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Shakespeare wäre sicher baff – Märkische Allgemeine 14.08.2017

14. August 2017

300 Premierengäste erlebten am Freitag in Kampehl mit „Hamlet for you“ den Beginn der 8. Schöller-Festspiele

von Wolfgang Hörmann

Das muss man den Machern der Schöller-Festspiele lassen: Ihnen fällt immer was Neues ein, wenngleich der geneigte Zuschauer es gelegentlich erst auf den zweiten Blick erkennt. Bei der Premiere im vergangenen August versuchten drei bauernschlaue ledige Junglandwirte Frauen zu ködern. Das zuschauende Volk lachte Tränen, die sich allerdings mit den Tropfen von Dauerregen vermischten. Am ersten Abend der 8. Auflage des Komödienspektakels am Freitagabend im Kampehler Schlosspark gab es wieder ein volles Haus, wieder was zum Lachen, nur der Regen blieb diesmal in den Wolken.

Und wo bleibt das andere Neue? Es hatte sich diesmal klassisch gewandet, war doch im Titel für den Abend von „Hamlet“ die Rede. Shakespeares Tragödie bei den Komödianten um Festspielleiter Peter Schroth? Konnte das denn sein? Und ob! Der Titel in Gänze hieß ja auch „Hamlet for you“. Den „Hamlet für alle“ präsentieren Birgit Linner und Jörg Schur in der Regie von Sebastian Seidel vom Ensemble-Theater Augsburg.

Seidel lässt seine zwei Akteure künstlerische Schwerstarbeit verrichten. In Windeseile müssen sie immer wieder in verschiedene Rollen schlüpfen. Fast zwei Dutzendmal wechseln sie die Kostüme. So versuchen zwei Theaterverrückte „Hamlet“ zu spielen. Das muss entweder schief gehen oder sich in eine Komödie verwandeln, was dann auch geschieht.

Linner und Schur geben zwei Stunden lang alles, mal mit Shakespeare-Texten nahe am Original, dann wieder slapstickartig verwurstelt, situationskomisch und am Ende doch bittersüß bis zu Hamlets Tod. Besonders der weibliche Teil des Duos bringt die 300 gutgelaunten Besucher immer wieder zum Lachen. Birgit Linner darf sogar singen, was sie auch kann. Jörg Schur hat den deutlich längeren Textteil zu bewältigen. Er macht das mit Bravour.

Beide bauen aktuelle Reminiszenzen in das Stück mit ein. Hier wird über ein Kopftuch die Brücke zu einem heuer wichtigen Bekleidungsstück geschlagen, da können die Zuschauer sofort die zur Raute gespreizten Hände bei der kleinen flinken Frau der eigentlichen Erfinderin zuweisen. Die sich ständig verändernde Mimik von Birgit Linner gehört zu den Stärken des Stückes. Das Premierenpublikum verlässt nach zwei Akten zufrieden den Rasen am Schloss Kampehl.

Noch heute lenkt Jakob Fugger sein Finanzimperium – Augsburger Allgemeine

27. März 2016

Jakob Fugger ist ein engstirniger meckernder, alter Mann. Er schnauft und schimpft sich durch sein Wohnzimmer, kann nur mithilfe einer Krücke gehen. Kein Wunder, schließlich ist Fugger über 500 Jahre alt. Einer der mächtigsten Männer Europas, der ein sagenhaftes Vermögen anhäufte, zeiht auch heute noch die strippen in Augsburg. Denn: "Ich bin Augsburger, ich habe die Stadt zu dem gemacht, was sie einmal war."

Darum geht es in dem Theaterstück "Jakob Fugger Consulting", das im Fugger- und Welsererlebnismuseum eine Premiere feiert. (...) Das Stück ist eine Mischung aus Fakt und Fiktion. Es holt Jakob Fugger aus dem 15./16. Jahrhundert in die Jetztzeit. Dort ist er zum Berater der eigenen Firma geworden, zu einer Art Aufsichtsrat, wie er sich nennt. Im Hintergrund hält er die Fäden in der Hand, die Weltwirtschaft hängt an seinem Tropf. Gleichzeitig fällt es Fugger schwerer, den perfekten kapitalisten zu spielen. Es stört ihn, dass die einstige Weltstadt Augsburg zur Bedeutungslosigkeit verkommen ist. Die sTadt braucht seiner Meinung nach einen 'Relaunch'. "Wir waren eine Kaiserstadt! Und wir werden es wieder sein! Das muß der Anspruch sein." Ein Sieg des FC Augsburg über den FC Bayern München wäre ein Anfang. Darüber hinaus beginnt Jakob Fugger der Reiche, sich am Ende seines Lebens Gedanken über eben jenes zu machen. Was war gut, was war schlecht? (...)

Heinz Schulan, der den Fugger spielt, sagt: " Ich liebe den Charakter. Den alten Grantler zu speilen, macht unwahrscheinlich viel Spaß."

 

Jakob Fugger Consulting – Tageszeitung

18. Mai 2015

Presse am 18. Mai 2015 über den Auftritt auf "Schloss Edelstetten":
"Glanzstück war die Aufführung von „Jakob Fugger Consulting“. Das Ein-Personen-Drama basiert auf der Annahme, Jakob Fugger lebe noch. Sein vor 500 Jahren schon sagenhaftes Vermögen hat mittlerweile gigantische Ausmaße angenommen, sein Büro avancierte zur geheimen Machtzentrale der Welt. Dort sitzt der Alte, grantelt, räsoniert, zieht per Telefon die Fäden und amüsiert sich darüber, dass die Mächtigen der Welt nur seine Marionetten sind. Er agiert und kalkuliert rücksichtslos, zynisch. Und doch menschelt er, als schmerzgeplagter Alter, als jemand, der am Niedergang Augsburgs unsäglich leidet und der keinen Widerspruch zwischen Gottesfurcht und Habgier kennt. Heinz Schulan, der schon bei der Uraufführung 2007 im Sensemble-Theater den Fugger verkörperte, zog alle Register schauspielerischen Könnens, um diese schillernde Gestalt in all ihren Facetten lebendig werden zu lassen."

 


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