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Presse - Eyecatcher von Richard Hurford

Heldentum ist manchmal auch ganz schön dumm – nachrichten.at und OÖ Nachrichten

17. März 2014

Heldentum ist manchmal auch ganz schön dumm "Eyecatcher" für Menschen ab 10 im Landestheater Linz basiert auf dem antiken Mythos von Perseus und dem Haupt der Medusa.

Mit dem finsteren, ins Nirgendwo starrenden Blick eines sich selbst verherrlichenden Alphatieres erscheint Markus Pendzialek am Beginn, schlägt athletische Purzelbäume wie James Bond auf Zerstörungswut und wirkt so, als ob Mr. Bean höchstselbst einen Helden mimen würde: also wirklich komisch. "Helden tragen Stiefel" heißt es im Text, aber nicht irgendwelche, sondern solche aus Schlangenleder – selbst erlegt. Wie es dazu gekommen ist, erzählt uns dieser Held namens Perseus im nachfolgenden Stück. Der Brite Richard Hurford hat sich auf die antike Legende von Perseus, der das Haupt der schlangenumkränzten Medusa erlegt, gestützt, um seine Sicht auf Heldentum zu beschreiben. [...]

Großartig die Raumausstattung von Alexandra Burgstaller, die mit viel Aufwand diesen "gefährlichen Ort am Rande unserer Welt" mit Rohrsystemen gestaltet hat. Die Kostüme der Graien sind grauslich-grau, die Gesichtsmaksen nehmen den Darstellern die Chance auf Mimik, aber sie sind auch so grässlich genug. Regisseurin Margit Mezgolich versucht mit Witz, in 50 Minuten Heldentum als dumm zu zeigen. [...] Die Musik von Franz Flieger Stoegner ist […] tatsächlich großes Kino!

Silvia Nagl

Wann ist ein Held ein Held ...? – Volksblatt.at

17. März 2014

Wann ist ein Held ein Held ...? Deutschsprachige Erstaufführung: Richard Hurfords „Eyecatcher“ im Linzer U-Hof

Von Eva Hammer

Wann ist ein Held ein Held? Der australische Autor Richard Hurford (*1944) sucht die Antwort im Fundus der griechischen Mythologie. Perseus, Sohn des Göttervaters Zeus, soll im Auftrag des Königs von Argos (der ihn eigentlich loswerden will) das Haupt der Medusa herbeischaffen. Zu finden ist das Ungeheuer, bei dessen Anblick jeder sofort zu Stein erstarrt, am Ende der Welt bei ihren drei Schwestern, den Gorgonen. Sie sind grausam, stark und gefährlich, doch haben sie ein Handicap: Sie besitzen nur ein gemeinsames Auge, das sie im Drei-Stunden-Takt austauschen. Perseus spielt die Schwestern mit Lügen, List und Tücke gegeneinander aus. Beim Augenwechsel wird er zum „Eyecatcher“. Damit sind sie blind, und er kann die schlangenhaarige Medusa töten. Im Kampf um Leben und Tod fliegen ebendiese Schlangenhaare, ertönen schaurige Geräusche, und der blutbefleckte Perseus steigt siegreich aus der Gorgonenhöhle. Als Trophäe trägt er von nun an Heldenstiefel aus dem Schlangenleder vom Haupt der Medusa.

Bühne und Kostüme von Alexandra Burgstaller bilden eine düstergraue Einheit aus Höhlenrohren, in denen mit grauslichen Geräuschen die Ungeheuer ihr Unwesen treiben. Markus Pendzialek als schöner, blonder junger Perseus lässt gekonnt die Heldenfassade heraushängen, seine Unsicherheit steht deutlich dahinter. Die Ungeheuer — Sabrina Rupp, Katharina Stehr und Wenzel Brüchner — zeigen neben aller Abscheulichkeit auch Einsamkeit und Mangel an Liebe. War die Tat also wirklich heldenhaft, und worin liegt der Sinn des Tötens?

