Presse

Presse | Theaterverlag Hofmann-Paul

Presse - Tim Sandweg

Presse nach Stücken

Presse nach Autoren

Weitere Informationen

Autor

Presseartikel nach Stücke

Presse - Tim Sandweg

Trost der Fantasie – Saarbrücker Zeitung

21. Januar 2015

„Die Meerjungfrau in der Badewanne“ im Saarbrücker Theater Überzwerg

Von ask

Neu auf dem Spielplan im Kinder- und Jugendtheater Überzwerg ist das Stück „Die Meerjungfrau in der Badewanne“ von Tim Sandweg nach einem Roman von Koos Meinderts: Ein Mann alleine in einem Badezimmer, eine Stunde lang. Man sieht von ihm erst nur die Füße; den Kopf unter Wasser, testet er, wie lange er ohne Luft auskommt. Fast fünf Minuten, denn er ist das Kind einer Meerjungfrau.

Darsteller Sebastian Hammer als siebenjähriger Philipp spielt sich schnell warm, agiert mit großer Körperbeherrschung und bringt die Kinder im Zuschauerraum durch kleine Gesten zum Lachen. Das Stück ist eigentlich traurig: Ein kluger allein erziehender Vater füttert die Fantasie seines Sohnes mit Geschichten so an, dass der eine Fabulierkunst entwickelt, die ihn das Gefühl des Verlassenseins gut tragen lässt. Seine Geschichten sind ihm Heimat. So erzählt er, seine Mutter, die Meerjungfrau, habe es an Land nicht mehr ausgehalten und ins Meer zurückgewollt. Sie schickt ihm sogar eine Flaschenpost. Philipp weiß, dass er die selbst geschrieben hat, er weiß auch, dass seine Mutter wohl Selbstmord begangen hat. Er sucht sein Geheimversteck in den Dünen auf oder besucht eine alte Witwe, die zu ähnlichen Mitteln greift, indem sie mit Wäsche auf der Leine ihrem verschollenen Mann eine Anwesenheit gibt. Ein Mädchen seiner Klasse wird ihm zur Freundin „im Geheimen“.

Das Stück ist ein Plädoyer für die Fantasie, den Trost aus dem eigenen Kopf, denn Philipp betäubt sich nicht, er lebt. Die jungen Zuschauer empfanden Philipp als fröhlich, er sei nett zu allen Menschen. Und das waren einige – alle von Hammer selbst gespielt, überzeugend mit starker Körpersprache.

Die Meerjungfrau in der Badewanne – Saarländischer Rundfunk, Saartext

19. Januar 2015

Theaterkritik von Julian Schneider

Manchmal ist die Wirklichkeit schwer zu begreifen. Deshalb verpackt Philipp sie in seine Geschichten. Seine Mutter sei etwa eine Meerjungfrau, die sich, vom Heimweh gepackt, in die Fluten stürzte. Amüsant monologisierte Dialoge, lebendiges Erzählen, Freude am Spiel: Im Alleingang zieht Schauspieler Sebastian Hammer das Publikum in den Bann. Dazu ein wunderbar vielseitiges Bühnenbild. Musik und Geräusche zeichnen pointiert Lebenswege nach. Oft lustig, aber mit unterschwelligem Ernst, setzt sich das Stück auf kindliche Weise mit dem Leben in all seinen Facetten auseinander.

Geschichten trösten gekonnt – Saarbrücker Zeitung

13. Januar 2015

„Die Meerjungfrau in der Badewanne“ feiert Premiere im Theater Überzwerg

Von Nicole Baronsky-Ottmann

Erstes Soloprogramm für Schauspieler Sebastian Hammer, erste Regiearbeit für Stephanie Rolser: Am Sonntag wird es spannend im Theater Überzwerg. Bei den Proben meisterten die beiden die Herausforderung mühelos.

Sebastian Hammer wird ganz alleine auf der Bühne sein. Über eine Stunde wird der Schauspieler des Theaters Überzwerg in dem Stück „Die Meerjungfrau in der Badewanne“, das am Sonntag, 18. Januar, Premiere hat, einen Soloauftritt hinlegen und alle sechs Rollen des Stücks spielen. Er wird als siebenjähriger Junge fliegen, als Mutter eines Babys lächeln, als alte Witwe krächzen, als eingebildete Freundin mäkeln. Und das Ganze funktioniert bestens. Die Geschichte „Die Meerjungfrau in der Badewanne“ stammt von Koos Meinderts. Das Kinderbuch über den Jungen Philipp, dessen Mutter die Familie verlassen hat und dessen Vater dazu wunderschöne Geschichten erfindet, hat Tim Sandweg, Lehrbeauftragter des Studiengangs Figurentheater in Stuttgart, zu einem Figurentheaterstück umgeschrieben. „Ich habe das Buch gelesen und die Geschichtehat mir sofort gefallen“, erzählt Sebastian Hammer. „Daher habe ich vorgeschlagen, das Stück aufzuführen – allerdings ohne Puppen, sondern als Soloprogramm“, sagt der junge Schauspieler, der aus Heidelberg stammt und in seiner dritten Spielzeit für das Theater Überzwerg spielt.

Er fragte Stephanie Rolser, ob sie die Regie in dem Stück übernehmen würde. Stephanie Rolser ist bereits seit dem Jahr 2006 am Theater Überzwerg. Bisher ist sie dort für die Ausstattung zuständig. Die studierte Theaterwissenschaftlerin hat zwar bereits Erfahrungen als Regisseurin mit dem Jugendclub des Theaters Überzwerg sammeln können, aber „Die Meerjungfrau in der Badewanne“ ist ihre erste Regiearbeit im regulären Spielplan. „Es ist schon sehr spannend, zu sehen, was dabei herauskommt“, bekennt sie.

Um sich besser auf die Umsetzung des Stücks vorbereiten zu können, sind die Regisseurin und der Schauspieler sogar gemeinsam nach Holland an die Nordsee gefahren. „Wir haben die Dünen und das Meer vor Ort erlebt, das hat der Arbeit sehr gut getan“, sagt Sebastian Hammer. Für ihn ist es sein erstes Solo-Stück. „Das ist natürlich eine Herausforderung, aber es ist auch toll, in einem Stück in so viele verschiedene Rollen zu schlüpfen.“ Und das gelingt ihm problemlos. Selbst die Dialoge zwischen seinen Rollen stellt er phantasievoll und überzeugend dar. Die Geschichte des Stücks tut ihr Übriges, um das Publikum mitzureißen. Die eigentlich traurige Geschichte einer Mutter, die ihren Mann und ihren Sohn verlässt, wird umrahmt von vielen anderen Geschichten, die allesamt gemeinsam haben, tröstend, originell und humorvoll zu sein. Die dadurch erzielte, unerwartete Leichtigkeit des Stücks wird in der Regiearbeit von Stephanie Rolser und der Darstellung von Sebastian Hammer liebevoll und sehenswert umgesetzt.
 

 

 


Zum Seitenanfang