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Hamlet for You
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Zwei Schauspieler haben sich den 'Hamlet' vorgenommen und sind etwas überfordert. Doch nun stehen sie auf der Bühne und geben alles. Doch wer spielt was - das ist hier die Frage.

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Dialekt / Sprache : Niederdeutsch
Originaltitel : Hamlet för ju

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Presse - Hamlet for You von Sebastian Seidel

Shakespeare im Zeitraffer – Badische Zeitung

17. August 2013

"Theater im Park" in Münchenstein inszeniert in "Hamlet for You" einen witzigen Theaterspaß.

Alles so schön grün hier. Zwischen Büschen und Bäumen sind die Schauspieler am Gärtnern. Sie gießen die Rosen und den Farn, rechen und harken im Gras. In Latzhosen und Gummistiefeln werkeln die beiden Darsteller Tanja Horisberger und Manuel Müller munter auf der Bühne inmitten der Natur, während das Publikum schon auf den Steinstufen Platz genommen hat. Dann schnappen sich die Zwei die Gießkannen, blasen den Festmarsch, und los geht es mit dem heiteren Schauspiel "Hamlet for You" in der Arena im Park im Grünen in Münchenstein.


Shakespeares Tragödie um den Prinzen von Dänemark ist ja nun das krasse Gegenteil von lustig. Am Schluss sind alle tot, grausam dahingemeuchelt, vom Dolch durchbohrt, vergiftet, ertrunken. Doch der junge Theaterautor Sebastian Seidel macht sich einen hintersinnigen Theaterspaß aus dem Hamlet-Drama. Sein Stück erzählt entlarvend komödiantisch und auch tragikomisch vom Theatermachen, vom Theaterspielen zu Shakespeares Zeiten und heute. Das "Theater im Park" bringt in der Regie von Tumasch Clalüna in Schweizer Erstaufführung den Stoff als actionreiches und witziges Freilichttheater auf die Bühne.


Zwei Schauspieler wollen die gewaltige Hamlet-Tragödie in Minimal-Besetzung stemmen und spielen die mörderische Geschichte im Schnelldurchlauf und alle Figuren in blitzschnellem Wechsel. Und das mit den Gärtner-Utensilien, die so herumstehen: Spaten, Rechen, Mistgabel, Plastikeimer, Schubkarre, Blumentöpfe. An einer Leine hängen diverse Sachen zur Kostümierung, Schuhe, Taschen, Umhänge, Tücher.


Dumm nur, dass die schusselige Protagonistin Johanna, mit komödiantischem Esprit gespielt von Tanja Horisberger, viel lieber in einem Musical singen würde als die Königin Gertrude und die unglückliche Ophelia zu mimen. Oder gar den Geist von Hamlets Vater. Das Aufmucken hilft aber nichts. Also stülpt sich Horisberger eine Plastikhülle über, macht als Geist ein bisschen Gespensterstunde im Park und hebt als Totengräber unter schwarzer Kapuze mit dem Spaten das Grab aus – und fördert den Totenschädel hervor. Ohne Totenschädel geht bei Hamlet nichts! Und dann erst Horisbergers Auftritt als Gertrude. Hochmütig wie eine Landlady schiebt sie die Schubkarre vor sich her, zupft da und dort an den Rosen. Die Königin in der Schubkarre, was für ein Bild! Als Ophelia, die Angebetete Hamlets, stöckelt Horisberger um das Bühnenrund. Dann dreht sie als Möchtegerntragödin auf, wankt als gebrochene, schier wahnsinnige Liebende übers Gras, verschwindet in den Büschen. "Johanna, das reicht!", muss ihr Partner sie bremsen.


Manuel Müller ist umwerfend als Schauspieler Friedrich, der mit unerschütterlichem Selbstvertrauen und rasanter Wandlungsfähigkeit die schwersten Shakespeare-Rollen wuchtet: allen voran den Titelhelden Hamlet, den er mit irrem Blick, wild entschlossenem Furor und gelöster Haarmähne gibt. Den berühmtesten Monolog der Theatergeschichte deklamiert er köstlich pathetisch: "Sein oder Nichtsein", tönt es bedeutungsschwer durch den Park, bis Johanna den hehren Moment vermasselt. Auch den machtgierigen König Claudius, den über Leichen gehenden n Lebemann, oder den von Rache getriebenen Laertes gibt Müller mit trefflich vielsagender Mimik und Gestik. Gipfel der Hamlet-Raserei im vollen Körpereinsatz ist das hitzköpfig ausgefochtene Duell zwischen dem Prinzen und Laertes.


Die Zuschauer spielen übrigens auch mit in dieser frisch-frech-ironischen Hamlet-Version. "Mörder, Mörder!", skandieren sie, wenn der fiese Claudius auftaucht, "Verräterin, Verräterin!", rufen sie empört beim Erscheinen der Gertrude, die noch eine große Meuchelszene mit Giftkelch, Ächzen und Jammern hinlegt. Ja, ein bisschen geht es zu wie zu Shakespeares Zeiten im Globe-Theater, wo das Volk tobte und johlte, das Geschehen kommentierte, die Leute ihre Brotzeit dabei hatten, und Theater ein Spiegel der Zeit und ein sinnliches und intelligentes Vergnügen war – genauso wie dieses Hamlet-Stück im Park...

