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Presse - Barbie, schieß doch!!! von Sebastian Seidel

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Barbie, schieß doch!!!
Barbie, schieß doch!!!
Ehrgeizige Eltern feuern ihre Tochter auf dem Fußballplatz an, sie wollen das Tor und das Glück für ihre Tochter erzwingen.

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Presse - Barbie, schieß doch!!! von Sebastian Seidel

1:0 - Barbie, schieß doch! – www.a3kultur.de

22. Juli 2011

Die Sommerproduktion des S'ensemble Theaters steht im Endspiel

Zur Uraufführung am S'ensemble Theater, Sommertheater Jakoberwallturm, Augsburg

UA: 16.7.2011; R: Jörg Schur; D: Florian Fisch, Daniela Nering

1:0

Als einer der beachtenswerteren Beiträge zum kulturellen Rahmenprogramm der Frauenfußball- WM in der eigenen Stadt dürfte uns das herrliche Stück »Barbie, schieß doch!« in Erinnerung bleiben. Dies hat nur bedingt mit dem wunderbaren Sommerabend zu tun, in den hinein uns das S’ensemble Theater die Uraufführung inszeniert hat. Der Text von Sebastian Seidel ist schlichtweg gelungen und die schauspielerische Leistung von Daniela Nering und Florian Fisch auf der kleinen, zum Sommer- Open-Theater improvisierten Bühne am Jakoberwallturm wurde von Regisseur Jörg Schur zu 110 Prozent auf den Punkt gebracht.

Nering und Fischer spielen das Ehepaar Drill. Papa Drill lebt für den Verein und wünscht sich nichts mehr, als dass Barbie seine geplatzten Träume von der eigenen Karriere als Fußballstar zu einem späten Happy End bringt. Mama Drill ist in der Halbzeitpause für Kaffee und Kuchen verantwortlich und hält ansonsten den Kontakt zur Außenwelt. Denn eines ist klar, nur hier auf dem Sportplatz spielt für den unglücklichen Metzgermeister Drill das echte Leben.

Ihr Töchterlein Bärbel aka Barbie hat Spaß am Fußball und genügend Talent, um in der Jungenmannschaft mitzumischen. Ein letztes Mal noch soll sie dort aushelfen. Es geht um den Aufstieg und die Drills verfolgen natürlich auch dieses Match vom Spielfeldrand aus.

Doch diesmal ist irgendetwas anders. Ab einem gewissen Punkt können die aufgestauten Frustrationen der beiden nicht mehr gelenkt werden. Die Kampfbahn des Stadions verwandelt sich zusehends zum Schlachtfeld in eigener Sache. Pläne werden vernichtet, Positionen zertrümmert und Träume zerstört. Dabei wird allerdings so wunderbar überzogen agiert, dass noch die platteste Attitüde das nötige Quantum an Spannkraft hält. Wie leicht hätte der Regisseur das einem Minenfeld gleiche Stück an nicht nur einer Stelle in die Luft jagen können. Doch das war an diesem Premierenabend weder mit Daniela Nering als kurzsichtige, sexy Cheerleader-Mami noch mit Florian Fisch zu machen. Dieser agierte irgendwo zwischen dem nicht mehr ganz jungen Jean-Paul Belmondo und einem gut aufgelegten Louis de Funès. Und das ist doch einiges mehr, als so manch anderer von seiner Rolle behaupten kann.

Der Fußball spielte an diesem Abend zum Glück keine tragende Rolle. Er war Staffage. Austauschbar. Genau genommen ebenso wie bei »City of Peace«, dem kulturellen Rahmenprogramm zur WM. (kaj)

Wenn Eltern von Stars träumen – Augsburger Zeitung

18. Juli 2011

Zur Uraufführung am S'ensemble Theater, Sommertheater Jakoberwallturm, Augsburg

UA: 16.7.2011; R: Jörg Schur; D: Florian Fisch, Daniela Nering

„Barbie, schieß doch!“ am Jakoberwallturm Von Katharina Maier

Barbie, alias Bärbel, spielt leidenschaftlich Fußball, aber Bruder Konstantin, der sich selbstironisch den Spitznamen „Ken“ gegeben hat, verbringt seine Zeit lieber mit Freund Roland – und angeblich vor dem Spiegel. So ändern sich die Zeiten und die Rollenbilder, wie der fußballfanatische Vater (Florian Fisch) und die mädchenhafte Mutter (Daniela Nering) in Sebastian Seidels neuestem Stück erkennen müssen. Am Samstagabend feierte „Barbie, schieß doch!“, das begleitend zur Frauenfußball-WM entstanden ist, im Sommertheater am Jakoberwallturm seine offizielle Premiere.

Beachtliches Maß an Energie auf der Bühne

Anders als bei der Preview im wohl schlichtweg zu großen Kulturstadion auf dem Rathausplatz, bei der Alois Knoller noch den Mangel an Tempo und Emotion beklagte, gelang es Fisch und Nering in der familiären Atmosphäre des Sommertheaters am Jakoberwallturm, den ganzen Abend über ein beachtliches Maß an Energie auf die Bühne zu bringen.

„Barbie, schieß doch!“ ist ein kleines, feines Familiendrama, das fast ausschließlich über den Dialog der Eltern am Rande des Fußballfelds vermittelt wird. Barbie spielt nämlich gerade mit der Jungenmannschaft um den Aufstieg und, laut Vater Bernd, um ihre Zukunft. Doch geht es hier tatsächlich um Barbies Träume oder nicht doch um die seinen? Der Schmerz um die eigene verpasste Fußballkarriere begleitet den ehemaligen „Bernadonna“ in Form einer Knieverletzung, die im Laufe des Stückes immer ausgeprägter wird. Er verwandelt ihn von einem nur leicht überzeichneten, überenthusiastischen Fußballvater in eine mitleiderregende, fast tragikomische Figur.

Die Dramatik findet zwischen den Zeilen statt

Mutter Claudia dagegen bleibt stets in der Schwebe zwischen ihren rosaroten Träumen von einer Ballett tanzenden Tochter und zahlreichen Enkelkindern und der Einsicht, dass ihre Kinder ihre eigenen Vorstellungen vom Leben haben.

„Barbie, schieß doch!“ ist ein Familienstück zum Schmunzeln. Die große Dramatik findet fast ausschließlich zwischen den Zeilen statt. Ob man das dem Stück als Stärke oder Schwäche auslegen will, liegt im Auge des Betrachters. Jedenfalls führen uns Autor Sebastian Seidel, Regisseur Jörg Schur und die Schauspieler Fisch und Nering einen teils amüsanten, teils anrührenden Ausschnitt des alltäglichen Dramas um Kinder und vor allem Eltern vor Augen.

 


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