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Presse - Die letzte Zigarre von Bengt Ahlfors

„Die letzte Zigarre“ im Theater der Altmark – Stendaler Volksstimme

12. Januar 2009

 Finnischer Autor zu Gast bei der Premiere -  (Vorankündigung)


„Die letzte Zigarre“ hat am Sonnabend, 17. Januar, um 19.30 Uhr im Kleinen Haus des Theaters der Altmark Premiere.

Das Stück des finnischen Autors Bengt Ahlfors dreht sich um den pensionierten Schulrektor Ragnar. Am geöffneten Fenster stehend, genüsslich eine Zigarre rauchend, den Kindern auf der Straße zuschauend, in dieser Situation erscheint ihm sein Leben nahezu perfekt.
Aber da sind noch seine nörgelnde Ehefrau, der neue Schulrektor und sein bester Freund, der auch privat den Pfarrer nicht ablegen kann. Dieses Beziehungsgeflecht nimmt ihm die Luft zum Atmen. Aber es ist nie zu spät, sein Leben in die Hand zu nehmen. Ragnar bietet eine Paraderolle für den Schauspieler Rainer Karsitz. Seit zehn Jahren steht er im Theater der Altmark auf der Bühne. Nach „Die letzte Zigarre“ verabschiedet sich der beliebte Schauspieler in den Ruhestand.
Premierenabende sind ohnehin etwas Besonderes, der am 17. Januar wird durch den Besuch von Bengt Ahlfors zusätzlich „geadelt". Der Autor von „Die letzte Zigarre" sieht sich die Premiere in Stendal gemeinsam mit dem altmärkischen Publikum an. Zwei Tage zuvor, am Donnerstag, 15. Januar, stellt er um 19.30 Uhr im TdA sein neuestes Stück „Der Liftverweigerer" in einer Lesung vor. Auch darin geht es um Sehnsüchte und Einsamkeit im Alter. Seit sein Hund gestorben ist, redet ein alter Mann mit dem Lift, während er sieben Stockwerke hinauf fährt. Selbstironisch erzählt er von der Suche nach neuen Begegnungen und Gesprächspartnern bei Computerkursen in der Volkshochschule, Beerdigungen und Hochzeiten Bengt Ahlfors' Stück ist ein witzig-skurriler Monolog über die Einsamkeit des Alters und die Anonymität des modernen Großstadtlebens.

 

Lügen, Laster Leidenschaft. – NordKurier

15. Oktober 2007

 „Die letzte Zigarre" gibt Antwort: Sex über 60 ist nicht erlaubt und reizvoll


In der Theaterpause ist es wie bei Vernissagen; es wird nicht oder selten geredet, weswegen man hergekommen ist, das Stück, die Bilder. Das war am Samstagabend in der Studiobühne anders. Viele rätselten, wie es wohl weitergehen würde, gar enden könnte. Dabei stand keine Kriminalgeschichte auf dem Programm. "Die letzte Zigarre", eine Komödie von Bengt Ahlfors aus Schweden, erlebte ihre deutsche Erstaufführung. Es ging auch nicht um Mord und Totschlag, sondern um Sex. Und Zigarren natürlich und Whisky, um Laster eben. Doch nicht genug. Das Pikante an der Geschichte ist das Alter der Hauptdarsteller. "Ich dachte immer, Leidenschaft gehört zu jungen Leuten. Wenn es nicht so tragisch wäre, wäre es fast lächerlich." Das sagt die Tochter des männlichen Protagonisten, als sie von dem Verhältnis ihres Vaters mit der seit 42 Jahren verheirateten Frau des pensionierten Schuldirektors erfährt. Tja, wie sie denken wohl (fast) alle. Außer den Betroffenen natürlich. Die Nichtbetroffenen, wie der gehörnte Ehemann, ergehen sich lediglich in Fantasien, lesen Pornoheftchen oder halten sich für sündig ob ihrer Gedanken. Wie Ragnar. Der gewissenhafte ehemalige Direktor einer Kleinstadtschule hat ein tadelloses Leben hinter sich. Er hat die Frau, mit der er zum ersten Mal geschlafen hat, pflichtbewusst geheiratet und eine rechtschaffene Ehe geführt. Wie er meint. [...] Doch seine Frau tut, wovon er nur träumt. Sie wagt das Unmögliche und lässt sich in den Strudel der Leidenschaft fallen. Die mentale Devise Ragnars ist: "Nur die zahmen Vögel verspüren die Sehnsucht. Die wilden fliegen." Dass ausgerechnet seine permanent nörgelnde Anneli zu Letzteren gehört, haut ihn völlig um. Gastregisseur Herbert Tichy setzt auf die Darsteller. Zum ersten Mal en der Studiobühne, hat er sehr schnell verstanden, dass er das kann. Das Team ist eingespielt und souverän. [...] Anneli geht fremd mit Helge [...], dem motorradbegeisterten Geistlichen des Ortes. Sie werden ein Paar. Halten es geheim. Geben sich hin. Blühen auf. Anneli mehr als er. Ihn quälen Zweifel und schlechtes Gewissen, denn schließlich ist er ein Mann Gottes und Ragnar sein bester Freund seit Kindertagen. Als Helge erfährt, dass Ragnar nur noch kurze Zeit zu leben hat, will er reinen Tisch machen. Anneli schafft es nicht, ihn davor abzuhalten. Es kommt zum Eklat. Aber durchaus nicht der, den sich die Zuschauer in der Pause ausgemalt hatten. Denn im zweiten Teil des Stückes hagelt es Überraschungen, dass der Atem stockt. Die Einzelheiten können an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Denn Ragnar hat als bald Verstorbener gewisse Privilegien...