Autor: ros

Der Geist verheddert sich. Parodie - Mords-Gaudi bei "Hamlet for You" – Augsburger Allgemeine

08. März 2012

Gastspiel der Augsburger Inszenierung des S'ensemble Theaters

Der Geist verheddert sich. Parodie - Mords-Gaudi bei "Hamlet for You" im Immenstädter Schloss

 

Neues Schauspiel Köln in Süddeutschland

01. Oktober 2008
„Hamlet for You“ von Sebastian Seidel


Zur Inszenierung am Landestheater Detmold
(P: 05.05.2011)

Lippische Landeszeitung vom 07.05.2011

Kaschlupp! führt Shakespeare-Klassiker als lustige Version auf

"Hamlet for You"

VON CHRISTINE DICK

Weltliteratur mit Augenzwinkern

Detmold. "Hamlet" ist ein Klassiker der Weltliteratur. Das Kaschlupp! hat am Donnerstag eine Version.des Stücks aufgeführt, die Witz und Intellekt kombiniert. Den Zuschauern gefiel es.


Der Schädel in der berühmten Totenkopf-Szene ist eine Apfelsine und der Degen für Hamlets Kampf ein Kleiderbügel. "Hamlet for You" ist eben eine etwas andere Fassung von Shakespeares berühmter Tragödie. Frieda (Friederike Ziegler) und Johannes (Jörg Miethe) spielen "Hamlet" als Komödie (Text: Sebastian Seidel). Während Frieda Shakespeare-Expertin ist und das Publikum zwischen den Szenen über das Stück unterrichtet, führt Johannes sich wie ein Volltrottel auf. Lieber würde er ein Musical singen, tanzen und das Publikum animieren.

Die Mischung aus seiner rhetorischen Tollpatschigkeit und ihrer strebsamen Ernsthaftigkeit macht den Reiz des Stückes aus. Es werden die wichtigsten Stationen aus "Hamlet" dargestellt und mit ironischer Distanz interpretiert. Die Inszenierung (Stefanie Bertram) ist humorvoll und dynamisch, die Kostüme (Tessa-Veronika Janus) wechseln passend zu den Rollen. Schließlich müssen Friederike Ziegler und Jörg Miethe alle Charaktere aus "Hamlet" zu zweit darstellen.

Weil Frieda Shakespeare durch und durch kennt, spielt sie die wichtigsten Protagonisten im Alleingang: den melancholischen Hamlet, den selbstbewussten Claudius, außerdem Laertes und Polonius. Für Johannes bleiben damit die Frauenrollen und die Rolle des Geistes, was Frieda schlicht mit der damaligen Aufführungspraxis erklärt. Neben derartigen Sticheleien überzeugt Friederike Ziegler mit typischen Shakespeare-Monologen. Das bedeutendste Selbstgespräch ("Sein oder Nichtsein") führt sie souverän auf.

Witzig ist an dieser Stelle auch Jörg Miethe, der - mit Reclam-Heftchen gewappnet - seiner Kollegin aufgeregt souffliert. Weitere Highlights: die Kampfszene zwischen Hamlet und Laertes in Zeitlupe, die Tanzszene in der Pause, in der Johannes als Geist mit Luftgitarre "I will survive" ("Ich werde überleben") singt.

Ob "Hamlet for You" beim jungen Publikum ankam? "Es wäre hilfreicher, wenn wir das Buch vorher gelesen hätten", sagen Clara Sofie Goldmann (15) und Michelle Pusdrowski (14). Besonders das alles auflockernde Tanzen und Singen habe ihnen gefallen. Und motiviert zum Lesen sind sie nun auch: "Ich würde das jetzt schon gerne lesen", meint Michelle. "Mich würde 'Hamlet' auch interessieren", ergänzt Clara Sofie.



Lippische Landeszeitung-online, 03.05.2011

"Kaschlupp!" bringt am Donnerstag "Hamlet for you" auf die Bühne

Shakespeare wird auf dem Silbertablett serviert

Detmold (te). Wenn für ein Bühnenstück das Attribut "Klassiker" erfunden wurde, dann wohl für Shakespeares Drama "Hamlet". Mit "Hamlet for you" von Sebastian Seidel will das "Kaschlupp!", die Jugendbühne des Landestheaters, zeigen, dass der Dänenprinz nicht nur Tragik bietet, sondern auch komödiantisch geht.


Denn schließlich heißt es ja: Im Theater sein oder nicht sein, das ist die Frage. Regisseurin Stefanie Bertram will mit "Hamlet for you" Jugendliche ab etwa 12 Jahren für Theater interessieren - in dem sie zeigt, wie Theater entsteht.

"Hamlet for you" bietet beste Voraussetzungen dafür. Zwei junge Schauspieler, Frieda (Friederike Ziegler) und Johannes (Jörg Miethe), sind echte Shakespeare-Fans. Sie sollen Hamlet geben. Aber es ist so einiges faul im Staate Dänemark: Es gibt keine weiteren Mitspieler, aber einen Haufen Rollen, es gibt kein opulentes Bühnenbild, es gibt keine verschwenderischen Kostüme, sondern nur ein paar Sachen auf einem Garderobenständer.

