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Presse - Tim Sandweg

Geschichten trösten gekonnt – Saarbrücker Zeitung

13. Januar 2015

„Die Meerjungfrau in der Badewanne“ feiert Premiere im Theater Überzwerg

Von Nicole Baronsky-Ottmann

Erstes Soloprogramm für Schauspieler Sebastian Hammer, erste Regiearbeit für Stephanie Rolser: Am Sonntag wird es spannend im Theater Überzwerg. Bei den Proben meisterten die beiden die Herausforderung mühelos.

Sebastian Hammer wird ganz alleine auf der Bühne sein. Über eine Stunde wird der Schauspieler des Theaters Überzwerg in dem Stück „Die Meerjungfrau in der Badewanne“, das am Sonntag, 18. Januar, Premiere hat, einen Soloauftritt hinlegen und alle sechs Rollen des Stücks spielen. Er wird als siebenjähriger Junge fliegen, als Mutter eines Babys lächeln, als alte Witwe krächzen, als eingebildete Freundin mäkeln. Und das Ganze funktioniert bestens. Die Geschichte „Die Meerjungfrau in der Badewanne“ stammt von Koos Meinderts. Das Kinderbuch über den Jungen Philipp, dessen Mutter die Familie verlassen hat und dessen Vater dazu wunderschöne Geschichten erfindet, hat Tim Sandweg, Lehrbeauftragter des Studiengangs Figurentheater in Stuttgart, zu einem Figurentheaterstück umgeschrieben. „Ich habe das Buch gelesen und die Geschichtehat mir sofort gefallen“, erzählt Sebastian Hammer. „Daher habe ich vorgeschlagen, das Stück aufzuführen – allerdings ohne Puppen, sondern als Soloprogramm“, sagt der junge Schauspieler, der aus Heidelberg stammt und in seiner dritten Spielzeit für das Theater Überzwerg spielt.

Er fragte Stephanie Rolser, ob sie die Regie in dem Stück übernehmen würde. Stephanie Rolser ist bereits seit dem Jahr 2006 am Theater Überzwerg. Bisher ist sie dort für die Ausstattung zuständig. Die studierte Theaterwissenschaftlerin hat zwar bereits Erfahrungen als Regisseurin mit dem Jugendclub des Theaters Überzwerg sammeln können, aber „Die Meerjungfrau in der Badewanne“ ist ihre erste Regiearbeit im regulären Spielplan. „Es ist schon sehr spannend, zu sehen, was dabei herauskommt“, bekennt sie.

Um sich besser auf die Umsetzung des Stücks vorbereiten zu können, sind die Regisseurin und der Schauspieler sogar gemeinsam nach Holland an die Nordsee gefahren. „Wir haben die Dünen und das Meer vor Ort erlebt, das hat der Arbeit sehr gut getan“, sagt Sebastian Hammer. Für ihn ist es sein erstes Solo-Stück. „Das ist natürlich eine Herausforderung, aber es ist auch toll, in einem Stück in so viele verschiedene Rollen zu schlüpfen.“ Und das gelingt ihm problemlos. Selbst die Dialoge zwischen seinen Rollen stellt er phantasievoll und überzeugend dar. Die Geschichte des Stücks tut ihr Übriges, um das Publikum mitzureißen. Die eigentlich traurige Geschichte einer Mutter, die ihren Mann und ihren Sohn verlässt, wird umrahmt von vielen anderen Geschichten, die allesamt gemeinsam haben, tröstend, originell und humorvoll zu sein. Die dadurch erzielte, unerwartete Leichtigkeit des Stücks wird in der Regiearbeit von Stephanie Rolser und der Darstellung von Sebastian Hammer liebevoll und sehenswert umgesetzt.
 

 

 

Lucie verbreitet Spaß – Lippische Landes-Zeitung

20. Mai 2011

Zur Inszenierung des Landestheaters Detmold

Premiere im "Kaschlupp!" hat eine mitreißende Wirkung auf die kleinen Zuschauer

von Andreas Beckschäfer

Lucie segelt davon! Wohin? Direkt in die Fantasie der Kinder. Denn die helfen ihr als eifrige Wolkenpuster dabei, ihre spannenden Abenteuer zu bestehen. Die Premiere kam gut an.

