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Deutschsprachige Erstaufführung am Mainfranken Theater Würzburg

Zum Stück: Immer wenn es Nacht wird
23. September 2000
"Immer wenn es Nacht wird" von Arlette Namiand
aus dem Französischen von Anne-Marie Chatelier und Ulrike Hofmann

Zur Deutschsprachigen Erstaufführung am Mainfranken Theater Würzburg, 23.09.2000

„MP-VB-SW Tageblatt“, 26.09.2000

„Interesse an extremen Situationen: Die französische Autorin Arlette Naminad zu Gast am Würzburger Theater. Freude und Erleichterung sind ihr ins Gesicht geschrieben. „Ich bin sehr glücklich“, sagt Arlette Namiand unmittelbar im Anschluss an die deutschsprachige Erstaufführung ihres Stückes „Immer wenn es Nacht wird“ am Mainfranken Theater. Und das sei keinesfalls als Höflichkeitsfloskel gegenüber dem Theater gemeint, als dessen Gast sie die Premiere besuchte.
Vor allem das „sehr körperliche Spiel der Darstellerinnen“ und die „intelligente Art über die soziale Realität der Figuren hinaus zu denken“ haben ihr sehr gut gefallen. (...). „Menschen in extremen Situationen und ihre Reaktionen darauf. Menschen, die der Realität nicht ins Gesicht blicken können und in Träumen oder Gewalt einen Ausweg suchen“, sagt Namiand, sind das Thema fast aller ihrer Stücke. Für die sich zunehmend auch das internationale Theater zu interessieren beginnt: so werden Stücke von ihr zur Zeit in Argentinien und Italien gespielt; daneben folgt in Kürze eine weitere Inszenierung von „Immer wenn es Nacht wird“ in Wels/Österreich. Und neben der Arbeit als Dozentin für dramatisches Schreiben an verschiedenen Hochschulen bleibt weiterhin Muße für neue Projekte: Zur Zeit arbeitet sie an einem Stück über den Leidensweg eines Mädchens in sieben Stationen, der nach einer Odyssee durch Europa in Berlin enden wird.““
„Die Sehnsucht nach dem kleinen Glück: Drei junge Frauen, drei Charaktere. Und irgendwie werden sie erwachsen. Einzig ein altes Sofa sorgt für etwas Wärme im Wartesaal, nach hinten öffnet eine die ganze Bühnenbreite einnehmende Glasfront den Blick in den Garten: Enge und Transparenz, Eingeschlossenheit und eine ungewisse Zukunft signalisiert das Bühnenbild von Marion Eiselé. Es greift das zentrale Motiv von Arlette Namiands „Immer wenn es Nacht wird“ auf, das in den Kammerspielen des Würzburger Mainfranken Theaters in deutschsprachiger Erstaufführung gezeigt wurde.
Drei Mädchen – Samia, Monika, Gil – stehen an einem Wendepunkt ihres Lebens. Ihre unbeschwerte Jugend geht zu Ende, ungeplant schwanger stehen sie an der Schwelle zur Erwachsenenwelt. Sie sind Gefangene ihres Körpers, „anderer Umstände“, aus denen es kein Entkommen gibt. Sie müssen Abschied nehmen von Jugendträumen, Verantwortung übernehmen für eine ungewisse Zukunft und wissen nicht, wie das geht. Angst und Aggresivität beherrschen das Halbdunkel der Zwischenwelt, in der sie sich notgedrungen eingerichtet haben und auf die Niederkunft warten. Jede der drei reagiert anders auf diese Situation. Die schrille, extrovertierte Samia überspielt ihre Angst mit vitaler Lebensenergie und extremer Emotionalität.(...).Ganz nach Innen gekehrt ist die romantische Monika (...). Aller Erfahrung und Logik zum Trotz hängt sie weiter ihren Träumen nach, hofft auf die Rückkehr ihres Freundes. Sie spinnt sich mit den beiden anderen märchenhafte Geschichten von der Sehnsucht nach dem kleinen Glück.(...). Ohnmachtsanfälle sind die Antworten der zarten Gil auf die Zumutungen der Situation – ihre kleinen Fluchten vor sich selbst.(...).
Ein flirrendes Schweben kennzeichnet insgesamt die Inszenierung von Simone Sterr. Durch akustische und dramaturgische Breaks hebt sie die realistische Darstellung ins Allgemeingültig-Existenzielle. Immer wieder wird die Spielsituation durch erzählende, erläuternde, kommentierende Passagen unterbrochen, der konkrete Erzählstrang in Momente poetischer Dichte zertrümmert. Ohne eine lineare Entwicklung durchzumachen stehen die drei Mädchen am Ende als Frauen da, die sich verändert haben. Beiläufig, unauffällig, jede ganz individuell für sich. Und doch- auch wenn es jetzt kitschig klingen mag - Mut machend für alle, die in ähnlichen Situationen stecken. Anhaltender Applaus.“