In dieser Umgebung treffen nun mit Frieda und Johannes Ur-Typen der Schauspielkunst aufeinander: Die intellektuelle Frieda kennt den Stoff plus Sekundärliteratur bis ins Komma, hat ihn quasi inhaliert. Johannes hingegen ist spontan, ein "Bauchmensch". Er träumt von Glamour und wäre am liebsten Musical-Star und nicht "Ophelia". Von wegen "Schwachheit, dein Name sei Weib": "Frieda ist die Chefin, sie weiß was sie will", sagt Stefanie Bertram. "Aber beide wissen auch: Nur zusammen bekommen sie den Hamlet auf die Bühne."

Sie teilen alle Rollen auf und legen los. Dass bei den Bedingungen und den Charakteren beide ständig aus der Rolle fallen und so ein Spiel im Spiel beginnt, macht den besonderen Reiz von Seidels Hamlet-Adaption aus. Nebenbei wird den Zuschauern viel über das Theater, über Shakespeare und seine Zeit erzählt.

Die Kostüme hat Tessa-Veronika Janus entworfen. Zwar soll die Kostümierung so wirken, als wäre sie improvisiert. "Ich bin aber nicht einfach durch den Fundus gegangen und habe einen Arm voll mitgenommen", sagt sie. Vielmehr sei es darauf angekommen, mit dem Kostüm den jeweiligen Charakter schnell erkennbar zu machen, denn die Rollen wechseln ja ständig.

Den Hamlet-Stoff zu kennen, schadet nicht vor dem Besuch des Stücks, sagt Stefanie Bertram. Aber es geht auch ohne. Denn: "Alle Jugendlichen ab 12 Jahren bekommen Hamlet als butterweiche Kost auf dem Silbertablett serviert."




Zur Tournee-Inszenierung von Stefan Krause, Neues Schauspiel Köln in Süddeutschland
(12.-15. Dezember 2008; D: Aurélie Thépaut, Hanno Dinger)


Augsburger Allgemeine, 17,12.2008
Alles gemeuchelt und gemordet. Gastspiel. Sebastian Seidel erlebt im S'ensemble Theater sein eigenes Stück in Kölner Inszenierung.
Hieß es bei Shakespeare am Ende seines Hamlets, „und der Rest war Schweigen“, so könnte man für Sebastian Seidels Version vom dänischen Prinzen den Schlusssatz formulieren: Und der Rest war Vergnügen. Dieses bereitete in jedem Fall Theaterleiter Stefan Krause vom Neuen Schauspiel Köln den Zuschauern im S'ensemble Theater mit seiner Inszenierung von Seidels Komödie „Hamlet for you“.
Hausherr Seidel hatte sein Stück vor gut zwei Jahren am selbem Ort uraufgeführt. Seither hat das groteske Spiel um Hamlet und die damit verbundene Rollenvergabe für die mordlastige Tragödie bereits sieben Inszenierungen erfahren und sich so zu Seidels bislang erfolgreichstem Theaterstück entwickelt.
Gemeinsam mit den Zuschauern hatte der Autor und Intendant des S'ensemble Theaters sichtlich Freude am engagierten Spiel von Aurélie Thépaut (Johanna) und Hanno Dinger (Friedrich).
Dies stellt keine Selbstverständlichkeit dar. Viele Autoren haben schon ihre Stücke später auf der Bühne nicht wieder erkannt, da mit brachialer Dramaturgie Szenen und Dialoge verändert wurden. „Es hat richtig Spaß gemacht, den beiden in ihrem Spiel, das sie mit großer ausgeführt Theaterleidenschaft ausgeführt haben, zu folgen. Schön auch, dass sie trotz einer Reihe gelungener Inszenierungseinfälle so nahe an meinem Text geblieben sind“, lobte Seidel das Kölner Gastspiel.
Die beiden Schauspieler streiten sich um die Rollen im Drama aller Dramen, schließlich will jeder den Monolog aller Monologe sprechen. Um an die Rolle zu gelangen, sind alle Mittel erlaubt. Aggressice Überzeugungskunst kann dabei ebenso eingesetzt werden, wie die Waffen einer Frau, die nicht selten Männer leichter überzeugen, als logische Argumente.
Anleihen aus der Commedia
Aurélie Thépaut und Hanno Dinger schöpfen beim komischen, aber höchst spannungsreichem Spiel aus dem Vollen und genießen vor allem die Anleihen aus der Commedia dell' Arte unter aktiver Anteilnahme der Zuschauer. Erstaunlich dabei, wie viel Original-Hamlet bei all dem Spiel im Spiel noch übrig blieb. Und waren schließlich von Polonius über Claudius und Hamlet alle Figuren gemeuchelt und gemordet, konnte man ganz in Shakespeare'schem Sinne behaupten: Und der Rest war stürmischer Applaus.

