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Presse - Tove Appelgren

Robin hat Glück im Unglück – Mitteldeutsche Zeitung

10. November 2017

von Andreas Montag

Manchmal läuft es nicht gut im Leben. Bei Erwachsenen ist das so. Und bei Kindern auch. Ein Spielzeug geht kaputt - oder Vaters Auto wird geklaut. Der kuschelige Hamster stirbt. Der beste Freund oder die beste Freundin zieht weg. Oder die Eltern trennen sich.

Das passiert oft, viele Familien leben getrennt. Vorher hat es oft Streit gegeben. Die Kinder bekommen das natürlich mit. Aber sie wissen meistens nicht, worum es dabei geht. Das ist Angelegenheit der Erwachsenen. Aber wenn einer von denen dann den Koffer packt, geht es auch die Kinder etwas an.

Kinder fühlen sich dann manchmal mitschuldig. Sie glauben, es hätte an ihnen gelgen, dass die Eltrern sich trennen. Und viele wünschen sich, dass alles gut wird. Mama und Papasollen sich einfach wieder liebhaben. Aber es klappt nur selten. Viel öfter wird die Ehe der Eltern geschieden. Die Kinder leben dann meist abwechselnd bei Mutter und Vater. Das funktioniert gut, wenn sich beide wenigstens über die gemeinsame Liebe zu ihren Kindern einig sind.

Von diesem schwierigen Thema, das viele betrifft, handelt ein neues Theaterstück: "Robins Glück im Unglück". Das Glück ist, dass Robin mit der Scheidung seiner Eltern klarkommt. Das Unglück ist natürlich die Scheidung selbst. Robin {...} muss lernen, dass im Leben manchmal etwas schief geht. Etwas passiert, worüber man traurig wird. Trauer und Schmerz sind ein Teil des Lebens. Wie das Schöne auch: Eis essen und Schlitten fahren mit Eltern und Geschwistern zum Beispiel.

Aber man kann den Kummer überwinden. Wenn man Helfer hat und sich auch selbst vertraut.  {...} Davon wird in dem Stück erzählt. Es wurde am Donnerstag zum ersten Mal in Halle am Neuen Theater aufgeführt - und überhaupt zum ersten Mal in Deutschland.

Geschrieben hat das Stück Tove Appelgren. Die Schriftstellerin lebt in Helsinki in Finnland. Sie hat selbst Kinder, also schreibt sie auch Bücher und Theaterstücke für Kinder. Schon am Mittwoch war Tove Appelgren in Halle zu Gast. {...} Der Regisseur Remo Philipp hat das Kinderstück inszeniert - also gesagt, wie gespielt werden soll. Und der junge Schauspieler Max Radestock hat die Rolle von Robin übernommen. {...}

Für den Jungen Robin geht es am Ende gut aus. Auch wenn er erst einmal ganz unglücklich war. Aber Tove Appelgren, die das Stück geschrieben hat, möchte Kindern keinen traurigen Schluss anbieten. Damit die den Mut und die Freude nicht verlieren.

Helden in Strumpfhosen – Süddeutsche Zeitung

13. Juni 2015

Das Junge Resi zieht mit dem Stück "Thomas und Tryggve" durch Münchens Klassenzimmer

von Christiane Lutz

Eine Strumpfhose kann manchmal entscheiden, ob man dazu gehört, oder nicht. Bei Tryggve ist der Fall klar: Er wird ausgelacht, weil er Strumpfhosen trägt. Dabei trägt er sie ja nur, weil seine überfürsorgliche Mutter das so möchte. Zum Glück ist da noch Thomas, der sich nichts aus Tryggves Strumpfhosen macht, zumindest erst einmal nicht. "Thomas und Tryggve" heißt das Stück der finnischen Schriftstellerin Tove Appelgren, das das "Junge Resi" unter der Regie von Anja Sczilinski jetzt für Grundschulen inszeniert hat. Am Freitag war Premiere vor Erst- und Zweitklässlern in der Grundschule St.-Anna-Straße im Lehel.

