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Presse - Limbo von Margareta Garpe

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LIMBO ist ... ein Ort zwischen Himmel und Hölle ... ein Tanz für geschmeidige Körper ... eine Komödie über Frauen und Sucht

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Presse - Limbo von Margareta Garpe

Inklusionstheater – im Blick.Punkt. Zeitschrift des Amateurtheaters Oberösterrreich Nr. 4/2014

01. Dezember 2014

Inklusion (lat.: inclusio: „Einschluss“; auch:  Einbeziehung, Eingeschlossenheit, Zugehörigkeit)

Inklusionstheater - also die gemeinsame Theaterarbeit von Profis mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen - gewinnt europaweit immer mehr an Bedeutung.

Das seit einigen Jahren bewährte KUKTHEATER, ein Zweig von promente OÖ, das sich zurecht einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Arbeit mit psychisch Beeinträchtigten erworben hat, brachte „Limbo“ der Stockholmer Autorin Margareta Garpe zur Österreichischen Erstaufführung.

Der spannende, starke Text ist in einer Klinik für Suchtkranke, die auf einer schwer zu erreichenden Insel liegt, angesiedelt. Hier suchen prominente wie auch „normale“ Menschen nach Heilung und neuen Perspektiven.

Fünf Frauen, vom einst obdachlosen Junkie bis zur karrierebesessenen, einst erfolgreichen Journalistin, die glaubt, nur für eine Reportage hier zu sein, wollen sie unter Leitung der früher selbst betroffenen Therapeutin Betty, assistiert von Pfleger Bill, ihre Sucht bekämpfen. Nach anfänglicher Verweigerung beginnen sie offen über ihren Weg in die Abhängigkeit zu erzählen.

Regisseurin Katharina Bigus, die selbst als Betty zu sehen war, hat im sterilen Therapieraum von Roland Ploner, der intensive Lichtstimmungen (Alexander Böhmler) ermöglichte, mit ihrem Team eine intensive Inszenierung von großer Geschlossenheit geschaffen und eine äußerst homogene Ensembleleistung erwirkt.

Supertalente im „Limbo“ der Theaterwerkstatt – fricktal24.ch

06. Februar 2009

Zur DSE durch die Theaterwerkstatt Rheinfelden, Schweiz, am 03.02.2019 

fricktal24.ch, 06.02.2009


„Limbo“ - Grossartige Premiere der Theaterwerkstatt Rheinfelden
Mit „Limbo“ präsentiert die Theaterwerkstatt Rheinfelden unter der Regie von Raphael Bachmann ein wunderbares Stück, in dem es um weiblichen Sarkasmus, Ironie und Selbstfindung geht. Ein spritziges und ehrliches Stück, das jeden in seinen Bann zieht.


Supertalente im „Limbo“ der Theaterwerkstatt
Frauen. Mit Problemen. In einer Suchtklinik. Das lässt schon erahnen, welch abenteuerliche und spannende Geschichten sich daraus ergeben. Am Freitag dem 30. Januar fand die Premiere des Theaterstückes „Limbo“ in der atmosphärischen Cigarrenfabrik Wuhrmann, Rheinfelden statt, deren Besuch sich allemal gelohnt hat und nachhaltig weiter wirkt.
Im Stück der Theaterwerkstatt geht es um verschiedene Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen in einer Suchtklinik sind. Einige sind schon länger da, andere sind Neuzugänger und jede hat ihre ganz eigene Story und persönliche Ziele, welche während der Geschichte nach und nach ans Licht kommen. Was Frauen, die nichts mehr zu verlieren haben, denken und fühlen und vor allem, was sie dann alles sagen, wenn sie nicht mehr auf gesellschaftliche Etiketten achten müssen, ist witzig, herrlich offen und direkt. Eine fantastische Inszenierung, nicht nur für Frauen geeignet, ganz im Gegenteil…
Talentierte Schauspieler
Das Stück selbst ist einzigartig und schafft es, den Zuschauer vom Anfang bis zum Schluss mitzureissen. Die Spannung ist anhaltend, die Szenen wechseln sich fließend und ohne Unterbrechungen ab. Die Geschichte nimmt interessante, nicht vorherahnende Wendungen und das Publikum möchte keine Sekunde verpassen, weil es unbedingt wissen muss, was als nächstes passiert. Genau dieses Gefühl macht ein gutes Stück aus.
Doch die geniale Beschaffenheit der Aufführung ist nur die Hälfte des Kuchens. Die Schauspieler selbst bringen eine Glanzleistung hervor. Der Hoffnungslosen glaubt man ihre Ziellosigkeit, der Egoistischen ihre Selbstbezogenheit und mit der Süchtigen ist Mitleid angesagt. Die Zuschauer kauften den Damen auf der Bühne den gespielten Charakter vollkommen ab, weil sie diesen so authentisch darzustellen vermögen. Vor allem die Therapieleiterin wird sensationell dargestellt und erinnert mit ihrer Gestik und Überzeugungskraft sowie dem Abhandensein von von künstlichem Theaterspiel, an die großartige Meryl Streep.
Wie bereits geschrieben, „Limbo“ in Kombination mit der schauspielerischen Leistung des Ensembles der Theaterwerkstatt Rheinfelden und dem außergewöhnlichen Spielort, ist ein wahres Juwel in der schweizerischen Theaterszene.

