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Love Movie Theater
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Eine schöne Geschichte. Eine Frau und ein Mann begegnen sich in einer Bar. Der Anfang funktioniert, die Worte und Gefühle gleichen sich. Sie verbringen die Nacht zusammen. Das Leben zu zweit beginnt wie in einem romantischen Liebesfilm.

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Presse - Love Movie Theater von Sebastian Seidel

Love Movie Theater – Westfälische Nachrichten

17. Juni 2012

Rückwärtsfahrt durch die Gefühlswelten - "Love Movie Theater": Paar in der Krise

Münster - Das Stück endet, wie es begann. Abspann gleich Vorfilm, projiziert in der angedeuteten Kulisse einer spärlichen Privatsphäre. Einmal Karussellrückwärtsfahrt durch die Gefühlswelten. Perpetuum Mobile, angetrieben durch Vorwürfe und Wunschdenken. Sie: „Ich hasse es.“ Er: Was? Sie: „Dieses Gespräch.“

Von Gerold Marius Glajch

 

Sie und er passen klasse – aber nur noch gegeneinander. Aneinander vorbei hat man sich noch viel zu sagen. „Love“ eben, oder vielmehr „Love Movie Theater“. Sie und Er. Mann und Frau. Mehr Namen wollte Autor Sebastian Seidel (Jahrgang 1971) seinen beiden Protagonisten nicht geben. Poetisches Theater eben, bar jeder Redundanz: kein Wort zu viel, kein Satz überflüssig. Dazu ein pointiertes Pianospiel der Koreanerin Usong Lee, die mit magischen Tönen eine Stimmung erzeugte wie in Kubricks „Eyes Wide Shut“, Schnitzlers Traumnovelle.

Was Imke Zimmermann und Sebastian Renczikowski unter der Regie von Enrico Otto aus diesem knapp einstündigen Dialog gestaltet haben, nötigt größten Respekt ab. Mann: immer verzweifelt, weil hilflos verliebt in diese Frau. Sie: pausenlos kämpfend um diese Liebe, an die sie nur glaubt, da sie es unbedingt will. Selbstmitleid und Erniedrigung bei ihm. Euphorie bis zu hysterischen Reaktionen bei ihr. Da fliegt auch schon mal ein Stuhl so durch die Szenerie, dass die Zuschauer aufspringen möchten. Imke Zimmermann hat sich während ihrer Arbeit am „theaterlabor“ zu einer Darstellerin entwickelt, deren Vielfalt und Verwandlungsfähigkeit nichts mehr mit Studenten- oder Laientheater gemein hat. Ihre Sätze schießen wie Pistolen, ihre Aktionen kommen punktgenau. Da ist es schwer, sich als Mitspieler zu behaupten.

Nicht jedoch für Sebastian Renczikowski. Obwohl in der Vergangenheit nicht so im Vordergrund der Theatergruppe, verkörpert er den Typus des Mannes ohne besondere Eigenschaften mehr als glaubhaft. Er hat nur seine Liebe zu einer Frau, die sich in der Traumwelt einer Seifenoper glaubt und beim Erwachen erfährt, dass sie keinen Hauptdarsteller erwischt hat. Das will sie ändern. Ein Krimi wäre spannend. Mord. Er, schon tot, darf aber noch laut denken: Ein Trugschluss, dass mein Leben auf einer wahren Geschichte beruht.


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