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Presse - Miriam, ganz in Schwarz von Jörg Menke-Peitzmeyer

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Miriam, ganz in Schwarz
Miriam, ganz in Schwarz
Miriam hat eine ungewöhnliche Passion. Sie geht zu fremden Beerdigungen und hat Freude daran zu sehen, wer trauert und wer gleichgültig bleibt. Sie lernt die Menschen kennen statt zur Schule zu gehen. Die Selbstfindung einer jungen Frau.

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Presse - Miriam, ganz in Schwarz von Jörg Menke-Peitzmeyer

Mit dem Tod das Leben suchen – AZ Sonntag

29. Dezember 2012

Das Junge Theater Biel Solothurn gastiert mit einem aufwühlenden Stück in den Oberstufen-Schulzimmern der Region

 

Bewegendes, professionelles Theater unmittelbar im Schulzimmer? Das ist für Oberstufenklassen möglich: Mit dem Stück „Miriam“ des Jungen Theaters Biel Solothurn, in dem ein Tabu-Thema behandelt wird.

 

Miriam kommt gerade von einer Beerdigung und ist daher spät dran. Sie stürmt ins Klassenzimmer und verkündet: „Der von heute Morgen hiess Reto Clavadetscher. Geboren 1921, gestorben 2012. Nicht gerade das, was man mitten aus dem Leben gerissen nennt.“ Ausser ihr haben nur noch zwei andere Leute geweint. „Die Tochter und ein Typ in der dritten Reihe.“ Der Verstorbene war kein Verwandter Miriams. Sie kannte ihn nicht einmal. Die 17-jährige Schülerin erzählt, dass sie pro Monat auf rund acht Beerdigungen komme. Warum sie das macht, wisse sie selbst nicht. Klar ist aber: Mit Todessehnsucht hat das ganze nichts zu tun.

 

Miriam hat eher eine Art Lebenssehnsucht. Sie sucht das reine Leben.“, erklärt Anja Schärer. Sie ist die Darstellerin der Miriam. (...)

 

Das vom Deutschen Jörg Menke-Peitzmeyer geschriebene Klassenzimmerstück richtet sich speziell an Schüler ab der neunten Klasse. Das Stück, das dieses Jahr vom Jungen Theater Biel-Solothurn aufgeführt wird, bahndelt die Tabu-Themen Tod, Trauer und Einsamkeit. In der Stückbeschreibung dazu ist zu lesen: „Die Schüler kennen die Fragen um Tod und Trauer zwar aus den Medien. Aber eine Auseinandersetzung mit dem Tod findet in ihrem täglichen Leben kaum statt. Hier setzt das Stück an.“

 

Damit die Schüler das Gesehene verarbeiten können, folgt nach der Aufführung eine Diskussion mit Darstellerin Anja Schärer und der Theaterpädagogin Muriel Jenni. (...)

 

Warum gerade dieses Stück? Regisseurin Barbara Grimm: „In den letzten Klassenzimmerstücken hatten wir stets männliche Hauptrollen. Nun suchte ich bewusst nach einem Stück, welches für eine Frau geschrieben ist. Zudem hat mich das Thema sofort angesprochen – als Harold and Maude-Fan“, lacht sie. Wie der Filmklassiker aus den Siebziger-Jahren ist „Miriam“ gespickt mit schwarzem Humor.

Das Stück ist berührend.

 

von Beatrice Kaufmann

 

Die Sucht nach Trauer und Tränen – Main Post

23. November 2012

"Miriam, ganz in Schwarz" am Mainfranken Theater

Würzburg. Mainfranken Theater: Die Sucht nach Trauer und Tränen

„Miriam, ganz in Schwarz“ zeigt als mobile Produktion des Mainfranken Theaters eine 16-Jährige auf der Suche nach Sinn

Was ist eigentlich normal? Viermal die Woche zum Basketballtraining zu gehen? Oder bis zu zweimal wöchentlich auf eine Beerdigung, obwohl man den Toten gar nicht kannte? Miriam ist sich sicher, dass ihre Umgebung sie nicht verstehen würde, denn sie hat – in Jörg Menke-Peitzmeyers Stück „Miriam, ganz in Schwarz“ – das eine Hobby gegen das andere eingetauscht. Der Monolog, der in den Kammerspielen des Mainfranken Theaters Premiere hatte, steht als mobiles Klassenzimmertheater für Jugendliche ab 13 Jahren zur Verfügung. Inszeniert hat Nele Neitzke, die fünf Jahre am Theater Ulm als Theaterpädagogin tätig war und mit „Miriam“ nun ihre erste Jugendtheaterproduktion in Würzburg präsentiert. Seit dieser Spielzeit leitet sie das Kinder- und Jugendtheater des Mainfranken Theaters.