Halt und Boden verloren – Aargauer Zeitung

03. Februar 2009

Zur DSE durch die Theaterwerkstatt Rheinfelden, Schweiz, am 03.02.2019 

Aargauer Zeitung, 03.02.2009


„Halt die Klappe, alter Suffkopp!“. Deutschsprachige Uraufführung: Theaterwerkstatt spielt „Limbo“, ein Stück über Frauen und Sucht
Die Rheinfelder Theatertruppe spielt das Stück „Limbo“ von Margareta Garpe und widmet sich damit dem Thema Sucht. Spielort ist die alte Cigarrenfabrik von Wuhrmann Cigars. Vergangenen Freitagabend war Premiere. Das Laientheater zeigt einmal mehr ein spannendes Stück und eine überdurchschnittliche schauspielerische Leistung.
Die schwedische Autorin Margareta Garpe ist bei uns weitgehend unbekannt, gilt aber im skandinavischen Raum als renommierte Autorin, Die Rheinfelder Theaterwerkstatt hat das von Garpe geschriebene Stück „Limbo“ adaptiert und bringt es jetzt in Rheinfelden zur Aufführung. Das Laienensemble unter der Führung von Regisseur Raphael Bachmann hat sich das Recht für die deutsche Erstaufführung gesichert - vergangenen Freitagabend war demnach in den Räumlichkeiten der ehemaligen Wuhrmann Cigars nicht nur Premiere, sondern auch deutschsprachige Uraufführung.
Das Stück "Limbo" beziehungsweise dessen Thematik dreht sich um Sucht, dargestellt anhand des Schicksals abhängiger Frauen. Daten zeigen, dass das Thema nach wie vor von gesellschaftlicher Bedeutung ist: Gemäß Geschäftsbericht 2007 der Psychiatrischen Dienste Aargau etwa finden sich hinter mehr als einem Viertel der Diagnosen im Bereich der Akutpsychiatrie psychotrope Substanzen.
Halt und Boden verloren
Im Stück von Garpe dreht sich alles um sechs Frauen, die psychotrope Substanzen in einem Maß konsumieren, dass sie Halt und Boden im sozialen Umfeld und in der Gesellschaft verloren haben. Dementsprechend finden sie sich in einer Suchtklinik wieder, wo Betty, einst selbst alkoholabhängig, die Gruppe therapiert.
Lilo (Karin Erni) ist (Ex)Junkie, die anderen fünf haben ihr Leben vorwiegend mit Alkohol ruiniert. Anwältin Hanna (Helen Hirt) überdies bringt beim Klinikeintritt Schlaftabletten in rauen Mengen mit, Kim (Carolin Steiner) hat zudem ein kleines nymphomanisches Problem. Anna Batschelet spielt Millan, die liebenswürdig-sympathische alternde Adelige. Die Pianistin steht damit zum ersten Mal überhaupt auf Theaterbrettern. Viktoria (Christine Walser) versteigt sich in der „verkoksten“ Fantasie, die Klinik als Undercover-Journalistin aufzusuchen, obwohl sie von Ehemann und Arbeitgeber zur Suchttherapie genötigt worden ist.
Wenn die Therapeutin säuft
Das Stück kommt deftig daher. Die Autorin weiß die Nadelstiche bestens zu setzen. "Ich habe noch nie nüchtern getanzt", weiß Millan zu berichten. „Aber eigentlich scheiße ich hochachtungsvoll auf Victorias Leben", lässt der zutiefst enttäuschte Ehemann der abgehalfterten Journalistin ausrichten. Kim hat noch nie nüchtern Sex gehabt, Millan beim Besuch der Enkelkinder das Haus angezündet. Anna hat den Freund ihrer Tochter totgefahren, Therapeutin Betty kommt aus dem Kurzurlaub besoffen zurück. „Black out“ - in der Fachsprache: Amnesie - ist das Stichwort das ihnen allen gemeinsam ist.
Kinder bleiben einsam und traumatisiert zurück, wenden sich für immer von der süchtigen Mutter ab - Lebenskatastrophen für die Betroffenen, persönliche Tiefpunkte, wie sie sich durchaus auch im wirklichen Leben abspielen. Fünf der sechs Figuren im Stück finden am Ende ins Leben zurück, „es ist nie zu spät“. Eine von ihnen aber ist tot - mehr soll hier nicht verraten wen den. Weitere Rollen spielen Guido Schädler (als Krankenpfleger), Guido Wiederkehr (als schwarze Figur des Abgründigen) sowie das Kuscheltier Snoken.
Zwischen Komödie und Tragik
So komödiantisch das Stück zunächst daherkommt, so tiefgründig erweist es sich für jene, die näher hinzuschauen wissen. „Garpe geht mit einem gewissen Sarkasmus an den Stoff heran“, erzählt Regisseur Raphael Bachmann im Gespräch mit der AZ. Garpes Sarkasmus ist gelegentlich, ebenso wie andere subtile Botschaften, ganz schön raffiniert zwischen den Zeilen versteckt.
Die Theaterwerkstatt hat sich also mit dem Stück auf eine Gratwanderung begeben, der sie jedoch gut zu begegnen weiß. Raphael Bachmann hat subtil und differenziert inszeniert und hat auch die musikalischen Einsätze voller Anspielungen gekonnt ausgewählt. Die schauspielernden Laien meistern die schwierigen Rollen erstaunlich souverän, lebhaft und wirklichkeitsnah. Was bleibt? Sucht als Sehnsucht oder Sucht als genetisch generiertes Phänomen? "Einst hatte ich Träume“, sagt Kim irgendwann im Stück, „jetzt Pläne: Kind, Haus, Nähmaschine." Ein spannendes, packendes Stück. Es lohnt sich.
 

 


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