Keiner will über Sex mit 60 reden – Nordbayrischer Kurier

11. Oktober 2007

Zur Deutschsprachigen Erstaufführung an der Studiobühne Bayreuth, 13.10.2007


Keiner will über Sex mit 60 reden. Das Stück „Die letzte Zigarre“ tut es trotzdem – Premiere am 13. Oktober 2007 in der Studiobühne
Er ist Finne, Jahrgang 1937, geboren in Helsinki. Doch der Autor und Regisseur Bengt Ahlfors schreibt auf Schwedisch. Romane, Kurzgeschichten, Gedichte, Kinderbücher. Auch Lieder komponiert er. Hierzulande noch weitgehend unbekannt, hat er sich in seiner Heimat bereits einen Namen als Theaterautor gemacht. Über dreißig Stücke hat er geschrieben, darunter "Russisches Roulette", "Gibt es Tiger im Kongo?" und "Die letzte Zigarre". Letzteres hat es auf 150 Vorstellungen in einer Spielzeit am Lilla Teatern in Helsinki gebracht. [...] Nun freut sich Tichy, dass er das Werk in Bayreuth inszenieren kann. "Die letzte Zigarre" ist auch deshalb so interessant, weil es ein Thema behandelt, über das "man nicht so gerne redet", so Tichy. Es geht nämlich um die Beziehungsprobleme älterer Menschen. Oder anders formuliert, "um Sex mit 60". Für viele immer noch ein Tabuthema, meint Tichy, obwohl "die Leute immer länger gut aussehen". Man habe zwar akzeptiert, "dass Menschen Sex bis ins hohe Alter haben". Aber man könne oder wolle es sich nicht so recht vorstellen. Tichy findet die Komödie so überzeugend, weil sie sich "wohltuend von anderen Boulevardkomödien unterscheidet". Dem Autor gehe es nicht nur um billige Gags. Das Humorvolle "kommt aus der menschlichen Natur". Die Charaktere - der pensionierte Schuldirektor Ragnar, seine Ehefrau Anneli, Ragnars bester Freund Helge, die Fotografin Monika - stammen aus dem "ganz normalen Leben". Und wie so oft im richtigen Leben erwartet sie kein Happy End. "Es ist eine Geschichte, über die man lachen kann. Jeder hat ähnliche Erfahrungen gemacht: Beziehungsknatsch kennt jeder. Wir haben es mit lebensprallen Figuren zu tun: Je ernster man sie nimmt, desto komischer werden sie", sagt Tichy. Wer das Buch und den Film "Populärmusik aus Vittula" kennt, kann sich ungefähr eine Vorstellung vom finnischen Humor machen. Der ist ziemlich schwarz, tiefschwarz. Und was tun nach 42 Jahren Ehe, beschädigter Gesundheit, was Rauchen und Trinken eigentlich verbietet, und einem Kopf voller unerfüllter Sehnsüchte? Tichy will bis zur Premiere am 13. Oktober mit den Schauspielern herausarbeiten, dass es vor allem um Lebensträume geht, die nicht verwirklicht wurden. "Warum habe ich mich für diese Frau entschieden und nicht für eine andere? Warum habe ich dies und nicht das gemacht?". Ahlfors zeige, dass es nie zu spät ist, sein Leben zu ändern. Frei nach der Devise: "Nur die zahmen Vögel verspüren die Sehnsucht. Die wilden - fliegen".