Dülmener Zeitung, 17.01.2009
„Hamlet im Schnelldurchlauf. Unterhaltsames Zwei-Mann-Stück mit dem Berliner Tourneetheater
von Alexandra Schlüter
Dülmen. Zugegeben - es ist ein kleines Problem, mit nur zwei Darstellern Hamlet auf die Bühne zu bringen. Ein großes Problem wird daraus, wenn beide sich auch noch über Rollenverteilung streiten und eine von beiden sowieso lieber in einem Musical wäre. Skurril, erfrischend, anders oder einfach lustig - das Stück der Berliner Tournee am Donnerstagabend stieß auf unterschiedliche Reaktionen. Auf jeden Fall war es unterhaltsam, was Hanno Dinger in der Rolle des Friedrich und Aurélie Thépaut als Johanna unter Regie von Stefan Krause den leider nur gut 40 Besuchern im Kolpinghaus präsentierten, „Ich will nicht immer nur Frauen und Geister spielen" - Johanna hadert mit ihrem Schicksal als Nebenrollen-Besetzung, während Kollege Friedrich in einer Szene gleichzeitig Claudius, Laertes und, - natürlich - Hamlet gibt.
Aber Johanna plagen noch ganz andere Probleme. Sie will singen. Und nicht irgendwas, sondern als Geist. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf und Johanna gibt als Geist eine furiose Gesangseinlage mit der Hamlet-Version von „l will survive". Und das von Friedrich zuvor eingeschworene Publikum applaudiert artig, obwohl die Aktrice laut Kollege Friedrich nicht wirklich singen könne. Das Stück lebte von der Chemie zwischen den beiden Darstellern, von schnellen, wenn auch auf minimalen Details wie Stoffkrone oder blonder Perücke beschränkten Kostümwech-seln und vor allem davon, dass die Zuschauer einbezogen wurden. So durften die Besucher im Saal je nach Stichwort „Mörder“ und „Verräterin“ dazwischen rufen oder auch mal mittels einstudierter Gesangseinlage den Auftritt des Dänenprinzen Hamlet fordern. Apropos Hamlet: „Hamlet for you" hieße nicht so, wenn nicht quasi nebenbei noch äußerst kurzweilig und auf Kernszenen reduziert die Geschichte des berühmten Shakespeare-Werkes erzählt würde. Vom Mord an Hamlets Vater über die tragische Liebe zu Ophelia bis hin zum tödlichen Ende nahezu aller Hauptfiguren und dem bekannten Schlusssatz „Der Rest ist Schweigen". Hamlet im Schnelldurchlauf.


 

Zur Inszenierung am Disharmonie-Sommertheater, Schweinfurt

(P: 24.07.2008)

Main-Post online, 3.7.2008

Doch, das geht - Hadulla und Hub spielen „Hamlet for you“ im Sommertheater

von Mathias Wiedemann

Den ganzen Hamlet? Mit nur zwei Schauspielern? In 90 Minuten? Geht das überhaupt? Doch, das geht. Friedrich und Johanna, er ausgewiesener Shakespeare-Kenner, sie Musical-Liebhaberin, unternehmen das scheinbar Unmögliche: Sie bringen Hamlet auf die Bühne.

„Hamlet for you“, heißt das Stück von Sebastian Seidel, das Christine Hadulla und Peter Hub für das Sommertheater im Freien an der Disharmonie in Eigenregie inszenieren und spielen. Und gleich klarmachen, dass nicht mit einer dänisch-düsteren Tragödie zu rechnen ist. Die liegt wohl eher im fruchtlosen Bemühen Friedrichs, sich per Sein-oder-Nichtsein-Monolog ein wenig schauspielerische Größe zu erschleichen.

Ansonsten ist eher mit Klamauk zu rechnen, versprechen Hub und Hadulla. Denn die beiden handelnden Personen interessieren herzlich wenig für die seelischen Abgründe, die existentiellen Fragen, die in „Hamlet“ verhandelt werden. Er liebt das Blutrünstige, die Intrige, und sie will eigentlich nur singen – weswegen sie schließlich zwei Songs gewährt bekommt, was möglicherweise der Werktreue den letzten Todesstoß versetzt.

Es geht schief, was schiefgehen kann. So ist ja im Original-Stück die Unklarheit, wer Hamlets Vater getötet hat, sowohl Grund als auch Rechtfertigung für Untätigkeit und Zaudern des Titelhelden. Doch in „Hamlet for you“ verbabbelt sich Königin Gertrude gleich am Anfang. Und kaum hat Friedrich seinen Monolog begonnen, hat er auch schon den Text vergessen.

Eine weitere Quelle der Komik dürfte die Vielzahl der Figuren sein: es kommen vor natürlich Hamlet, das Königspaar Gertrude und Claudius, der Geist, Ophelia, Laertes und Polonius, alle zu spielen von zwei Schauspielern. An Kostümwechsel ist da wohl nicht mehr zu denken: „Für eine Person habe ich eine Bürste, die ich mir schnell als Schnurrbart unter die Nase halte“, sagt Peter Hub. Am augenfälligsten manifestiert sich der Personalmangel zum Schluss, wenn Person A Person B, die vom selben Schauspieler gespielt wird, umbringen muss.

Doch mit viel Phantasie und Improvisationstalent und mit tatkräftiger Unterstützung des Publikums schaffen es die beiden Chaoten tatsächlich, das Stück über die Bühne zu bringen, versprechen die Akteure. Am Ende jedenfalls – wie es sich bei Hamlet gehört – sind alle, die tot sein müssen.


