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Presse - Quiz-Show von Sebastian Seidel

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Es ist ein Abend wie jeder andere: Ein Mann kommt abgespannt von der Arbeit nach Hause und setzt sich wie gewohnt vor die Quiz-Show im Fernsehen. Doch plötzlich sitzt da noch jemand auf dem Sofa.

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Presse - Quiz-Show von Sebastian Seidel

Der Schattenmann – Augsburger Allgemeine

27. Februar 2012

Sebastian Seidel inszeniert im S’ensemble in einem verengten Raum sein surreales Stück „Quiz-Show“ über ungelöste existenzielle Zwänge und vergebliche Ausfluchten.

Die einen haben den kleinen Mann im Ohr. Diesem Mann, der abgespannt aus dem Büro kommt und nur mehr seine Quiz-Show im Fernsehen anschauen mag, begegnet er auf Schritt und Tritt. Der ungebetene Gast ist sein Schatten, sein Spiegelbild, sein Sparringspartner. Warum ist er hier? „Weil du hier bist.“ Niemals nennt der Unheimliche seinen Namen, nie seinen Auftrag oder sein Ziel. Er ist einfach nur da, hartnäckig und nicht abzuschütteln.

Es ist ein surreales Stück, das Sebastian Seidel mit „Quiz-Show“ für sein S’ensemble-Theater schrieb. Vor elf Jahren wurde es in der Kulturfabrik uraufgeführt, 2002 erhielt Seidel dafür den Augsburger Kunstförderpreis. Jetzt hat er das beklemmende Kammerspiel neu inszeniert. Dass es bei der Premiere am Samstagabend durch einen Sanitäter-Noteinsatz zu einer spontanen zusätzlichen dramatischen Zuspitzung und einer unvorhergesehenen Pause im durchgängigen Erzählfluss kam, steckten die beiden Schauspieler Florian Fisch und Birgit Linner als Schattenmann professionell weg.

Gerade hatte nämlich ihr Spiel, das eine Zeit lang in den immer gleichen Bewegungsabläufen repetierte, wieder Fahrt aufgenommen. Denn endlich hatte dieser einsame Mann, dessen Frau zu früh bei einem Autounfall gestorben war, den Plan gefasst, sich mit neuem Elan und Outfit dem Leben und der Liebe wieder zuzuwenden. Zweimal musste er die fetzigen Klamotten von damals auspacken und sie peinlich gockelig sich selbst präsentieren, um nur ja der jungen Kundin zu imponieren.

Florian Fisch und Birgit Linner bewegen sich in einem abgezirkelten Raum, der zwar eine Tür, aber keinen wirklichen Ausgang hat. Die Möblierung darin ist steril weiß, die Wege beschränken sich auf Stege, die im Kreis herumführen. In der Ebene darunter nistet nur der ungemütliche Gast, den man Über-Ich, Unterbewusstsein oder Alter Ego nennen könnte. Birgit Linner spielt ihn mit köstlich parodistischer Pantomime, die auch im Schweigen unaufhaltsam beredt ist. Florian Fisch gibt den in seiner Privatheit empfindlich gestörten Menschen, der sich beobachtet, kontrolliert und verhört fühlt und doch dieses Gegenüber für seine Selbstgespräche auch braucht und schätzt.

Durchgängiger dramaturgischer Rahmen ist die imaginäre Quiz-Show, in die sich das Duo auf seiner Couch ständig hineinzappt. Eine Alltagsroutine zum Abschalten, unter deren Oberfläche jedoch viele ungelöste existenzielle Fragen brodeln: Schuldgefühle, Aggression, Verdrängtes, Fluchten in Sucht, Arbeit und Illusionen. So unbestimmt wie das Verhältnis beider Figuren wabert auch die elektronisch verfremdete Musik von Eric Zwang-Eriksson durch das Stück.

