Allesfresser

Allesfresser von Erpho Bell

Allesfresser von Erpho Bell

Allesfresser

Ein Theaterreigen um Leben und Tod

Metzgerin, Kleptomanin, Astronautin, Politikerin: In 12 Szenen werden 12 Begegnungen unterschiedlicher Frauenpaare gezeigt, die einander die Hand reichen: Metzgerin Ingeborg bedient die kleptomanische Kundin Edeltraut, Edeltraut trifft dann auf ihren Engel Klara, Klara besucht die Soziologin Marlene – bis die Kunstliebhaberin Erika zuletzt auf die Metzgerin Ingeborg trifft und sich der Reigen schließt: Begegnungen und Beziehungen bestimmen das Leben von Anfang bis zum Ende und lassen viel Raum für Verständnis, aber auch für Missverständnisse und Verletzungen. Und jede geht damit anders um: Während Edeltraut alles in sich hineinfrisst, wird die Journalistin Ginette zur verbitterten Frau, die Lust hat, andere zu zerstören.

Diesen Begegnungen unterschiedlicher Lebenswege und Ansichten, sind die großen Themenpaare des Lebens gemeinsam: Leben und Tod, Eros und Thanatos – und die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens. Ihre Antworten sind genauso individuell wie ihre Fragestellerinnen und reichen vom Zehren von der Vergangenheit der Astronautin Amanda bis hin zum Selbstmord der Soziologin Marlene. Das menschliche Geflecht von prägenden Beziehungen und Begegnungen wird nur von einem mythischen und zeitlosen Wesen, der Hydra, unterbrochen und kommentiert.

Das Stück spürt den wichtigen Dingen des Lebens nach und lässt sie dabei auf die unumstößlichen Gesetze der Natur treffen. Eine Überlebensstrategie ist, die zahllosen Alltags-Verletzungen in sich hineinfressen – alles fressen. Eine andere ist, die anderen aufzufressen. Sind wir Allesfresser?

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