Schweinfurter Tagblatt, 26.7.2008

Welch edler Geist - Shakespeare unzerstörbar: Hadulla und Hub spielen „Hamlet for you“

von Mathias Wiedemann

Es schadet nicht, wenn man einigermaßen weiß, was in Shakespeares „Hamlet“ passiert. Aber auch so ist das diesjährige Sommertheater-Stück der Disharmonie ziemlich lustig: Christine Hadulla und Peter Hub spielen „Hamlet for you“ von Sebastian Seidel, eine trashige Parodie auf Theater-Rituale im allgemeinen und Möchtegern-Tragöden im besonderen.

Dieses Paar sollte auf keiner Bühne stehen: Friedrich ist ein besserwisserischer Oberlehrer, und Johanna will sowieso nur singen. Dass die beiden zu zweit ausgerechnet den kompletten Hamlet spielen wollen, erklärt sich nur mit Größenwahn bei ihm und naiver Gefügigkeit bei ihr. Dass zum Schluss der Stoff trotzdem so gut wie komplett abgehandelt ist, ist vielleicht die eigentliche Pointe.

Denn es geht schief, was schiefgehen kann: Er chargiert schon, wenn er nur einen Wächter spielt, ganz zu schweigen von seinen Paraderollen als Claudius, Polonius, Laertes und natürlich Hamlet. Sie kann sich noch nicht mal die Szenenfolge merken. Dauernd gibt es Streit über Rollenverteilung, Kostüme, von Inszenierung gar nicht zu reden. Hamlet entpuppt sich in Friedrichs – freilich aus der Unfähigkeit geborenen – Deutung als schmieriger Kotzbrocken. Dass Ophelia so einen liebt, lässt sich wiederum nur damit erklären, dass sie nicht die Allerhellste ist.

Da wird gestottert, gestolpert, genuschelt und gehangen – es muss Spaß machen, den Sein-oder-Nichtsein-Monolog so zu verhunzen. Die Kostüme und Requisite bestehen im Wesentlichen aus ein paar Tüchern, zwei Plastikschwertern und einer Schuhbürste für Polonius' Schnurrbart. Die darstellerischen Mittel liegen ausschließlich in Übertreibung und Verzerrung. Auch hier tritt ein paradoxer Effekt ein: Die Szene, in der Hamlet Ophelia glauben macht, er sei wahnsinnig, gerät plötzlich zum anrührenden Abgesang auf die Liebe. Shakespeares Text erweist sich als unzerstörbar: Wenn Ophelia lispelt, „welch edler Geitht itht hier ttherthtört“, geht das wirklich zu Hertthen, Verzeihung: Herzen.

Für das Plätzchen hinter der Kulturwerkstatt haben die Amerikaner eine kleine Tribüne ausgeliehen, man sitzt nicht übermäßig bequem aber schön nah am Geschehen, was besonders dann von Vorteil ist, wenn in Peter Hubs, also Friedrichs Zügen wieder einmal Eitelkeit und Versagensangst im Wettstreit liegen oder Christine Hadullas tiefblaue Augen nur so blitzen, um Johannas Dilettantinnen-Euphorie zu zeigen. Es macht Spaß, den beiden beim Austoben zuzusehen, und zum Schluss haben wir zumindest eines gelernt: Dänemark ist verdammt kalt.


Zur Inszenierung des Staatstheaters Darmstadt
(P: 01.03.2008)

online.südhessen, 3.3.2008

Duo für Shakespeare. Barfestspiele: Hubert Schlemmer und Stefan Schuster spielen in Darmstadt alle Rollen in „Hamlet for You“

von Peter Thomas

DARMSTADT. Yoricks Totenschädel kommt frisch getrocknet aus dem Geschirrspüler, und in Ophelias falschem Blondhaar spiegelt sich rot der Wein aus den Gläsern der Zuschauer: Für ihre Inszenierung von „Hamlet for You“ mit Hubert Schlemmer und Stefan Schuster hat Regisseurin Martina Reith die Bar der Kammerspiele im Staatstheater Darmstadt ganz und gar erobert. Beim Wechsel von der kargen Bühne mitten in die Arena des Tresens rückt das Schauspielerduo den Gästen denn auch so nahe, dass jede Schweißperle auf dem Gesicht von Ophelia / Gertrude / Geist (Schuster) einzeln zählbar wird. Den Rest der Rollen (Hamlet, Horatio, Polonius, Bernardo und Laertes) übernimmt Schlemmer.

Zwei Mimen, eine Stunde Spielzeit und als Vorlage die schwergewichtige Shakespeare-Tragödie: Das ist das Grundgerüst, auf dem Sebastian Seidel seine Hamlet-Variation aufbaut. Aus der radikalen Strichfassung des Originals entsteht eine turbulente und schrille Dramen-Travestie, die vor allem viel erzählt über den Nachhall Shakespeares im kollektiven Gedächtnis der Popkultur und über die Psychologie und Sozialmechanik des Theaters.

Das Spiel mit den kleinen und großen Eitelkeiten ihrer Profession macht Schlemmer und Schuster ganz offensichtlichen Spaß. Dazu passt die Collage von Versatzstücken des mittlerweile klassischen Humors à la Monty Python, das matte Glitzern abgehalfterter Musical-Eleganz und die Angst vor dem mächtigen Text. Der manifestiert sich zwar nur als schmales Reclam-Heftchen, aber diese gelben Seiten des bildungsbürgerlichen Kanons haben für Ophelia-Darsteller Schuster im Angesicht von Schlemmers Monolog ganz offensichtlich genau die gleiche Schwere wie ein Band der Quarto-Ausgabe von 1604.