„MP-VB-SW Tageblatt“, 23.09.2000„

Drei Mädchen an der Schwelle: In „Immer wenn es Nacht wird“, zeigt Namiand drei junge Frauen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden.(...). Auf ganz unterschiedliche Weise bewältigt jede der drei diese Aufgabe. Dabei durchleben sie schnell wechselnde Zustände und Emotionen, pendelnd zwischen extremster Einsamkeit und der unbändigen Sehnsucht nach einem einfachen Leben. Raum und Zeit, ein Aufenthaltsraum am späten Sonntagnachmittag (...), nehmen diesen zwiespältigen Zwischenzustand auf. Wie auch Namiands kunstvolle Sprache , die in Frankreich mit dem Begriff „Lyrischer Realismus“ beschrieben wird, diesen flirrenden Schwebezustand zwischen realistischer Darstellung und poetischen Situationen spiegelt.
Regisseurin Simone Sterr verspricht ein Stück voll „französischem Feeling“ und den Verzicht auf jeglichen Sozialkitsch. „Die Emotionen der Mädchen zu zeigen, ohne ins Kitschige abzudriften“, beschreibt sie das Ziel ihrer Inszenierung. „Immer wenn es Nacht wird“ sei kein „explizites Jugendstück“, sondern interessant für alle Menschen ab 16 Jahren und deshalb bis auf wenige Ausnahmen auch im Abendprogramm angesiedelt.“



Main-Echo, 26.09.2000

„Suche nach ein bisschen Geborgenheit: Deutschsprachige Erstaufführung von „Immer wenn es Nacht wird“. Ungewollt schwanger – für drei junge Minderjährige aus problematischen Familien ist dies ein erzwungener Anlass, über sich selbst und die Zukunft nachzudenken. Dies schildert die französische Autorin Arlette Namiand in ihrem Stück „Immer wenn es Nacht wird“. Es hatte nun als deutschsprachige Erstaufführung erfolgreiche Premiere in den Kammerspielen des Mainfranken Theaters Würzburg. Simone Sterr inszenierte die Mischung aus Kurz-Szenen und Berichten, aus Dialogen und Monologen, aus Umgangssprache und lyrischen Fragmenten.(...).
Die Inszenierung zeichnet mit bildnerischen Verweisen auf der Bühne (...) diese Grundtendenz des Stücks nach: Da gibt es schwarze Stützen, halbrund angeordnet, die den Raum – in einem Heim für minderjährige Mütter – nach hinten begrenzen. Diese Stützen werden auch glühend neonfarben; dahinter tut sich eine dunkle Zone auf, in der Bäume stehen, Kies knirscht – der Raum ist also eine Art warmes Gefängnis gegen das „Draußen“. Einziger Einrichtungsgegenstand ist ein Sofa, das mal als Liege, Kuschelecke oder Versteck genutzt werden kann.
In dieser Umgebung erwarten die drei jungen Mädchen ungeduldig die Geburt, dass sie „es“ loswerden können, dass sie wieder frei sind, dass vielleicht der Freund zurückkehrt, wenn das Baby da ist, dass irgendwelche vagen Träume wahr werden. (...).
Was aus ihnen wird? Alle haben ihre Illusionen nicht aufgegeben, wollen wieder bei null anfangen, suchen im Grunde ein bisschen Liebe und Geborgenheit.“