Es ist eine "mobile Inszenierung", das heißt, Bühnenbild und Konzept sind von Sczilinski so entwickelt, dass das Stück in jeder Schule gespielt werden kann. Mit vierzehn Grundschulen in München besteht bereits eine Kooperation, "Thomas und Tryggve" wird auch in der kommenden Spielzeit durch die Stadtteile ziehen. Das Bühnenbild, wenn man es so nennen will, ist daher einfach gehalten: An einer quer durchs Klassenzimmer gespannten Wäscheleine hängen bunte Klamotten, drei lange Kisten liegen übereinander gestapelt, auf einem Pult steht ein Telefon. Sczilinski, Leiterin des "Jungen Resi" erarbeitete die Inszenierung mit den beiden Schauspielern Thomas Lettow und Franz Pätzold in wenigen Probentagen. In "Thomas und Tryggve" kommen neun Figuren vor, die abwechselnd von Pätzold und Lettow gespielt werden. Das bedeutet: rasend schnelle Kostümwechsel. Aus Tryggve wird Frida, indem sich Pätzold einen Rock aus der Hose zieht und eine rosa Haarklammer ansteckt, aus Thomas wird der Angeber Maki, mit Käppi und Prollhemd. Kleine Veränderungen, die sofort klarmachen: Jetzt ist der ein anderer.

Die Grundschüler steigen drauf ein, haben Freude am rasanten Wechselspiel der Schauspieler und offenbar keine Probleme, der Handlung zu folgen. Das Stück spielt praktischerweise in einem Klassenzimmer. Dort treffen sich Thomas und Tryggve, jetzt erwachsen, und erinnern sich an ihre gemeinsame Schulzeit. Es geht um die Angst vor dem ersten Schultag, um die fürsorgliche Muter und den rüpelhaften Vater, um die erste Liebe, um Freundschaft und Verrat. Denn obgleich Thomas und Tryggve erst unzertrennlich sind, lässt sich Thomas einwickeln von Angeber Maki, der Tryggve wegen seiner Strumpfhosen verspottet. "Wir haben bei den Proben viel darüber nachgedacht, was uns selbst unterhält. Was auch uns Spaß macht", sagt Anja Sczilinski nach der Vorstellung. Es sei erstaunlich, welch unterschiedliche Reaktionen das Schauspiel in den verschiedenen Klassen auslöse. Wie stark sich die Schüler mit den "Schwachen" solidarisierten, wie sehr sie den "Bösen" ausbuhten, hänge von der Dynamik der Gruppe ab, jedes mal überraschend. Die Schüler an diesem Morgen sind konzentriert und eher zurückhaltend. Am Ende ist das Mädchen Frida befreit, der Angeber ist in die Flucht geschlagen, Thomas und Tryggve sind wieder Freunde.

"Thomas und Tryggve" ist ein großer Spaß, eine Inszenierung, die den Kindern durchaus etwas zutraut, sie nicht schont in Wort und Vehemenz. Für Kinder ist es etwas Besonderes, wenn das Theater zu ihnen ins Klassenzimmer kommt, und nicht umgekehrt, sie ins Theater gehen müssen. Es erreicht sie in ihrer gewohnten Umgebung, auf ihrem Territorium, wo keine Ehrfurcht vor schweren Theatertüren und dunklen Räumen nötig ist. Der Raum ist zwar leicht verwandelt, Stuhlreihen grenzen Spielraum von Zuschauerraum ab. Doch die Kinder sind mittendrin in der Inszenierung, fühlen sich angesprochen und können, so betont ein Schüler, alles gut sehen von ihren Plätzen aus und die Schauspieler sogar anfassen, als diese sich durch die Reihen schleichen.

Diese Unmittelbarkeit scheint für die Schüler wichtig, um sich ganz auf die Geschichte einzulassen. Ein "mobiles Theater", wie es das Resi jetzt anbietet, trägt im Idealfall zu einem entspannten Verhältnis zwischen Kindern und Kunst bei, sodass der Gang ins "richtige" Theater dann einmal ganz leicht fällt.


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