Neuigkeiten - Kleiner Raum, große Aufgabe: Klassenzimmertheater

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Neuigkeiten - Kleiner Raum, große Aufgabe: Klassenzimmertheater

Kleiner Raum, große Aufgabe: Klassenzimmertheater - 17. September 2015
Artikel von Jörg Menke-Peitzmeyer zum Genre in STGRat 10/2015

Jörg Menke-Peitzmeyer, Autor vieler erfolgreicher Klassenzimmerstücke, schreibt in seinem Artikel „Ich wusste gar nicht, dass Theater so echt sein kann über die Vielschichtigkeit, Wichtigkeit und Funktion des Klassenzimmertheaters:

"Theaterstücke, die in Schulklassen - wohlgemerkt nicht in Schulaulen! - aufgeführt werden, in kleiner Besetzung, das heißt zumeist mit einem oder zwei, selten mit mehr Schauspielern, ohne Bühnenbild und mit spärlichen Requisiten. Dafür mit brisanten Themen: Thilo Reffert erzählt in seinem Stück die Geschichte eines trockenen Alkoholikers. Andere Stücke handeln von Mobbing, Essstörungen, Rechtsradikalismus, Flüchtlingsschicksalen […]. […] 

 

Eine weitverbreitete Reaktion von Schülern und Schülerinnen auf Klassenzimmerstücke ist: „Ich wusste gar nicht, dass Theater so echt sein kann.“ Denn der Grundzug des Klassenzimmertheaters ist ein realistischer, auch wenn es Ausnahmen gibt […]. […] 

 

Seinen Erfolg verdankt es einer Alltagssprache, in die man sich nicht erst wie in die Verse Schillers oder Goethes einhören muss, sowie Themen, die einen deutlichen Bezug zur Erlebniswelt der Schüler haben, dem Faktor Zeit - Klassenzimmerstücke dauern in der Regel nicht länger als eine Schulstunde - und einem starken Element von Interaktion. Dieser ergibt sich daraus, dass der oder die Schauspieler/innen nicht auf einer erhöhten Bühne, sondern unmittelbar vor und daher mit den Schülern und Schülerinnen agieren. Wer auf diese Weise Gefallen am Theater gefunden hat, wird - so das berechtigte Kalkül vieler Theatermacher - auch den Weg ins „richtige“ Theater und Interesse an Inszenierungen finden, die sehr viel stärker auf künstliche und illusorische Elemente setzen. […]

 

Ein Theater, das Schülern und Schülerinnen hilft, das Lehrer/innen entlastet und das sich auf diese Weise auch selbst präsentiert, das einer Klasse den kleinen realistischen Finger zeigt – in der Hoffnung, dass es eines Tages die große künstliche Hand ergreift - eine ganz schön große Aufgabe für ein kleines Genre.“

 

Den vollständigen Artikel von Jörg Menke-Peitzmeyer finden Sie in der Oktober-Ausgabe zum Thema „Jugendkultur“ der unabhängigen Fachzeitschrift für Kommunal- und Landespolitik in NRW „STÄDTE- UND GEMEINDERAT“, die das monatlich erscheinende Verbandsorgan des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen ist (STGRat 10/2015).

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