„Hamlet for You“ ist keine Satire, dafür fehlt dem kurzweiligen Kammerspiel die Bosheit gegenüber dem Original. Aber auch als unterhaltsame Parodie auf Drama und Dramatik lohnt die Miniatur den Besuch in der Theaterbar. Um den inhaltlichen Parforceritt durch den elisabethanischen Klassiker zu würdigen, hilft es allerdings, das Original wenigstens im groben Handlungsverlauf zu kennen.

Langeweile jedenfalls kommt in keinem Moment auf, wo Aufziehpferdchen über den Tresen traben, Ophelia sich ihrem pubertierenden Trotz hingibt und Hamlet wie ein blonder Prinz Eisenherz durch das Stück stapft. Vom Gerangel über die Hackordnung auf der Bühne und darstellerische Kompetenz zwischen den beiden Darstellern ganz zu schweigen: Das ist der energiereiche Kontrapunkt, der als zweite Ebene die zersplitterte Hamlet-Collage verbindet und abrundet.


egotrip – Das Online-Magazin für Kultur, Reisen, Lesen & Hören, 3.3.2008

Klassischer Klamauk am späten Abend. Das Zweipersonen-Stück "Hamlet for You" bei den Barfestspielen des Staatstheaters Darmstadt

Frank Raudszus

„Sein oder nicht sein, Hamlet oder nicht Hamlet - das ist in diesem Stück die Frage! Ob es edler ist, die Flut minderwärtiger Rollen zu ertragen oder diese Not durch einen großen Auftriit zu enden. Wer schläft und träumt, löst dieses Problem nicht und stirbt, ohne jemals in einer großen Rolle geglänzt zu haben. Das haben sich auch die beiden Schauspieler gedacht, die sich anschicken, den „Hamlet“ als Zweipersonen-Stück aufzuführen. Folgerichtig hat sich der ältere der beiden (Hubert Schlemmer) schon einmal die wichtigen Rollen - Hamlet, Claudius, Polonius und Laertes - gleich mit reserviert und überlässt seinem jüngeren Kollegen großzügig die Darstellung des Geistes (großartig Stefan Schuster unter einem weißen Laken!), sowie die undankbareren Frauenrollen wie die anämische Ophelia oder die, in dieser Inszenierung, trunksüchtige Gertrud.

Doch schon der Beginn vor dem Publikum in der Bar der Kammerspiele geht schief, da sich Stefan Schuster, die beiden Schauspieler nennen sich bei ihrem bürgerlichen Namen, beleidigt zurückzieht, als er den Geist spielen soll und nicht singen darf. Sein Traum, als Gesangsstar ausgerechnet im "Hamlet" aufzutreten, wird sich durch das ganze Stück ziehen. Mühsam holt Schlemmer seinen Kollegen wieder zurück ins Spiel, Stefan Schuster dreht sich als Leuchtturm von Helsingör mit zwei Taschenlampen am Kopf und ahmt das Nebelhorn nach, und die beiden spielen das unheilvolle Mörderpärchen Claudius/Gertrude, wobei letztere bzw. Stefan Schuster entgegen dem Text bereits jetzt weiß, dass Claudius den alten König umgebracht hat. Mühsam versucht Schlemmer ihm den Unterschied zwischen Fiktion und Theater, zwischen Schauspieler und Rolle zu erklären. Doch wenn Schuster einmal die Chance hat, verfällt er geradezu mit Lust ins Chargieren. Seine Gertrud wälzt sich auf dem Diwan, schreit dauernd "Achachach" und trinkt ausgiebig dänischen Aquavit. Dazu animiert Hubert Schlemmer in gekonnter Conferencier-Manier und getreu dem volkstümlichen Ansatz des alten Globe-Theaters das Publikum zum Mitmachen. Bei jeder Erwähnung der Namen Hamlet, Claudius oder Gertrud müssen die Zuschauer - mit rhythmischem Klatschen Hamlet skandieren oder empört "Mörder" bzw. "Schlampe" rufen. Die so in das Spiel Integrierten machten willig mit und ersparten damit dem Staatstheater die Anwerbung kostspieliger Statisten.

Geschickt doch nicht geschickt genug lenkt Schlemmer seinen Kollegen immer wieder in die Statistenrolle, um selbst zu glänzen. Dritter Akt, erste Szene: Hubert Schlemer tritt im mittelalterlichen Wams und mit Prinz-Eisenherz-Perücke vors berückte Publikum, das Kinn nach vorn gereckt, die Stirn umwölkt, den Blick in die Ferne gerichtet. Stefan Schuster darf sich derweil hinter dem Tresen verstecken. Mitten in den mit Tremolo vorgetragenen Monolog fällt Schuster jedoch ein, wo er Opheliens Perücke vergessen hat; außerdem souffliert er dem souverän deklamierenden Großschauspieler lautstark als Co-Referent.

