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Presse - Albert Frank

Kochshow zum Mitmachen – Nürnberger Nachrichten

13. Oktober 2014

Die Arbeitsplätze in den ersten Reihen sind vorbereitet. Messer, Schneidebretter, Einweg-Handschuhe und Plastikschürzen liegen ebenso bereit wie halbe Kohlköpfe. Denn diesmal darf das Publikum schnippeln. Und zwar ordentlich. Das Maß gibt eine spanische Paella-Pfanne von der Größe eines Wagenrads vor. Doch eigentlich sind bei Salz+Pfeffer gerade österreichische Wochen. Denn auf der Speisekarte stehen Wiener Krautfleckerl - live zubereitet. Und weil mit Kochen allein noch kein Theaterabend bestritten ist, gibt es in der Regie von Eva Kaufmann als Sättigungsbeilage vor gekachelter Kulisse noch ein faktengespicktes Seminar zur Kulturgeschichte des Essens. (...)

Dafür spielen Paul und Wally Schmidt sowie Schlagwerker Werner Treiber drei Hausmeister mit plastiksteifen Helmfrisuren in Rot und Blau (Kostüme und Ausstattung: Stella My). Sie assistieren einem kapriziösen Puppen-Professor mit Bierbauch und High-Heels, den Wally Schmidt unterm Trenchcoat ebenso gut führt wie sie später eine Jamie-Oliver-Figur mit charmantem englischen Akzent zum Leben erweckt. Paul Schmidt macht die Puppe KLaus mobil, und Werner Treiber gibt dazu auf allen möglichen Küchengeschirr den Takt an - besonders schön gelingt ihm das im Latin-Rhythmus auf einer italienischen Espresso-Kanne.

von Birgit Nüchterlein

Dümmer als die Polizei erlaubt – Rundschau Oberländer Wochenzeitung

16. Juli 2014

 "Theatergruppe Vorderes Ötztal" zeigt die Kriminalgroteske "Polizeiinspektion eineinhalb"

"In dieser Theaterfarce werden viele Themen wie etwa gentechnisch manipulierte Tauben, ebensolche Bananen, stereotype Beamte, Erpressung und die übersteigerte Leidenschaft für Fußball (...) angeschnitten."

von Martin Muigg-Spörr

Drama im tablet-Format – nordbayern.de

10. Februar 2014

Drama im tablet-Format bei den SPD-Kulturtagen – Zur Premiere von "Extraordinary Stage" in Schwabach

„Fast Faust“ – Klassiker in knackiger Kürze

Start der Schwabacher SPD-Kulturtage im Bürgerhaus von Carola Scherbel

Wie angenehm: Faust in 90 Minuten, Weltliteratur im Tablet-Format, ein „Drama to go“. Mit einem schauspielerischen Terzett, das kurzfristig zum Duo geschrumpft ist, mit Perücke und Papierhörnchen, mit Baskenmütze, Schürze und BH lässt sich „Fast Faust“ in knackiger Kürze inszenieren.

Die Passauer Studenten Jan Nießen und Maximilian Karg haben sich mit Regisseur Sebastian Ruppert unter dem Namen „Extraordinary Stage Explosion“ den Klassiker vorgenommen, auch bei den SPD-Kulturtagen unterhalten sie die Zuschauer im voll besetzten Bürgerhaus mit der Kombination aus Tragödie und Comedy bestens.

„Goethe ist für alle da, falleri und fallera.“ Der Reim steht als Leitmotiv über dem Ziel, den großen Klassiker mit kleinem Ensemble groß zu besetzen. Aber schon droht Ungemach: Das Ensemble ist noch kleiner, als die Zuschauer glauben. Denn von den drei Schauspielern fällt eine wichtige – nämlich das Gretchen – aus, weil ein Schwangerschaftstest positiv ausfiel und die werdende Mutter nicht all die „bad vibrations“ der Tragödie inklusive Kindsmord durchleiden soll.

Mephisto als Gretchen

Also müssen die Requisiten in noch rasanterer Folge vor und hinter den schwarzen Bühnenvorhang fliegen. Und Faust muss nun doch die Hexe spielen, das findet er, der immerhin „Gründer, Intendant, Chefdramaturg und erster Schauspieler“ ist, sei unter seiner Würde. Aber auch Mephisto muss ab und an seine kleinen Teufelshörnchen ablegen und das Gretchen mit Perücke und Gesang geben.

Dazu gesellen sich Diskussionen um dramaturgische Feinheiten, die auf offener Szene ausgetragen werden müssen. So hält beim Osterspaziergang Wagner auf Faustens Frage: „Für was hältst du das Tier?“ den Hund „für eine deutsche Dogge“. Seine Begründung erscheint nachvollziehbar: „Pudel find ich doof, da passt ein Teufel doch gar nicht rein.“

Trotzdem fliegt ein winziger Stoffhund auf die Bühne, und die Verwandlung des Pudels in den Herrn der Unterwelt, diese „Herausforderung für jeden Regisseur“ wird glanzvoll gemeistert – wenn das Gelächter des Publikums als Gradmesser dafür dienen darf.

Der Fortgang der Handlung wird immer wieder unterbrochen. Einerseits, weil Auerbachs Keller kurzerhand in die Pause verlegt wird. Andererseits, weil die beiden Schauspieler uneins sind über die Ursachen für den Schwangerschaftstest, auch der Gebrauch der dramatischen Tarnkappe und der fokussierenden Zeitlupe wird ausführlich erörtert. Denn das Schmuckkästchen muss von Zauberhand in Gretchens Zimmer wandern oder – noch schwieriger – Gretchens Bruder stirbt im Duell, steht aber als Faust noch auf der anderen Straßenseite. Andere dramaturgische Herausforderungen werden dagegen im Handumdrehen gelöst: Als Spiegel mit dem Antlitz der schönen Helena tut es in der Hexenküche auch das Playboy-Poster einer hindrapierten Schönheit. Und als Gretchen die Er-liebt-mich-er-liebt-mich-nicht-Blumenblättchen in der richtigen Reihenfolge abgezupft, den Riegel zur Stube offen gelassen und der Mutter den Schlaftrunk verabreicht hat, fliegen Backstage so richtig die Fetzen der Lust in Form von Perücke und BH.

Duo der Multitasker

Gottlob ergeht es ledigen Müttern heute anders als zur Zeit des Doktor Faustus: Das moderne Gretchen muss ihr Kind nicht mehr ertränken, die unsichtbare Dritte im Bunde der Bühnenkünstler darf ihren Mutterschutz genießen – und die Zuschauer haben auch ohne das scheinbare Gretchen viel Spaß an dem Klamauk mit klassischem Anstrich, den die beiden Multitasker Jan Nießen und Maximilian Karg unter der Regie von Sebastian Ruppert ihnen auftischen.