In fantasievollen 50 Minuten erzählt Regisseurin Margit Mezgolich die […] Geschichte und lässt die Frage nach dem wahren Heldentum im Raum stehen —lustig und klug, ohne Ansatz von moralischem Zeigefinger. Dem jugendlichen Publikum taugte es „voll“!

Das Auge, gib es mir – kurier.at

16. März 2014

Zur DSE am Landestheater Linz. „Das Auge, gib es mir“. „Eyecatcher“ feierte im Linzer u\hof: Theater seine Erstaufführung

Schauderhaft und gruselig geht es zu im Linzer Theater für junges Publikum u\hof. „Eyecatcher“, vom englischen Dramatiker Richard Hurford verfasst, führt uns ein in den antiken Mythos rund um den heldenhaften Perseus, dem Sohn des Zeus. Perseus hat den Auftrag, Medusa, dieTochter des Meeresgottes Phorkys, zu töten. Ihr Haupt mit Schlangenhaaren lässt jeden, den es erblickt, zu Stein werden. Hurford hat den bekannten Heldenepos jedoch neu erzählt und verpackt ihn in eine moderne Geschichte, in dem er das Heldentum an sich in Frage stellt und die Thematik über Gut und Böse ins Wanken bringt.

Ironie im Gepäck

Der fesche, ganz in weiß gekleidete Perseus, gespielt von Markus Pendzialek, ist selbstsicher, schlau und mutig, zumindest gibt er sich so.
„Wir spielen etwas mit dem Heldenepos und machen uns auch über die Coolness von Helden lustig“, sagt dazu Margit Mezgolich, die für die Inszenierung der deutschen Erstaufführung verantwortlich zeichnet. Ganz versessen und unbeirrbar hat der manchmal satirisch wirkende Perseus während
der 50 Minuten nur ein Ziel: Ruhm. Schon am Anfang richtet sich sein Fokus auf ein Paar Stiefel aus Schlangenleder, die es nirgend wo zu kaufen gibt. Um diese ruhmreichen Stiefel zu erlangen muss er bis ans Ende der Welt reisen und gegendie sagenhafte Medusa kämpfen.

Düster und gruselig

Das Ende der Welt wurde von Bühnenausstatterin Alexandra Burgstaller gekonnt in eine düstere und dunkle Kanalisationverwandelt. Der Zuschauer wird durch die unmittelbare Nähe – das Theater ist ja nicht sehr groß – in das gespenstische Ambiente hineingezogen. Der Sound von Franz Flieger Stoegner unterstreicht die Stimmung. Drei Schwestern, die Graien Grim, Gris und Gru – von Wenzel Brücher, Sabrina Rupp und Katharina Stehr wirklich hässlich und zum fürchten dargestellt – bewachen Medusa. Als Perseus ankommt, wird er schnell von den drei Wächterinnen überwältigt – ihm bleibt jedoch eine Chance. Die drei Schwestern haben nur ein gemeinsames Auge, das sie sich teilen. „Wo ist das Auge, gib es mir!“ Immer nur eine hat die Möglichkeit zu sehen.

Was ist ein Held?

Mit einer raffinierten List, in der sich Perseus die Sehnsüchte der Gestalten zu nutze macht, gelingt es ihm letztlich, sie gegeneinander auszuspielen. Er köpft Medusa und feiert mit geschwellter Brust seinen Triumph. Die Geschichte scheint zum guten Ende gefunden zu haben, doch dann setzt die Aufführung zum moralischen Bruch an. Was ist eigentlich ein Held? Ist die Tötung eines Ungeheuers nur des Ruhmes wegen gerechtfertigt? Sind drei
hässliche Frauen, die ihre, wenn auch ungeheuerliche, Schwester geheim in der Unterwelt bewachen, überhaupt böse? Wer ist Täter, wer Opfer? DasStück, das die Mythologie mit unserer Gesellschaft in Beziehung setzt, regt vor allem das junge Publikum (ab zehn Jahren!) zum Nachdenken an.

 


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