Was hat es auf sich mit der 16-Jährigen, deren erklärtes Laster es ist, auf Trauerfeiern zu weinen? Gruftiemode und Goth-Gehabe spielen hier keine Rolle: Miriam ist nicht cool-morbide mit bleichem Gesicht und schwarzem Make-Up, Ihr schwarzes Kleid versteckt sie unter einer bunten Jacke. Geradezu süchtig nach Trauer und Tränen, beobachtet sie die Trauergesellschaften und macht sich ihre Gedanken. Erwischen lassen will sie sich nicht – schließlich hat sie keine Lust, gleich „in eine Anstalt“ gesteckt zu werden und statt Abitur zu machen in einer Therapiegruppe Holzfiguren zu bemalen.

Wenn Miriam sinniert, was sie eigentlich zu ihrem eigenwilligen Verhalten antreibt, geht es um alles. Um die Einstellung zum Leben, um die Frage nach dem Sinn, darum, ob Menschen, die wissen, dass es den Tod gibt, gefährlich sind für jene, die das nicht wissen wollen.

Und natürlich geht es um die Frage, wie normal man sein muss. Und was eigentlich normal ist. Fragen, die bestimmt mehr von Miriams Altersgenossen umtreiben, als ihr klar ist.

Anna Sjöström spielt Miriam mit viel verschmitztem Charme. Eine dreiviertel Stunde lang lässt sie den Teenager mit all ihren Fragen, Nöten und Überzeugungen zu Wort kommen. Meist wirkt sie selbstsicher. Doch immer wieder scheinen Zweifel und Verletzlichkeit durch. Wenn Anna Sjöström die „Beichte“ über ihre geheime Sucht vor einer Klasse ablegt, wird das vermutlich noch intensiver zu spüren sein als auf der Bühne bei der Premiere in den Kammerspielen.

von Ulrike Wolk

 

 

Erklärungsversuch eines Mädchens mit seltsamen Hobby – Ruhr Nachrichten

01. Oktober 2012

Désirée von Delft meistert Monolog im KJT

 

Die 16-jährige Miriam besucht regelmäßig Beerdigungen von Wildfremden – und weint. Nur ein merkwürdigmakaberes Hobby? Ergründet wird dieses ungewöhnliche Verhalten im Monologstück „Miriam, ganz in Schwarz“ von Jörg Menke-Peitzmeyer für Zuschauer ab 13 Jahren, das am Freitag im Kinder- und Jugendtheater (KJT) als Deutsche Erstaufführung zusehen war.

 

Désirée von Delft meistert diesen 60-minütigen Erklärungsversuch dieses Mädchens grandios. Auf der kleinen Sckelly-Bühne, die Erinnerungen an Friedhöfe weckend mit Erde bedeckt und Blumentöpfen dekoriert ist (Ausstattung: Anja Lichtenegger), erlebt der Zuschauer das Spiel fast hautnah und wird in den Bann dieser wandlungsfähigen Schauspielerin gezogen, die überzeugend die Stimmung wechselt – von ausgelassen-heiter bis zu Tode betrübt, verschmitzt bis betont sachlich. Und sie kann wunderbar singen – berührend ihr Ave Maria. Da sie die Verstorbenen nicht kenne, brauche sie Musik für ihre tränenreichen Gefühlsausbrüche, gesteht sie emotionslos, so sorge sie für ihr inneres Gleichgewicht.

 

Regisseurin Isabel Stahl nutzt die intime Spielsituation und lässt Miriam die Zuschauer wie eine beste Freundin ins Vertrauen ziehen. Nicht ohne skurril-schwarzem Humor analysiert sie ihr Verhalten, zieht abstrus-anmutende Vergleiche mit Alltäglichem, erzählt von ihren Beerdigungserlebnissen – und Delft gibt sich mal als von Selbstzweifeln geplagte Jugendliche, mal als allwissender Teenager und entpuppt sich als Mädchen, das Angst hat zu sterben, ohne gelebt zu haben. – Heftiger Applaus für ein intensives Theatererlebnis.

 

von br

 


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