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Presse - Jörg Menke-Peitzmeyer

Was Kinder schon immer über Religion wissen wollten – Westdeutsche Allgemeine Zeitung

28. September 2015

von KUB

"Kommunionkinder": Leicht und gehaltvoll

Warum dürfen Frauen nicht Priester werden? Darf ich zur Kommunion, auch wenn ich nicht an Gott glaube? Laura (Talisa Lara) ist zehn und hat viele Fragen. Onkel Gabriel (Andreas Ksienzyk), selbst Priester, beantwortet sie.

"Kommunionkinder" heißt das Stück von Jörg Menke-Peitzmeyer, das am Freitag im Kinder-und Jugendtheater (KJT) seine Uraufführung feierte. Diskurs-Theater für kleine Leute ab neun Jahren, das frech, witzig und unangestrengt der Frage nachgeht, wo die katholische Kirche heute steht.

Laura ist die Wissbegierige, Gabriel erklärt, Onkel Dirk (schön gallig: Rainer Kleinespel) gibt den "Ketzer", der die Dogmen der Katholiken verhohnepipelt. Damit ist ein Spannungsfeld abgesteckt, in dem Lauras dritter Onkel (Thorsten Strunk) als Vermittler auftritt.

Die Brüder erinnern sich an ihre Jugend, an die 70er-Jahre, wo sie Gottesdienst spielten. Traubensaft war ihr Messwein, Schokolade die Hostie. Mit Laura singen sie die Hitparade der Kirchenmusik, samt Disko-Licht und Jingels wie bei Dieter Thomas Heck. Das hat Pepp, eine nette Idee von Regisseurin Antje Siebers.

Der Kommunionsunterricht hat sich verändert, sagt Laura. Jetzt spielten sie dort ein Bibel-Quiz nach Art von "Wer wird Millionär", das die Vier nachstellen. Videos, 50/50-Joker, Frage ans Publikum: Wie starb Jesus? Erschossen oder gekreuzigt?

Das Stück erklärt große Themen mit erfrischender Leichtigkeit. Was Kinder über Religion wissen wollen, aber nicht zu fragen wagen. Hier gibt es keine endgültige Antwort, dafür jede Menge Denkanstöße.

 

 

Zwischen Zweifel und Glauben – www.ars-tremonia.de

27. September 2015

von Lisa Lemken

Was hat die Kommunion in unserer heutigen Zeit für eine Bedeutung? Ist der kritische Zweifel im Gegensatz zu früher abseits der Freude über die Geschenke festlicher Kleidung bei den Kindern größer? Autor Jörg Menke-Peitzmeyer hat unter anderem schon mit „Miriam, ganz in Schwarz“ im Kinder – und Jugendtheater oder den „Fangesängen“ in der Oper Dortmund von sich reden gemacht.

Unter der Regie von Antje Siebers hatte er nun am 25. September 2015 mit seinem neuen Stück „Kommunionkinder“(ab 9 Jahren) im KJT Premiere.

Zum Stück: Die zehnjährige Laura ist ganz aufgeregt vor ihrer bevorstehenden Erstkommunion. Besonders freut sie sich auf das zu erwartende Handy-Geschenk und ihr selbst ausgesuchtes Kleid. Sie lebt alleine mit ihrer Mutter, die ihr Geld als Krankenschwester verdient. Ihre drei Onkel Gabriel, Jochen und Dirk besuchen sie eine Woche vor dem Ereignis. Gabriel vertritt als Priester und Repräsentant der katholischen Kirche derer Dogmen, während Dirk eher glaubenskritische Haltung einnimmt. Dazwischen steht der lebensfrohe Jochen, der versucht, die Vermittlerrolle einzunehmen. Die drei sinnieren über ihre Kindheit und Kommunion in den 80iger Jahren.

Laura freut sich auf die Kommunion und will die Zeremonie schon einmal mit ihren Onkeln durchspielen und schon mal ihr Kommunionkleid anprobieren. Sie hat alles über den Messablauf und Jesus Leben auswendig gelernt. Doch kommen ihr manchmal Zweifel und sie hat kritische Fragen….

Talisa Lara (Laura), Andreas Ksienzyk (Gabriel), Rainer Kleinespel (Dirk) und Gastschauspieler Thorsten Strunk (Jochen) füllen ihre Rollen mit viel Humor, Ironie und Sensibilität für ihre Charaktere aus. Sie scheuen auch keine kleinen Tanzeinlagen und Gesang von Kirchenliedern.

