Neuigkeiten - 25 Jahre Mauerfall: Mandy - Im Tal der Ahnungslosen

Neuigkeiten | Theaterverlag Hofmann-Paul

Neuigkeiten - 25 Jahre Mauerfall: Mandy - Im Tal der Ahnungslosen

25 Jahre Mauerfall: Mandy - Im Tal der Ahnungslosen - 05. November 2014
Kein Empfang bei Ostwind

Geschichten zum Mauerfall - ohne Verfallsdatum

 

Presse zur UA im Jungen Ensemble Stuttgart (JES):

 

Eine Dorfkneipe mitten in der schwäbischen Provinz. Alles ist so wie es sein muss: die lange braune Theke, auf der sich die Whiskey- und Schnapsflaschen reihen, die Vereinspokale, der Protest-Aufkleber mit „Baum ab - Nein. Danke". Die Fototapete verrät den Traum vom großen Abenteuer in Amerikas Wilden Westen. Da geht die Tür auf und Mandy schneit herein: ein junges Ostberliner-Szenegirl, die Regisseur Frank Hörner so beschreibt:

 

„Eine junge Frau, die aus dem Osten kommt und sich den Westen anschauen möchte. Und zwar ohne dass sie jetzt ein riesengroßes Fluchtschicksal hat. Und ohne dass sie die Welt verändern will, sondern einfach mit der Neugierde auf den anderen Teil Deutschlands." Der andere Teil Deutschlands: das sind in Mandys Fall: der rechtschaffene Bäcker Stefan, seine Frau Sonja, die Dorfschönheit in Minirock, getigerten Leggins und lila Stiefeln, Stefans sehr viel jüngerer, etwas naiver Bruder Ralf, der mit 19 noch immer ohne Freundin ist, und Zappa, der abgehalfterte Kneipier, der gern mal den Dorfsheriff spielt. Es dauert nicht lang und schon kriegt Mandy den Spott der Wessis zu spüren. Sonja und Zappa spielen Rübermachen in den Osten: Banane und Nutella, Coca-Cola und Westgeld – die unvermeidlichen Klischees. Unvermeidlich, aber wahr.

 

Ebenso wie die Erkenntnis, dass doch einige Menschen im Westen mit diesem Osten überhaupt nichts am Hut hatten. Der Mauerfall, die Geburtsstunde einer neuen Nation, ging an vielen völlig unbeteiligt vorüber. Regisseur Frank Hörner:

 

„1989 – als die Mauer öffnete, da war das für mich eigentlich kein Thema. Das lief so nebenbei. Ganz andere Dinge waren für mich wichtig. Und ich glaube, das gab es bei ganz vielen Jugendlichen im Westen. Also heute wird immer so getan, als hätten alle vor dem Fernseher gesessen, sich bei den Händen gehalten, die Tränen wären geronnen und jeder hätte drei Tanten im Osten und waren wahnsinnig glücklich. Das habe ich anders erlebt."          SWR 2 Journal am Abend

 

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