Detmold. "Was war das?", fragen die Kinder aufgeregt, als eine große Holzkiste auf der Bühne des "Kaschlupp!" plötzlich ein seltsames Eigenleben entwickelt. Es rappelt, es klopft und plötzlich schaut die kleine Lucie mit verschlafenen Augen aus ihrem ungewöhnlichen Schlafgemach heraus. So beginnt ein Tag im Leben eines Mädchens, das sich fürchterlich langweilt, weil all ihre Freunde in den Urlaub gefahren sind. Doch als Lucie beschließt, nun wie ihre Spielgefährten auch einen Tag am Meer verbringen zu wollen, verwandelt sich ihr Kinderzimmer in einen wilden Ozean. Und überhaupt ist wirklich nichts mehr das, was es eigentlich zu sein schien: Die Stehlampe wird zur gleißenden Sonne, ihre hölzerne Kiste zu einem Boot, das selbst den mächtigsten Wellen trotzt. Und was eben noch eine Wolke am Horizont war, ist auf einmal ein lautstark schnarchendes Schaf. Ihre überbordende Fantasie lässt die mutige Lucie ein aufregendes Abenteuer erleben, indem sie einen Paradiesvogel rettet, das Fliegen lernt und tatsächlich über Bord geht... Die Vorlage des Stücks ist eigentlich ein Puppenspiel von Tim Sandweg. Die Übersetzung ins EinPersonenTheater gelingt ausgezeichnet, was neben der reduzierten und doch atmosphärisch großartigen Ausstattung von TessaVeronika Janus vor allem der Darstellerleistung von Anna Katharina Schwabroh zu verdanken ist. Die 31Jährige spielt das kleine Mädchen mit so überragend kindlichem Gestus, dass die kleinen Zuschauer wachen Auges mit ihr träumen, staunen und lachen. Regisseur Valentin Stroh baut mit seiner lebendigen Inszenierung ein dankbares Gerüst für ihre wahrlich stürmische Spielweise und zaubert mit unzähligen kleinen kreativen Einfällen (etwa einem Papierheft, das unversehens zur pupsenden SonnencremeTube umfunktioniert wird) faszinierende Bilder in die Köpfe der Kleinen. Die wiederum pusten mit aller Kraft den wolkenverhangenen Himmel frei und dürfen sich am Ende gar verantwortlich dafür fühlen, dass Lucie sicher wieder nach Hause findet. Eine tolle Premiere im "Kaschlupp!", der Jugendbühne des Detmolder Landestheaters, mit einer mitreißenden Wirkung auf die kleinen Zuschauer. Der dreijährige JanLouis aus Lemgo beschrieb dies nach dem Stück in nur zwei Worten: "Noch mal!".

Lucie im Kaschlupp – Lippe Aktuell.de

18. Mai 2011

Detmold (as). Am Donnerstag, 19. Mai, um 11 Uhr kommt Lucie ins Kaschlupp, die Kinder und Jugendbühne des Landestheaters. Alle Kinder ab drei Jahren, die das Stück von Tim Sandweg sehen möchten, werden gebeten pünktlich zu sein, denn »Lucie segelt davon«.

Valentin Stroh führt Regie und er hat schon verraten, dass es viel mitzumachen gibt, weil Lucie dieses Jahr nicht in die Ferien fährt. Ein bisschen traurig ist sie schon, da alle Freunde am Meer oder beim Wandern sind, während sie zu Hause in ihrem Zimmer sitzt und Däumchen dreht. Doch da hat sie eine gute Idee. Warum sich nicht allein auf Reisen begeben? Flugs verwandelt sich ihr Zimmer in die hohe See: Gewitterstürmen gilt es zu trotzen und andere Abenteuer zu bestehen. Dabei werden Alltagsgegenstände umfunktioniert und zu Spielgefährten. Jacken mutieren zu Wolken, die Wolke wird zum Schaf und wenn Lucie mal ins Stocken gerät, kann ja immer noch das Publikum mithelfen. Denn eins ist klar: Reisen ist gut, aber zu Hause ankommen ist noch viel besser. Also hingehen und mitmachen. Achtung! Lucie fliegt auch in die Kindergärten und lässt sich gerne buchen.