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Presse - Günther Breden

Schüler gegen rechtsextreme Ideologie – Nordsee-Zeitung

10. Februar 2014

Wirklichkeitsnah: Klassenzimmerstück "Die Weiße Rose - lebt" zeigt, wie aktuell Geschichte sein kann

von Ulrich Müller

Bremerhaven. Thema Nationalsozialismus und trotzdem eine unterhaltsame Geschichtsstunde? Was wie ein Widerspruch an sich klingt, funktioniert tatsächlich - zumindest, wenn das Junge Theater im Pferdestall (JUP!) die Sache in die Hand nimmt. Am Freitag erlebte Günther Bredens Klassenzimmerstück "Die Weiße Rose – lebt" im Schulzentrum Geschwister Scholl seine Premiere. Ein besserer Rahmen hätte sich für Jessica Glauses kurzweilige Inszenierung nicht finden lassen, denn es geht um Sophie und Hans Scholl, um deren Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose".

Christine Karall und Jan-Friedrich Schaper schlüpfen dabei jeweils in zwei Rollen, sind nicht nur Sophie und Hans Scholl, sondern auch die heutigen Schüler Sophie Altmann und Hannes Gebauer, die den letzten Stunden der am 22. Februar 1943 hingerichteten Geschwister nachspüren. Der Anlass dazu ist ein Stück, das Sophie nach der wahren Geschichte ihrer Namensvetterin geschrieben hat und mit dem sie für die Umbenennung ihrer Schule in Geschwister-Scholl-Schule werben möchten. [...]

Bei der Premiere machten die beiden JUP-Schauspieler ihre Sache prima, trafen im Hier und Jetzt den richtigen Tonfall, ließen zugleich mit Masken vor den Gesichtern die Vergangenheit und den von christlichem Glauben geprägten Widerstand aufleben.

NS-Richter Ronald Freisler geiferte von „Landesverrat und Wehrkraftzersetzung“, auf dem Overhead-Projektor illustrierten Familienfotos die Geschichte. Der Einsatz dieses schultypischen Geräts war ohnehin große Klasse, mit ihren begleitenden Grafiken und Illustrationen hat Franziska Junge ganze Arbeit geleistet.

„Mensch, Hannes, Scheiße!“ - es gab kein Happy End, eher einen Abgang im Zorn. Dafür aber Wirklichkeitsnähe, Humor und einen erfrischenden, manchmal sogar erfrischend respektlosen Umgang mit der Geschichte:  „Die Weiße Rose – lebt“ hat alles, was ein erfolgreiches Klassenzimmerstück braucht.

"Es ist der alte Rotz, den keiner hören will" – Lausitzer Rundschau

15. Mai 2007

UA am piccolo Theater, Cottbus

Premiere im Klassenzimmer

"Es ist der alte Rotz, den keiner hören will" , sagt Manni zu Sophie. Sie hat sich anlässlich der Umbenennung ihrer Schule in "Geschwister-Scholl-Gymnasium" ein Theaterstück ausgedacht. Es handelt von den letzten Minuten der beiden Widerstandskämpfer, bevor sie von den Nazis hingerichtet wurden. Es ist das Stück im Stück der Piccolo-Inszenierung "Die weiße Rose – lebt" . Gestern hatte es in der Paul-Werner-Oberschule in Cottbus Premiere. Anders als «Manni» in der Theaterszene annimmt, interessierten sich die Zehntklässler sehr für das, was angeblich niemand mehr hören will.

"Die weiße Rose – lebt" , geschrieben und inszeniert von piccolo-Theaterpädagoge Günther Breden, schlägt einen Bogen von damals zu heute. "Es soll gezeigt werden, wie sich der Antisemitismus wieder breit macht, Fremdenfeindlichkeit geduldet wird und Nazis wieder auf dem Vormarsch sind" , erklärt der Regisseur.

Das Zwei-Mann-Stück, das die jungen Schauspieler Hauke Grewe und Maria Schneider überzeugend spielen, hatte die Schüler offenbar sehr berührt. So herrschte ein Moment der Stille, bevor es für die Aufführung viel Applaus gab. "Das Stück ging mir sehr nahe" , sagte Anja Cudok (15). "Vor allem hat mich die Ungerechtigkeit erschüttert, die Hans und Sophie Scholl widerfahren ist" . Die 16-jährige Nele Vogt fand an der Inszenierung besonders gut, dass sie Parallelen zur heutigen Zeit zieht. «Ich denke, dass die Gefahr, die von den Neo-Nazis aus geht, unterschätzt wird. Das zu thematisieren, finde ich wichtig."

Ein wenig Nachhilfe in Geschichte bietet das Theaterstück außerdem. "Es ist interessant, auf die Art noch mehr über die ,Weiße Rose’ und die Geschwister Scholl zu erfahren. Das ist besser als Unterricht" , waren sich Dirk Enzmann (17) und Christian Heptner (17) einig. Nach Angaben von Regisseur Günther Breden sollen künftige Aufführungen theaterpädagogisch nachbereitet werden. "Schüler sind nach Premieren immer noch sehr verhalten" , ist seine Erfahrung.

Von Jana Tschitschke

 


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