In diesem Stil geht es weiter. Eine Pointe jagt die andere, zwar dicht am Text, aber durchsetzt mit "Backstage"-Eifersüchteleien und Hahnenkämpfen. Mehrmals kann Schuster seinen Kopf nur durchsetzen, weil er seinen Kollegen mit alten Gagenforderungen erpresst, zwischendurch läuft er in den abstrusesten Verkleidungen als Ophelia, Gertrud oder Laertes (den er sich ertrotzt hat) durch die Bar. Trotz all der betriebsinternen Streitereien und dialektischen Wortspielchen über Spiel und Ernst sowie den (Un-)Sinn des Theaters schreitet das Stück voran, und planmäßig stirbt einer nach dem anderen, das heißt, beide geben mehrfach den Geist auf. Der Rest ist Schweigen.

In knapp einer Stunde absolvieren die beiden Schauspieler das Drama, für das wesentlich mehr Darsteller im Kleinen Haus drei Stunden benötigen. Außerdem gibt es hier dank eines ausgereiften Slapstick-Konzeptes viel mehr zu lachen. Darüber hinaus erfährt der Zuschauer endlich einmal, wie es wirklich hinter der Bühne zugeht und wie großes Theater entsteht. Wie selbstlos und mit welcher menschlichen Größe die Darsteller auch über kleinliche Kränkungen ihrer neidisichen Kollegen hinwegsehen und zu ihrer großen Kunst finden. Schließlich geht es bei der Schauspielerei allein um das Werk, nicht um den Darsteller. Je größer dieser ist, desto bescheidener tritt er hinter das Werk zurück und zeigt darin seine wahre Größe.

Das Publikum war nach dieser Aufführung zu Tränen gerührt, wobei jedoch böse Zungen behaupteten, diese Tränen rührten vom Lachen und nicht von der tiefen seelischen Erschütterung her.“

 

 

Zur Inszenierung des Theater Light, Leipzig
(P: 12.08.2007)

Leipziger Volkszeitung Online, 14. August 2007

„Hü oder Hott – Zwei Schauspieler zeigen Shakespeares Tragödie auf leichtfüßige Art an der Pferderennbahn

von Christine Gräfe

Von Anfang an sind die Zuschauer ganz nah dran: Zwei mit bunten Beuteln und noch bunteren Klamotten behängte Gestalten trippeln über den Rasen im Scheibenholz, drehen sich um, stellen mit weit aufgerissenen Augen fest, dass „da wer ist“ und an diesem Sonntag Premiere von Hamlet4You sein soll. Darauf folgt der Beschluss „Jetzt sind die Leute schon mal da, da können wir auch spielen“ - schnell ein paar letzt Handgriffe an Kostüm und Bühnenbild, und ein kurzweiliger Theaterabend nimmt seinen Lauf.

Hamlet4You ist eine köstliche Komödie um die Schauspieler Fritzi und Johannes, die Shakespeares Klassiker zu zweit in Angriff nehmen wollen. Dazu muss gekürzt werden – vor allem am Budget und am Text. Hamlet wird in knapp 60 Minuten unter der Regie von Armin Zarbock auf das Wesentliche verknappt. Fritzi (Corinna Waldbauer) und Johannes (Alexander Fabisch) übernehmen kurzerhand alle Rollen – wobei „Sie“ (abgesehen vom Geist) sämtlichen Männerrollen Leben einhaucht und „Er“ eine O-beinige Ophelia sowie Hamlets Mutter Gertrude mimt.

In dieser Persiflage geht es weniger um Sein oder Nichtsein, sondern vielmehr um die Frage, wer welche Rolle übernehmen darf. Als Running Gag drängt sich zudem „Singen oder Nichtsingen“ zwischen die beiden Protagonisten und offenbart ihre persönlichen Animositäten – während Fritzi an der großen Kunst arbeitet und sich in den Vordergrund drängelt, kann Johannes dem Stück zwar inhaltlich immer mehr folgen, ist aber jederzeit bereit, es gesanglich mal mehr und mal weniger treffend zu untermalen.

Seitenhiebe auf die Gegenwart („Gut, dass Hamlet zurück ist, dann sparen wir uns die teuren Studiengebühren“) bleiben ebenso wenig aus wie die Verhohnepipelung des tragischen Helden: Als Hamlet den berühmtesten Monolog der Theatergeschichte vorträgt, kommentiert Johannes „Sein oder Nichtsein“ per hangeschriebenem Zettel mit „Hü oder Hott“.

Ein besonders gelungener Aspekt dieser ungewöhnlichen Hamlet-Interpretation sind die von den Darstellern eingeworfenen Erläuterungen zur Theatergeschichte. So verbildlicht Fritzi Brechts Verfremdungseffekt in Stewardessenmanier, indem sie ein imaginäres V übers Knie bricht. Schenkelklopferhumor auf hohem Niveau – feinsinnig vorgetragen. Zum Verständnis von Hamlet4You braucht es den Klassiker im Hinterkopf, der Zuschauer muss aber gleichzeitig gewillt sein, Shakespeares Tragödie so weit hinter sich zu lassen, dass er sie mit Humor nehmen kann.“


 

Zur Inszenierung am AuGus Theater, Neu-Ulm
(P: 23.02.2007)

Neu-Ulmer-Zeitung, 21. Februar 2007

Sein oder nicht sein mit Teddy. Sebastian Seidels Pocket-Hamlet hat am Freitag beim Theater Neu-Ulm Premiere

von Roland Mayer

"Die Komödie bringt in kleinster Ensemblebesetzung in etwa 90 Minuten den ganzen "Hamlet" auf die Bühne. Doch auch für die beiden Akteure auf den "Studio"-Brettern des Theater Neu-Ulm geht es um "Sein oder Nichtsein". Gehn Frauen mehr ins Theater, gerät der Mann mittlerweile echt ins Hintertreffen? Diesen Fragestellungen will das witzige Stück ebenso auf den Grund gehen wie es sämtliche "Hamlet"-Protagonisten in zwei Spielhälften in einer kompakten Zeitspanne belichtet."


