp Romann

Fighter

Führhand, Schlaghand, Kick - das ist die archaische Welt des Trainers: Immer auf Kampf gepolt, auf der Suche nach einem neuen Schüler, mit dem er es den anderen zeigen kann. Sami schließlich scheint das Zeug zum Sieger zu haben. In ihm sieht der Trainer endlich den Fighter, den Kämpfer und beschließt einen Siegertyp aus ihm zu machen; gegen den Willen von Samis Vater und sogar gegen den eigenen Club. Sami selbst kämpft gegen sich selbst und gegen Vorurteile - denn Sami ist schwul. Und das passt scheinbar so gar nicht in die harte Macho-Boxwelt. Machtlos erfährt der Trainer, dass Sami erpresst wird und sieht hilflos zu, wie es schließlich zur Verzweiflungstat kommt. Doch er bleibt an Samis Seite, nimmt ihn auf und hilft ihm wieder auf die Beine - getreu dem kämpferischen Prinzip: hinfallen, aufstehen und weitermachen. 

Das Training der Zuschauer bildet zu Beginn die Rahmenhandlung des Stückes. In Rückblenden erinnert sich der Trainer an Samis steinigen, von Mobbing geprägten Weg hin zur eigenen Identität. Macht, Gewalt, Sinnkrise und Selbstfindung verbinden sich zur gemeinsamen Geschichte von Trainer und Schüler wobei Klischees aufgebrochen werden.   

Ein starkes Klassenzimmerstück über das Spiel mit Identitäten und Geschlechterrollen und die Überwindung von Vorurteilen.

Pressestimmen:

»In dem Stück ist alles enthalten, was Jungen in der Pubertät bewegt - Männlichkeit, Mobbing durch Handy-Videos, Sexualität und Individualität. Der große Verdienst der assoziativen Monologe liegt darin, dass Klischees zwar bedient, aber dann auch wieder aufgebrochen und hinterfragt werden. Moralisiert wird nicht.« (Lübecker Nachrichten)

»Winkmann fordert dem Fighter einiges ab. Es geht um den Willen zur Macht, um Psychoanalyse, um Pubertät, um Gewalt. Im Mittelpunkt steht die Suche nach der eigenen Identität. Dies wird alles miteinander verwoben. [...] Romann spielt sehr intensives Theater. Er vermittelt so etwas wie eine Ästhetik der Gewalt. [...] Es herrschte bei der Aufführung eine große Spannung. Die Zuschauer sitzen ja auch sehr nah beieinander. Der Schauspieler erfüllt den Raum mit Phantasie. Man erlebt einen eindrucksvollen Theaterabend.« (Lübeckische Blätter)

 
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