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Stabat mater
Aus dem Schwedischen von Regine Elsässer
Eine Mutter trauert um ihren Sohn. Sie hatte gehofft, ihm im Jenseits wieder zu begegnen, sich mit ihm auszusöhnen, doch ihr Rufen geht ins Leere. Niemand scheint sie in diesem Nirgendwo zu hören. Es ist nicht irgendeine Mutter, es ist Johanna Christiana Gok, die Mutter Friedrich Hölderlins, der Ausnahmegestalt in der deutschen Literaturgeschichte. Sie wird gezeigt als sorgende und trauernde Mutter, aber auch ihre Überforderung und ihr Unverständnis für das Genie des Sohnes wird deutlich.
In Enel Melbergs eindringlichem Monolog, der zwischen Wehklage, Anklage und sehnsuchtsvollem Rufen oszilliert, werden mehrere Geschichten gleichzeitig erzählt: Die Geschichte von Hölderlin, dem 'gefallenen Titan' und die seiner Mutter, einer starken Frau, die in ihrer Liebe zu ihrem Sohn zwischen den Welten steht: der des „verrückten“ Genies und der einer Gesellschaft, in der das Individuum sich einzugliedern und zu funktionieren hat. Was historisch am Beginn des 19. Jahrhunderts zu verorten ist, entpuppt sich als zeitloses Problem: Was hat eine Mutter zu leisten? Wann wird sie ihrer 'Aufgabe' gerecht?
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1D