Südwest Presse, Ulm, 22. Februar 2007

Der ganze Hamlet mit zwei Schauspielern


von Helmut Pusch

"Kleine Bühne, kleine Besetzungen.[...] Die Miniaturen haben Erfolg. "Hamlet for you" hatte die Augsburger Kleinbühne im Herbst im Programm, und das Stück war ein Renner. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. Kein Wunder, dass es Seidel im Sommer wieder ins Programm nehmen wird. [...] Denn "Hamlet for you" sei nicht nur ein Riesenspaß, sondern auch ein Stück über Shakespeare, über Schauspieler und übers Theatermachen an sich."


Südwest Presse, Ulm, 28. Februar 2007

Shakespeare lässt grüßen. „Hamlet for you“ im Augus-Theater

von Uli Landthaler

„“Hamlet for you“ im Augus-Theater Neu-Ulm ist als Theaterspaß rund um das Shakespeare-Drama gedacht.“

„In einer Art darstellerischem Multitasking verkörpern sie das einschlägige „Hamlet“-Personal einschließlich Täter und Mordopfer nacheinander oder auch gleichzeitig und erzeugen so ein hektisches Durcheinander auf der Bühne,das den Boden für inszenatorische Späße und Ulkereien am Fließband lieferte.“

„Vergnügen macht vor allem die Wandlungsfähigkeit Richard Aigners und seine zackigen Rollenwechsel. Joana Dentler gibt das naive Möchtegern-Starlet etwas überdreht, hat aber auch ihre feinsinnigen Momente.“


Neu-Ulmer Zeitung, 26. Februar.2007

Mini-Prinz fürs Herz. „Hamlet 4 You“ glänzt als Pocket-Shakespeare in Neu-Ulm.

Von Heide von Preußen

„Wenn Königin Gertrude von Dänemark auf dem Ikea-Stuhl sitzend nach Butterbrezeln verlangt, ihr zweiter Ehemann Claudius ihr vorschlägt, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, weil ihr Sohn zu Wittenberg studiert und viel Geld kostet: Spätestens dann weiß das Publikum im Theater Neu-Ulm, dass „Hamlet 4 You“, Adaption atemloser Heiterkeit des Shakespeare Dramas von Sebastian Seidel, nicht im traurig tränenreichen Abschied enden wird. Mit engagiertem Gesang fordern die Zuschauer dann auch „Wir wollen Hamlet sehen“.“

„Seidel verleiht den Figuren Präsenz und damit eine lebendige Komik, die ungeheueren Spaß bringt. Passgenau für die Kleinkunst, besteht das Ensemble aus zwei Personen.“

„Vielseitig, charmant entzückend anzusehen und spielsicher Joana Dentler. Daneben mit vielen Slapsticks, einer hervorragenden Mimik, sehr wandlungsfähig und glaubhaft in seiner fast väterlichen Verzweiflung einer viel fragenden Partnerin gegenüber Richard Aigner, der mit Erfahrung und Witz seine Rollen erfüllt.“


 

Zur Uraufführung am S'ensemble Theater, Augsburg
(UA: 7.10.2006; R: Sebastian Seidel; D: Birgit Linner, Jörg Schur)

Augsburger Allgemeine Zeitung, 9. Oktober 2006

Spaß mit Shakespeare. S'Ensemble: "Hamlet for You" als oft groteske Komödie

"Geschickt zitiert, wie von selbst, seine dramatische Technik den Aspekt des Spiels im Spiel. [...] Die Form des Spiel ist letztlich zentraler Dreh- und Angelpunkt, der zur Erkenntnis für Akteure wie Zuschauer führen soll. Kennt man das Original, wird Seidels Stück zu einer vergnüglichen Parodie auf Skakespeare und die Theaterwelt."

 

Augsburger Nachrichten, 25. Juli 2007


Wer spielt was? Bei Hamlet wird gestritten

"Spielen oder Nicht-Spielen war gar keine Frage an dem herrlichen Sommerabend, an dem das s'ensemble Theater mit der Komödie "Hamlet for You" von Sebastian Seidel auftrat. [...] Wer von den rund 300 Zuschauern mit der Erwartung gekommen war, eine klassische Tragödie im Sinne Shakespeares zu sehen, sah sich enttäuscht. Stattdessen sah er sich zwei Schauspielern gegenüber, die sich mit Elan daran machen, "Hamlet" zu spielen, aber von dieser Aufgabe doch etwas überfordert sind. So einiges geht schief, obwohl die Spieler alles geben: Sogar Absurdes Theater und Elemente des Musicals werden eingebaut. [...] Das Publikum hatte seine Freunde an den turbulenten Verwirrungen und an den beiden Schauspielern, die im wahrsten Sinne des Wortes, alles gaben."



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