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Presse - Miriam, ganz in Schwarz von Jörg Menke-Peitzmeyer

Erklärungsversuch eines Mädchens mit seltsamen Hobby – Ruhr Nachrichten

01. Oktober 2012

Désirée von Delft meistert Monolog im KJT

 

Die 16-jährige Miriam besucht regelmäßig Beerdigungen von Wildfremden – und weint. Nur ein merkwürdigmakaberes Hobby? Ergründet wird dieses ungewöhnliche Verhalten im Monologstück „Miriam, ganz in Schwarz“ von Jörg Menke-Peitzmeyer für Zuschauer ab 13 Jahren, das am Freitag im Kinder- und Jugendtheater (KJT) als Deutsche Erstaufführung zusehen war.

 

Désirée von Delft meistert diesen 60-minütigen Erklärungsversuch dieses Mädchens grandios. Auf der kleinen Sckelly-Bühne, die Erinnerungen an Friedhöfe weckend mit Erde bedeckt und Blumentöpfen dekoriert ist (Ausstattung: Anja Lichtenegger), erlebt der Zuschauer das Spiel fast hautnah und wird in den Bann dieser wandlungsfähigen Schauspielerin gezogen, die überzeugend die Stimmung wechselt – von ausgelassen-heiter bis zu Tode betrübt, verschmitzt bis betont sachlich. Und sie kann wunderbar singen – berührend ihr Ave Maria. Da sie die Verstorbenen nicht kenne, brauche sie Musik für ihre tränenreichen Gefühlsausbrüche, gesteht sie emotionslos, so sorge sie für ihr inneres Gleichgewicht.

 

Regisseurin Isabel Stahl nutzt die intime Spielsituation und lässt Miriam die Zuschauer wie eine beste Freundin ins Vertrauen ziehen. Nicht ohne skurril-schwarzem Humor analysiert sie ihr Verhalten, zieht abstrus-anmutende Vergleiche mit Alltäglichem, erzählt von ihren Beerdigungserlebnissen – und Delft gibt sich mal als von Selbstzweifeln geplagte Jugendliche, mal als allwissender Teenager und entpuppt sich als Mädchen, das Angst hat zu sterben, ohne gelebt zu haben. – Heftiger Applaus für ein intensives Theatererlebnis.

 

von br