„Julius“, 05.10.2000

„Doppeltes Spiel mit den Folgen der Liebe: Unterschiedlicher hätten die Stücke zum Beginn der neuen Saison am Würzburger Mainfranken-Theater nicht sein können: „Romeo und Julia“, eines der populärsten Stücke von Shakespeare im Großen Haus und „Immer wenn es Nacht wird“ von Arlette Namiand als deutschsprachige Erstaufführung in den frisch renovierten Kammerspielen. Und so unterschiedlich die Stücke, so unterschiedlich fällt das Urteil über die zwei Theaterabende aus.(...). Ganz anders dagegen die Inszenierung von Simone Sterr, die in den Kammerspielen „Immer wenn es Nacht wird“ von Arlette Namiand (...) inszenierte. Das beginnt schon mit dem Bühnenbild. Dem monoton Einfallslosen der Shakespeare-Inszenierung steht hier ein Bühnenbild (...) gegenüber, das das zentrale Motiv gleich augenfällig macht: Einzig ein altes Sofa sorgt für etwas Wärme im Wartesaal, nach hinten öffnet eine die ganze Bühnenbreite einnehmende Glasfront den Blick in den Garten: Enge und Transparenz, Eingeschlossenheit und eine ungewisse Zukunft signalisiert die Lebenssituation der drei Figuren im Stück der französischen Autorin.“



Nordbayrischer Kurier, 26.09.2000

„In der Inszenierung von Simone Sterr sahen die Zuschauer eine konzentrierte Verhaltensstudie mit heftigen emotionalen Ausbrüchen und stillen Passagen.“

Theater und Fußball sind zwei Paar Schuhe? – Mitteldeutsche Zeitung

Zum Stück: Der Manndecker
05. April 2000

Zur Uraufführung von "Der Manndecker" im Theater am Volkspark in Halle am 06.04.2000

Mitteldeutsche Zeitung, 05.04.2000
Theater und Fußball sind zwei Paar Schuhe? Das Theater im Volkspark will morgen das Gegenteil beweisen. Um 20.30 Uhr wird „Der Manndecker“ uraufgeführt. Nicht nur, dass in dem witzigen Monolog von Jörg Menke-Peitzmeyer ein Fußballer seine Weltsicht erklärt. Der Fußballklub VfL Halle leistet bei dieser Bühnenproduktion tatkräftige Hilfe. Und der FC Bayern München schickt sogar ein Original-Trikot für den Hauptdarsteller. [...]


Für ihn [Jörg Menke-Peitzmeyer] liegen Theater und Fußball eng beieinander. In der Kabine wird nicht anders über die Mannschaftsaufstellung geschimpft als in der Garderobe über die Rollenbesetzung’, glaubt er. VfL-Manndecker Mark Jonekeit sieht ähnliche Parallelen: ‚Das Stadion ist unsere Bühne. Wir trainieren die ganze Woche, um Samstag Leistung zu bringen, während die Schauspieler proben und in der Aufführung ihren Mann stehen müssen.’“


Mitteldeutsche Zeitung, 06.04.2000
„Theatersaal wird zur Fußball-Kabine“

Eine schizophrene Situation – Mitteldeutsche Zeitung

Zum Stück: Der Manndecker
20. März 2000

Zur Uraufführung von "Der Manndecker" im Theater am Volkspark in Halle am 06.04.2000


Mitteldeutsche Zeitung, 20.03.2000
„Fußball ist der Volkssport Nummer eins. Diese Einsicht schlägt sich nun im Programm des Theaters am Volkspark nieder. Das Stück „Der Manndecker“, in dem es um einen alternden Abwehrspieler geht, hat am 6. April Premiere. Um dieses Ereignis angemessen vorzubereiten, gab es im Vorfeld eine Lesung, die diesen Sport einmal anders beleuchten sollte [...].


Ein Höhepunkt: Die Lesung von Auszügen aus dem neuen Stück „Der Manndecker“ – von Menke-Peitzmeyer geschrieben, von Gerth gespielt. Dass die Inszenierung ein tragikomischer Abgesang auf jene Zeit werden soll, als Fußballer noch große Namen hatten, wurde auf amüsante Weise deutlich. Vier Jahre trug der Autor, seit der Kindheit Fußballfan, diese Idee mit sich herum. ‚Der Manndecker ist in einer schizophrenen Situation: Er muss das geliebte Spiel zerstören’, erklärt er. Dennoch sei sein Stück keine reine Vorstellung für Ballfans. ‚Manndecker, die rackern, und anderen den Rücken frei halten, gibt es in allen Berufen.’“
 


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