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Presse - Carmen Priego

Ein Wort zu viel – Die Rheinpfalz

05. Februar 2019

Der Monolog „Es kommt der Tag“ mit einer großartigen Sina Peris am Theaterhaus G7 in Mannheim

Von Nicole Sperk

Sina Peris ist eine junge Frau, 24 Jahre alt, in Landau geboren, in Ludwigshafen lebt sie. Im Oktober 2018 hat sie ihren Abschluss als Schauspielerin an der Theaterakademie Mannheim gemacht. Vielleicht steht sie am Beginn einer Karriere als Schauspielerin, wer weiß. Am Mannheimer Theaterhaus G7 ist sie in dem Klassenzimmerstück „Es kommt der Tag“ zu erleben.

Niemand hat gesagt, dass eine Theaterinszenierung lang sein muss, um gut zu sein. Man kann in drei Stunden nichts erzählen und in 45 Minuten ein ganzes Leben. Das Leben von Jasmin, Schülerin, ein starkes, selbstbewusstes Mädchen. Dieses junge Leben wird aus der Bahn geworfen, durch ein einziges Wort, mit dem ihre Mitschüler sie flüsternd beleidigen. Das Wort heißt, man weiß es lange, bevor sie es plakativ herausschreit, „Hure“.

Warum gilt ein Mädchen, das mit einem, vielleicht auch mehreren Jungen schläft, als Hure? Wie kann es sein, dass die Gedanken eben noch um Pausenbrot und Caprisonne kreisten und jetzt bei Sex und Scham und Rache sind? Was macht es mit einem jungen Menschen, der von seiner Umgebung so behandelt wird? Die Konsequenzen, schlimme sind es wahrscheinlich, deutet der Text nur an. Auserzählt wird wenig, aber dem Zuschauer vermittelt Sina Peris eindringlich sämtliche Gefühlszustände von totaler Verliebtheit bis zu Todesangst und vielleicht auch -sehnsucht.

Geschrieben hat „Es kommt der Tag“ Carmen Priego in einer sehr heutigen Sprache: „Das neue Kleid ist voll im Arsch. Meine Mutter wird krass rumstressen.“ Priego ist eine aus dem Saarland stammende Schauspielerin, die seit vielen Jahren ein Engagement am Theater Bielefeld hat. Dort ist der Monolog auch uraufgeführt worden. In Mannheim spielt, schreit, brüllt, flüstert, singt Sina Peris ihn als Plädoyer für Respekt und Akzeptanz. Und das ist unbedingt sehenswert.


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