Besonders die junge Tasia Lara beeindruckte in ihrer Rolle als lebendige und von Zweifeln geplagte Zehnjährige. Ein humorvoller Höhepunkt war sicher eine an die legendäre „Hitparade“ angelehnte, bis ins Kleinste zelebrierte „Hitparade der Kirchenlieder“.

Ein zentraler Satz des Stückes kam von Dirk. Als Laura die Frage „Was bedeutet Kommunion“ richtig beantwortet, zeigt er sich beeindruckt. Darauf erwidert Gabriel bissig: „Ja, Kommunionkinder sind eben nicht so blöd, wie du sie gerne hättest.“ „Sie sind nicht blöd, sie sind bloß jung.“, antwortet Dirk. Im Alter von 9-10 Jahren ist Jahren ist es sicherlich schwer, eine Entscheidung für eine Religionsgemeinschaft bewusst und frei zu treffen.

Die Bühne war war in schlichten Weiß gehalten und bot den Schauspielern Gelegenheit, nah an das Publikum heran zu kommen. Die weiße Wand im Hintergrund mit eingelassener Tür diente als Projektionsfläche. Ob nun für ein lustiges stilisiertes Kinderzimmer, als Hintergrund für ein Bibelquiz in Anlehnung an „Wer wird Millionär“ („Wer wird Kommunionkind“) oder wenn in Bildern gezeigt wurde, was für eine „Modeshow“ bei den Mädchen, ähnlich bei erwachsenen Bräuten, heutzutage zu sehen ist.

Kritische Fragen zum Ausschluss von Frauen vom Priesteramt, Kindesmissbrauch durch Bischöfe und Priester, die verpflichtende Beichte der „kleinen Sünden“ und weitere wurden angesprochen.

Da war der Song „Kann den Liebe Sünde sein“ mit einem“Höllenfeuer“ im Hintergrund auf der Projektionswand passend ausgewählt.

Die Entscheidung für Glauben an Gott oder eben nicht Glauben sollte letztendlich eine individuelle, höchst persönliche Entscheidung sein.

 

 

Sprengen ist eine Option – Theater heute (07/2015)

01. Juli 2015

 

von Torben Gruscher

 

"Klassisches Drama, aber durchaus themaspezifisch, findet sich bei „The Working Dead“, geschrieben von Jörg Menke-Peitzmeyer und inszeniert von Jörg Steinberg für das Berliner Theater Strahl. Ohne Vergangenheit gibt es auch hier für die drei Protagonisten Jenny (Banafshe Hourmazdi), Finn (Franz Lenski) und Thamara (Alice Bauer) keine Zukunft. Während die drei Jugendlichen ihren persönlichen Weg zwischen Flucht in die Kunst, Anerkennen der Realität oder dem radikalen Zugriff des Sprengmeisters suchen, werden sie von den Erinnerungen der alten Industriehallen in Form von Zombies (und mit atmosphärischer Livemusik von Thomas Meyer und Felix Süpply) heimgesucht.

 

"Diese versammeln sich an ihrer alten Arbeitsstätte, ihrem ehemaligen Lebensmittelpunkt, um ihr Wirken im Elektrokombinat in Berlin-Oberschöneweide Revue passieren zu lassen und dabei textlich hier und da wie Epigonen des großen Heiner Müller daherkommen. Berichte aus verlorener, aber nicht unbedingt guter Zeit.

 

Zum Figurentableau gehören auch Eltern und Großeltern, die als gefühlte Wendeverlierer ihre ganz eigene Sicht auf das Jetzt, dieses unendlich lange Scharnier zwischen Vergangenheit und Zukunft haben. Gibt es einen Ausweg aus der ständigen Reproduktion der geplatzten Träume? Jenny ist die große Verfechterin dieses Jetzt, doch das ist gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, wenn die Welt so ist, wie sie ist. Also doch alles sprengen, wie Finn es träumt? Minutiös verlässt der Text dieses Terrain, und Steinberg verlässt sich ganz auf die geschriebenen Figuren, die in einer Europallettenlandschaft von Fred Pommerehn agieren. Ein düsterer Abend. Vielleicht ist Sprengen tatsächlich eine Option. In Berlin wird das Stück allerdings in der alten KAOS-Industriehalleaufgeführt. Die steht unter Denkmalschutz."

 

 

 


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