Dem Publikum gönnt Sebastian Seidel, der selbst Regie führt, assistiert von Gianna Formicone, keinen unbeschwerten Komödienabend, auch wenn einiges so heiter aussieht. Der Blues bricht immer wieder durch – buchstäblich in stark abgebremsten, wortlosen Phasen im blauen Lichte. Und am Ende dunkle Nacht, abrupte Finsternis, Raum zum Weiterdenken ohne weitere bildliche Vorgaben. Kräftiger, lang anhaltender Applaus für starke schauspielerische Leistungen und eine mit zunehmenden Tempo packende Inszenierung.

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/theater-augsburg/Der-Schattenmann-id18982971.html

Warum sind Sie hier? – @3 Kultur

27. Februar 2012

 Gelungene Premiere der „Quiz-Show“ im S’ensemble Theater

Ein gebrochener Mann, der nach der Arbeit nicht nach Hause gehen will. Man sieht ihm an, dass er einiges hinter sich hat, und in der Wohnung angelangt, muss er erst einmal die Trümmer der letzten Nacht beseitigen. Doch wer ist dieser zweite Mann, der genau dieselben Klamotten trägt und den Ersten irgendwie nachmacht?

Mal sichtbar für den anderen Mann auf der oberen und mal unbemerkt auf der unteren Ebene der Bühne, ist dieser zweite Mann doch immer präsent und lässt sich nicht verscheuchen. Tag für Tag sitzt er neben dem Protagonisten auf dem Sofa und will mit ihm die Quiz-Show im Fernsehen schauen. Und auf die Frage „Warum sind Sie hier?“ kann er nur antworten: „Weil du da bist!“.


In Sebastian Seidels Wiederaufnahme seines Stücks „Quiz-Show“, das 2001 uraufgeführt wurde, geht es um diese absurde Situation. Es beginnt eine Konfrontation zwischen den beiden, dem Fremden als Alter Ego des Mannes, das ihn ständig an den Tod seiner Frau erinnert und ihn dazu drängt, sich mit seiner Vergangenheit auseinander zu setzen. Und die Quiz-Show, die der Mann immer mit seiner Frau schaute, läuft nebenher. Er versucht einen Neuanfang, ohne Frau und ohne Quiz-Show, doch die verflossene Zeit holt ihn ein und lässt sich einfach nicht verdrängen.


Birgit Linner und Florian Fisch spielen die beiden Kontrahenten, die mit Witz und Tragik die Tiefen der verletzten Seele ergründen. Durch ein geschicktes Bühnenbild und mediale Effekte schafft es Seidel, sein Stück wiederaufleben zu lassen und das Publikum zum Nachdenken zu bringen. Eine gelungene Premiere.

 

Achterbahnfahrt zwischen Kafka, Freud und Hitchcock – Neue Szene Augsburg

27. Februar 2012

Wenn die eigene Vergangenheit plötzlich mit auf dem Sofa sitzt, hat man mehrere Möglichkeiten. Florian Fisch, neben Birgit Linner einer der beiden Hauptdarsteller in Sebastian Seidels "Quiz- Show" im S'ensemble Theater, probiert sie alle durch: rauswerfen, anfreunden, einladen, sich zusammen betrinken, bedrohen. Es entwickelt sich eine psychologische Achterbahnfahrt zwischen Kafka, Freud und Hitchcock: - "Warum bist du hier?" - "Weil du hier bist!" Und am Schluss sitzt man doch wieder gemeinsam vor dem Fernseher...

"Quiz-Show" von Theaterleiter Sebastian Seidel wurde bereits 2001 auf die Bühne gebracht und erhielt damals den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg. Zu Recht, es ist eines von Seidels besten Stücken und wird in der Wiederaufnahme in "neuer Fassung" (Programmmheft) getragen von einem hinreißend intensiv agierenden Florian Fisch. Ein absolut sehenswertes Kammerspiel, das wie geschaffen ist für die Atmosphäre im S'ensemble Theater.

 


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